CommerzVentures und Main Incubator – Die VCs der Commerzbank

Die Commerzbank ist eine der größten Banken Deutschlands. Im März 2014 gründete die in Frankfurt sitzende Bank ihren ersten Venture Capital Fonds als 100%ige Tochtergesellschaft. Main Incubator fokussiert sich auf auf die FinTech-Branche. Durch gezielte Investition in FinTech-Startups will die Großbank Innovationen im Bankgeschäft unterstützen. Wenige Monate später folgte der zweite Commerz-Investor: CommerzVentures. Hiermit gründete die Bank eine Corporate Venture Capital Gesellschaft, die sich an jungen Unternehmen beteiligen will. “Die künftigen Portfoliounternehmen sollen dabei auch in der weiteren Wachstumsphase mit Folgefinanzierungen begleitet werden”, teilte das Unternehmen mit. Im Fokus stehen auch europäische Startups im FinTech-Bereich. Wir stellen Ihnen im Folgenden die zwei Venture Capital Fonds der Commerzbank vor und zeigen, in welche Startups die beiden bisher investiert haben.

Finanzierungsphasen – Der Unterschied der beiden VCs

Main Incubator und CommerzVentures unterscheiden sich im Wesentlichen in den Finanzierungsphasen. Während Main Incubator vorwiegend über die Seed-Stage bis in die Serie-A-Finanzierung begleitet, tätigt CommerzVentures Investitionen in Unternehmen, die sich in einer reiferen Phase befinden und im Finanz- und Versicherungssektor aktiv sind. Main Incubator investiert dabei pro Ticket zwischen 250.000 und 2 Millionen Euro. Benötigt ein Startup darüber hinaus Finanzierungen, kommt CommerzVentures ins Spiel. Die Commerzbank steigt somit im vollen Umfang in die Gründerfinanzierung ein.

CommerzVentures

Geführt wird CommerzVentures von zwei in der Szene bekannten Persönlichkeiten: Patrick Meisberger und Stefan Tirtey. Meisberger war zuvor als Geschäftsführer der T-Venture Holding GmbH – der Corporate VC der Deutschen Telekom AG – für das gesamte T-Ventures-Portfolio verantwortlich. Tirtey war zuletzt bei der internationalen Venture Capital Gesellschaft Doughty Hanson Technology Ventures als Principal für Investments in Internet- und Mobile-Startups verantwortlich

#1: Payworks

CommerzVentures investiert in europäische Startups rund um Dienstleistungen und Technologien im Bereich Finanzdienstleistungen. Im Februar diesen Jahres verkündete CommerzVentures eine Serie-B-Finanzierungsrunde für Payworks. Das junge Unternehmen entwickelt und betreibt eine Infrastruktur für die sichere Abwicklung von Zahlungen. „Pulse“ nennt sich die Software des Startups, welche gegen eine Lizenzgebühr angeboten wird. Der Service im B2B-Bereich ermöglicht es Anbietern, mobile Zahlungen und Wallets direkt in deren Software zu integrieren.

#2: Realbest

Unter den bisher zehn Investitionen des Frankfurter VC ist auch das Startup Realbest. Das Unternehmen erhielt Ende Dezember von CommerzVentures und anderen Investoren 7 Mio. Euro. Realbest, das 2013 gegründet wurde, ist Deutschlands erste Online‐Verkaufsplattform für Wohnimmobilien. Die Plattform bringt Wohnungsverkäufer, Makler und Käufer zusammen. Alle Schritte des Immobilienverkaufs sollen über Realbest digital eingeleitet und auch abgewickelt werden können. Mit diesem Konzept hat Realbest Millionenumsätze gemacht. Die Commerzbank-Tochter beteiligt sich neben Altinvestoren wie Hevella Capital, dem VC Kreativwirtschaft Berlin der IBB, Ventech und Immotech Venture an der neuen Finanzierungsrunde.

#3: Getsafe

Ein weiteres Startup, das im Portfolio von CommerzVentures zu finden ist, ist der Heidelberger “Makler von Versicherungen” Getsafe. Das Unternehmen erhielt im Oktober 2015 unter anderem von CommerzVentures, Acton Capital Partners, Capnamic Ventures und Partech Ventures einen hohen Millionenbetrag. „GetSafe hat mit einem hervorragenden Produkt innerhalb kürzester Zeit die Branche wach gerüttelt. Wir freuen uns, das Unternehmen bei seinem rasanten Wachstum unterstützen zu können und durch unsere Investition die Expansion weiter zu beschleunigen”, äußert sich Patrick Meisberger, Managing Director von CommerzVentures. Getsafe bringt Allsparten-Versicherungen, wie Axa oder Allianz, in das digitale Zeitalter und sorgt dafür, dass junge Kunden ganz einfach per App, in Echtzeit und papierlos ihren Versicherungsschutz abschließen, ändern oder einen Schaden melden können.

Main Incubator

Main Incubator bietet jungen FinTech-Unternehmen Beteiligungskapital, den Zugang zu Experten-Know-How sowie Räumlichkeiten und Infrastruktur in Frankfurt. Hiervon profitierten bereits 14 Startups, wie auch die drei Unternehmen Retresco, E-bot und Userlane.

#1: Retresco

2008 in Berlin gegründet, macht sich Retresco Semantik und künstliche Intelligenz zu Nutze, um die Kommunikation seiner Kunden und deren Arbeit mit Inhalten zu automatisieren. Zu den Kunden des Startups gehören unter anderem der Axel Springer VerlagFAZ.net und das Bundesministerium für Gesundheit. Technologie ersetzt zunehmend redaktionelle Tätigkeiten, wie beispielsweise das automatische Schreiben von Wetter- und Sportberichten. Mit der Software übernimmt Retresco unter anderem die Auswertung und Analyse großer Datenmengen und generiert aus den daraus gewonnenen Informationen Reportings, Analysen oder auch Handlungsanweisungen. Retresco hat inzwischen über 40 Mitarbeiter und ist in mehreren europäischen Ländern aktiv.

#2: E-bot7

E-bot7 entwickelt und integriert künstliche Intelligenz in den bestehenden Kundenservice von Unternehmen. Das System analysiert eingehende Nachrichten und schickt sie an die entsprechende Abteilung weiter. Dadurch sinkt die Bearbeitungszeit um bis zu 80%. Firmen-Mitarbeiter trainieren zunächst die KI, bis diese die Kommunikation letztlich vollständig übernimmt. Sich wiederholende Anfragen sollen dadurch schneller und günstiger abgehandelt werden. E-bot7, mit Sitz in München, wurde im Jahr 2016 von Xaver Lehmann, Fabian Beringer und Maximilian Gerer gegründet. Main Incubator agiert als Lead-Investor und hat weitere namhafte Investoren mit ins Boot geholt.

#3: Userlane

Die drei Gründer von Userlane, Felix Eichler, Kajetan Uhlig und Hartmut Hahn, haben es sich zum Ziel gesetzt, die Lücke zwischen Mensch und Maschine zu schließen. Das SaaS-Unternehmen baut hierzu ein Navigationssystem für Software. Dieses zeigt dem Nutzer live, wie das jeweilige Programm funktioniert und gibt Schritt-für-Schritt Anleitungen. Im Ergebnis können Menschen Software ohne jegliche Vorkenntnisse nutzen. Somit sparen Unternehmen erheblich an Schulungskosten.

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