Diese 5 deutschen Single Family Offices investieren in Startups

Family Offices sind in der Regel sehr diskrete Einrichtungen, die sich um die Verwaltung des Vermögens einer besonders begüterten Einzelperson oder einer Familie kümmern. Manche bieten ihre Leistungen als Multi-Family Offices auch für mehrere Personen bzw. Familien an. Solche “Familien-Büros” sind nicht nur für das Vermögen da, sondern übernehmen oft weitere Aufgaben, zum Beispiel erledigen sie für ihre Auftraggeber karitative Aktivitäten oder sind Mediatoren bei Familien-Streitigkeiten. Sogar die Lebensorganisation oder -planung der betreuten Familie oder Person gehört zum Tätigkeitsspektrum.

Doch in erster Linie steht der Erhalt, die Sicherung und Weiterentwicklung des Familienvermögens im Fokus eines Family Offices. Dabei geht es auch um Investments mit Perspektive. Einige Family Offices haben neben “klassischen” Kapitalmarkt-Anlagen Startup-Finanzierungen als Chance für sich entdeckt. Manche richten sich sogar ganz darauf aus. Durch Startkapital und Beteiligungen auf Zeit betätigt man sich als Inkubator für innovative Gründungen. Wir stellen hier einige deutsche Family Offices vor, die sich in dieser Richtung engagieren.

1. Alstin – unter dem Dach der Maschmeyer Group

Nach dem Verkauf seines Strukturvertriebs AWD an das Schweizer Unternehmen Swiss Life hat der Unternehmer Carsten Maschmeyer seine unternehmerischen Aktivitäten unter dem Dach der Maschmeyer Group gebündelt. Die Maschmeyer Group übernimmt Funktionen eines herkömmlichen Family Offices, ist aber auch für Dritte (Partner, Freunde von Carsten Maschmeyer) offen. Die Alstin – Alternative Strategic Investments – GmbH geht unter dem Dach der Maschmeyer Group Beteiligungen auf Zeit an innovativen Startups ein. Der Investment-Fokus liegt auf digitalen Geschäftsmodellen mit überdurchschnittlichen Wachstumsperspektiven – bevorzugt im Bereich E-Commerce.

2. Astutia Ventures – Investments unter Rodenstock-Ägide

Mit dem Namen Rodenstock verbindet man vor allem Optik und Brillen. Doch Benedict Rodenstock als Spross der Unternehmer-Familie betreibt mit Familienvermögen sein eigenes Geschäft und setzt dabei auf Beteiligungen an innovativen Startups. Nach einer Zwischenstation als Partner des Multi-Family Offices Lucatis hat Rodenstock mit Astutia Ventures bereits vor rund zehn Jahren seine eigene Wagnis-Beteiligungsgesellschaft gegründet. Astutia Ventures geht Minderheitsbeteiligungen an jungen Unternehmen in der Gründungs- oder frühen Wachstumsphase ein. Die Beteiligungen sind auf Zeit angelegt, nach drei bis fünf Jahren erfolgt der – möglichst gewinnbringende – Ausstieg.

3. Reimann Investors – strategische Beteiligungen mit Perspektive

Die Geschichte der Unternehmerfamilie Reimann ist eng mit dem Aufstieg der Chemie- und Reinigungsmittelfirma Benckiser verbunden. Ende der 90er Jahre verkauften einzelne Mitglieder der Unternehmerfamilie ihre Beteiligungen an der Joh. A. Benckiser und gründeten das Family Office Reimann Investors, das das Familienvermögen verwaltet.  Reimann Investors hat zwei Standbeine: zum einen Kapitalmarkt-Investitionen mit Fokus auf Werterhalt, zum anderen Beteiligungs-Investments. Dabei konzentriert sich Reimann Investors auf junge und stark wachsende Unternehmen – bevorzugt aus den Branchen digitale Dienstleistungen Premium-E-Commerce und FinTech. Das Family Office versteht sich dabei als strategischer Investor mit einer längerfristigen Perspektive.

4. DVH Ventures – Wagniskapital von Dieter von Holtzbrinck

Georg-Dieter von Holtzbrinck ist einer der markantesten deutschen Verleger-Persönlichkeiten. Mit DVH Ventures hat der Unternehmer 2014 seine eigene Wagnisfinanzierungs-Gesellschaft gegründet. Als unabhängiges Venture Capital Unternehmen investiert DVH Ventures in Startups. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf FinTechs und InsurTechs – also jungen Technologieunternehmen in den Bereichen Finanzen und Versicherungen. Darüber hinaus wird auch in Startups in weiteren Technologiefeldern investiert – u.a. in Artificial Intelligence, Big Data, Cyber Security, IoT oder Mobile Advertising. Auch nicht-digitale Geschäftsmodelle werden unterstützt.

5. SKion GmbH – ein Unternehmen von Susanne Klatten

Susanne Klatten gilt als reichste Frau Deutschlands. Unter dem Dach der SKion GmbH sind wichtige Industrie-Beteiligungen von Susanne Klatten gebündelt. Dazu gehören u.a. Anteile an Nordex, SGL Carbon und Avista Oil AG. Außerdem befindet sich das Chemie-Unternehmen Altana zu hundert Prozent im SKion-Besitz. Darüber hinaus investiert SKion gezielt in Unternehmen mit einer langfristigen und nachhaltigen Geschäftsperspektive. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Beteiligungen an Unternehmen im Bereich Wassertechnologie. Generell verfolgt man Investments in Zukunftstechnologien und in innovative Geschäftsmodelle im Industrie- und Dienstleistungssektor.

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Bildquelle: Austin Distel

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