Quartiersentwicklung: Definition, Beispiele und Erfahrungswerte

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Quartiersentwicklung: Definition und Abgrenzung

Quartiere lassen sich als kleine Städte innerhalb von Großstädten und Metropolen definieren. Das alltägliche Leben der Bewohner solcher Quartiere spielt sich vorwiegend innerhalb des jeweiligen Wohnviertels ab, da eine umfassende Infrastruktur vorhanden ist. Die Größe eines Wohnquartiers kann sehr unterschiedlich sein und hängt stark von der Historie des Stadtteils ab. Je größer eine Stadt ist, desto wichtiger werden die Quartiere mit ihren Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Ämtern etc. Im Laufe der Zeit entwickeln sich in solchen Wohnvierteln ganz eigene Kulturen, wobei an das Hamburger Schanzenviertel, das Glockenbachviertel in München oder das Frankfurter Nordend gedacht werden kann. Im Rahmen der Quartiersentwicklung werden also dem Namen nach ganze Gebiete erschlossen und neu strukturiert. Wichtig hierbei ist, dass den Wohnraum im Fokus steht und der Versuch im Vordergrund steht, vollumfassende Stadtteile gemäß der Definition eines Quartiers zu schaffen oder weiterzuentwickeln.

Planung, Erschließung, Bau und Betrieb von Stadtteilen

Quartiersentwicklung lässt sich noch etwas kleinteiliger definieren, als wir es im ersten Teil dieses Beitrages getan haben. Hierfür lässt sich diese Art der Stadtentwicklung in vier Teile zerlegen, nämlich Planung, Erschließung, Bau und Betrieb. Bei der Planung werden sowohl Standortqualität als auch die Anforderungen der Anwohner und Zukunftsaussichten beleuchtet. Bevor Quartiere gebaut werden können, muss das Gebiet zugänglich gemacht werden. Im Rahmen der Erschließung werden also Vorbereitungen getroffen, wie beispielsweise die Bereitstellung einer gute Verkehrsanbindung oder die Sicherstellung der Energieversorgung. An dieser Stelle wird zunehmend auf den Einsatz sauberer Technologien geachtet, was dem Trend der nachhaltigen Quartiersentwicklung (siehe unten) Rechnung trägt. Die nächste Komponente unserer Definition ist der Bau. Nun werden Bauträger und Bauunternehmen aktiv und errichten Wohngebäude und gewerbliche Immobilien gleichermaßen. Im Anschluss nimmt der Betrieb der Stadtteile bzw. Quartiere eine entscheidende Rolle ein, die häufig übersehen wird. An dieser Stelle ist nicht nur die (städtische) Politik in der Pflicht, sondern zunehmend auch sogenannte Public-Private-Partnerships.

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Aktueller Trend in Deutschland: Gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung durch Innovation, Nachhaltigkeit & Inklusion

In den letzten Jahren hat sich der deutsche Immobilienmarkt rasant entwickelt. Insbesondere in den größten Städten Berlin, München, Hamburg, Frankfurt und Co. hat der Immobilienboom zu steigenden Immobilienpreisen geführt. Investoren freut diese Entwicklung natürlich, doch führen die höheren Preise auch zu einer Verknappung von bezahlbarem Wohnraum. Hinzu kommt, dass die Aufwertung von Stadtvierteln für Anwohner teilweise problematisch gesehen wird. Diese Entwicklungen führen zu einer steigenden Bedeutung der sogenannten gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung. Städteplaner und die Stadtentwicklungspolitik versuchen bürgerschaftliche Initiativen, NGOs, Genossenschaften und die Zivilgesellschaft im Allgemeinen stärker einzubinden. So soll versucht werden, nachhaltige Quartiersentwicklung zu betreiben, die das Beste aus Alt und Neu vereint und bestehende Strukturen optimiert, statt sie zu übergehen. Gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung lässt sich also als Disziplin der Städteplanung definieren, die noch mehr auf alle Stakeholder eingeht und Wert auf Inklusion legt.

Die Bedeutung von Entwicklungsgebieten für Projektentwickler

Im Rahmen unserer Recherche zu den größten Projektentwicklern Deutschlands sind wir immer wieder auf den Begriff Quartiersentwicklung gestoßen. Das liegt daran, dass insbesondere große Immobilienentwickler vermehrt den Fokus auf ganze Entwicklungsgebiete legen. Aufgrund der steigenden Nachfrage nach Wohnraum in den deutschen Ballungszentren wurden in den letzten Jahren zahlreiche Neubaugebiete erschlossen. Pure Wohngebiete zu erschaffen kommt für viele Großstädte jedoch nicht in Betracht, weil die Attraktivität solcher Viertel vergleichsweise gering ist und die städtische Infrastruktur darunter leidet. Deshalb versuchen Konsortien von Projektentwicklern und Investoren zunehmend, ganze Quartiere zu bauen und von Anfang an einen holistischen Entwicklungsansatz zu wählen. Konkret heißt das, dass nicht nur durch die Politik sondern auch von privatwirtschaftlichen Immobilienentwicklern umfassende Konzepte zur Kombination aus Wohn- und Büroimmobilien, staatlicher Infrastruktur sowie Handelsimmobilien erstellt werden. Geprägt sind solche Vorhaben durch eine abgestimmte Architektur, eine nachhaltige Denkweise und die Einbeziehung aller Stakeholder.

Dieser Beitrag ist Teil unserer Statistiken und Definitionen der deutschen Investmentbranche

Bildquelle: Ivan Bandura

Quellen: Management Circle, Schader Stiftung, Mitbauzentrale München

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