Hamburger Immobilieninvestor erwirbt Vattenfall Gebäude

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Das Arne Jacobsen-Haus in der Hamburger Bürostadt City Nord ist erst wenige Jahrzehnte alt und schon Baudenkmal. Jetzt wechselt das markante Hochhaus, das wie ein Spiegel seiner Umgebung wirkt, den Eigentümer. Die Hamburger Matrix Immobilien Gruppe erwirbt das Gebäude von Vattenfall Deutschland, der deutschen Tochter des schwedischen Energiekonzerns. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt.

Arne Jacobsen war einer der international bekanntesten dänischen Architekten und Designer im 20. Jahrhundert. In seinen Bauten und Design-Projekten vertrat er den modernen Funktionalismus. Darunter versteht man ein Gestaltungsprinzip, das sich in erster Linie am Verwendungszweck eines Baus oder Gegenstandes orientiert, ästhetische Aspekte treten in den Hintergrund. Dennoch ist Jacobsens Architektur weit davon entfernt, “unästhetisch” zu sein, aber sie kommt ohne jegliche “Schnörkel” aus. Das gilt auch für das Arne Jacobsen-Haus in Hamburg.

Funktionale Ästhetik durch Glas und Farbkontraste

Das 1966 bis 1969 errichtete Gebäude besteht aus vier, leicht gegeneinander versetzten Scheiben von gleicher Höhe, aber unterschiedlicher Länge. Die Längsachse erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung über insgesamt 153 Meter. Die Höhe beträgt 44 Meter. Die Brutto-Grundfläche umfasst 48.000 Quadratmeter. Das Haus ist in zwölf Geschosse unterteilt. Die Längsseite präsentiert sich in einer einheitlichen dunklen Glasfassade, in der sich der Himmel und die umgebenden Grünanlagen widerspiegeln. Die Schmalseite ist mit hellem indischem Gneis verkleidet. Aus diesen Kontrasten und dem “Spiegeleffekt” bezieht das Bauwerk seine ästhetische Wirkung. Trotz seiner imposanten Fassaden-Fläche kommt es nicht wuchtig rüber, sondern erscheint eher filigran.

Das Arne Jacobsen-Haus wurde ursprünglich von den Hamburgischen Electricitäts-Werken (HEW) in Auftrag gegeben und genutzt. Die HEW konzentrierten hier ihre bis dahin auf mehrere Standorte in der Hansestadt verteilte Verwaltung. Mit der schrittweisen Privatisierung der HEW und der bis 2002 realisierten vollständigen Übernahme durch den Vattenfall-Konzern wurde das Gebäude dann Eigentum von Vattenfall Deutschland, das es weiter für Verwaltungszwecke nutzte.

Vattenfall bleibt Mieter bis 2023

Vattenfall will nun seine Hamburger Zentrale in die Hafen City verlegen. Dort soll ein innovatives 15geschossiges Hochhaus entstehen, das besonders umweltfreundlich ist und teilweise aus Holz besteht. Hier möchte Vattenfall Deutschland im Jahre 2023 einziehen, wenn das neue Gebäude fertig ist. Der Verkauf des Gebäudes am bisherigen Standort war die logische Konsequenz. Bis dahin werden die Räumlichkeiten im Arne Jacobsen-Haus weiter genutzt – allerdings nicht mehr als Eigentümer, sondern als Mieter. Danach soll das Gebäude grundlegend modernisiert und umgewidmet werden. Das muss und wird in enger Abstimmung mit der Hamburger Denkmalschutz-Behörde und der Politik erfolgen – denn das Arne Jacobsen-Haus ist nicht irgendein Bau. Es ist ein Wahrzeichen moderner Architektur in der Hansestadt.

Passend zur Neuausrichtung von Matrix

Die jüngste Akquisition der Matrix Immobilien Gruppe passt zur Neuausrichtung des Unternehmens. Bisher kannte man den Firmennamen Matrix vor allem im Zusammenhang mit der Entwicklung und Restrukturierung von Einzelhandels-Immobilien. In 15 Jahren Geschäftstätigkeit konnten Projekte im Volumen von rund einer Milliarde Euro realisiert werden. Unter dieser Ausrichtung erfolgte zum Beispiel die Neugestaltung des Langenhorner Markts im Hamburger Vorort Norderstedt oder die Umstrukturierung der Marktplatz Galerie in Hamburg-Bramfeld. Nur zwei Beispiele von vielen.

Im Zeitalter der Digitalisierung möchte sich Matrix jetzt weg von der einseitigen Fokussierung auf Einzelhandels-Immobilien und -Projekte entwickeln. Digitale Lebens-, Wohn- und Arbeitswelten sollen künftig im Mittelpunkt der Geschäftstätigkeit stehen. Das Portfolio wird diversifiziert. Ein Bestandteil werden Angebote für moderne Arbeitswelten in neuen digitalen Workspace-Konzepten sein. Sie können auch in bestehenden Bürogebäuden umgesetzt werden. Das Vattenfall-Gebäude scheint nach dem Auslaufen seiner bisherigen Nutzung dafür prädestiniert.

Bildquelle: Christoph Mahlstedt

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