Venture Capital Insights (2019): Das haben wir aus dem Update unserer VC Datenbank gelernt

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Bei den regelmäßigen Updates unserer Listen lernen wir auch viel über die jeweiligen Trends der Branchen. In den letzten Wochen haben wir einen spannenden Teil unserer Investoren-Datenbank geupdatet: die Liste der 200 größten Venture Capital Fonds in Deutschland. Ein Nebenprodukt unserer Arbeit ist ein Branchenreport über aktuelle Trends und Entwicklungen in der deutschen Venture Capital Industrie.

Insights aus unserer Datenbank der deutschen Venture Capital Investoren

  • Exklusive Übersicht der wichtigsten Venture Capital Fonds in Deutschland
  • Optimal geeignet zur Lead-Generierung in der Venture Capital Branche
  • Unkomplizierte Bereitstellung per Download als Excel-Liste
  • Inklusive Kontaktdaten: Anschrift, E-Mail Adresse, Telefonnummer, Namen der Geschäftsführung
  • Detaillierte Informationen zum Investmentfokus
  • Auf Anfrage stellen wir gerne eine Vorschau-Datei zur Verfügung

1) Meiste Venture Capital Fonds in Berlin und München

Hotspots der deutschen VC-Landschaft sind nach wie vor Berlin und München. In Berlin sind insgesamt 52 VCs aktiv, in München 40. Andere große deutsche Städte kommen mit großen Abstand. In Frankfurt gibt es insgesamt 10 VCs, in Hamburg 15. In kleineren Städten und provinziellen Regionen gibt es kaum größere Startup-Finanziers. Hier springen häufig Corporate VCs und Business Angels bei der Finanzierung von örtlichen Unternehmen ein. Eine interessante Beobachtung ist, dass der Investmentfokus der Berliner VCs eher auf Marktplatzmodellen und digitalen Startups liegt, während Münchner VCs sich eher an “Deep Tech” und Hochtechnologie wagen. Beispielhaft dafür ist der Münchner VC Target Partners der einen starken Fokus auf “Radical Tech” liegt. Zum Portfolio gehören etwa die Application Performance Management Firma Instana oder ArangoDB, Anbieter von NoSQL Datenbanklösungen. Viele der Portfolio Unternehmen haben neben ihrem Sitz in Deutschland auch Standorte im Silicon Valley. In Berlin hingegen fließt besonders viel Geld in Marktplatzmodelle und SaaS-Lösungen. Beispiel hier ist etwa Point Nine Capital, die bereit erfolgreiche eCommerce und Marktplatzmodelle wie Lieferheld, eversports, Marley Sppon oder Helpling finanziert haben. Natürlich ist dies nur eine Tendenz: in Berlin werden auch viele Deep Tech Unternehmen finanziert, während Münchner VCs sich auch an eCommerce Unternehmen beteiligen.

2) Fondsvolumen und Investmentgrößen steigen stark an

Ein besonders in den letzten Monaten vermehrt beobachtbarer Trend ist, dass durchschnittliche Investments und Fondsgrößen stark ansteigen. Das Berliner Startup Auto1 erhielt 2017 etwa 360 Millionen Euro von Target Global und Baillie Gifford, in 2018 stieg dann Softbank Ventures mit 460 Millionen Euro ein. Neue Bewertung: 2,9 Milliarden Euro. Vor wenigen Jahren wären Investmentrunden im dreistelligen Millionenbereich noch undenkbar gewesen, mittlerweile gehören sie zur Tagesordnung. Den Trend kann man auf allen Ebenen beobachten. Während Seed-Runden vormals häufig deutlich unter einer Million Euro blieben sind es mittlerweile oft einstellige Millionenbeträge. Es ist nicht absehbar dass die durchschnittlichen Investments in den kommenden Jahren zurückgehen werden, da auch neu auferlegte VC-Investmentfonds neue Rekorde aufstellen:

Das Geld muss nun in den kommenden Jahren investiert werden. Konsequenz werden noch höhere Bewertungen und Finanzierungsrunden sein. Erster Vorgeschmack im Juni dieses Jahres: das Berliner AdTech Startup AdJust sammelt eine Investmentrunde von 227 Millionen Dollar ein.

3) Investmentfokus auf neue Bereiche wie PropTech und Mobility

Weitere Erkenntnis: es rücken neue Investmentbereiche in den Fokus der Venture Capital Fonds, die 2017 noch kaum vertreten waren. Besonders auffällig sind PropTechs (Startups aus der Immobilienbranche), Mobility Startups sowie Gründungen in den Bereichen Digital Health und CleanTech. Im PropTech Bereich etwa entstand mit PropTech Ventures ein eigener, dezidierter VC. Waren vor wenigen Jahren noch FinTechs und InsurTechs besonders beliebt bei Risikokapitalgebern, scheint nun die Digitalisierung der Immobilienbranche in den Fokus zu rücken. Ein Grund für die zunehmende Vernachlässigung von FinTechs ist mit Sicherheit das schwierige regulatorische Umfeld in der Finanzbranche. Die etwas träge Immobilienbranche bietet spannende Anknüpfungspunkte für innovative Geschäftsmodelle und liefert enorme Wachstumschancen in einem kapitalstarken Segment. Neben PropTechs konnten insbesondere Mobility Startups von sich Reden machen. Themen wie Carsharing, Mobility on Demand, Elektromobilität, Parking und viele mehr sollen dazu beitragen, ganze Branchen zu revolutionieren. Team Europe, die Investmentfirma von Seriengründer Lukasz Gadowski, warf ihren Investmentfokus komplett um und fokussiert sich satt auf “Digital Commerce” nun auf Mobility Startups wie Miles, Volocopter oder Circ. Weiterhin steht das Thema Nachhaltigkeit für viele Investoren ganz oben auf der Agenda. Unter dem Begriff CleanTech werden Startups zusammengefasst, die sich im weitesten Sinne um Energieeffizienz, Ressourcenschonung, Umweltschutz, Recycling und Co. kümmern. Der gesellschaftliche Trend in Richtung Nachhaltigkeit erfasst also auch die Venture Capital Szene in Deutschland und der ganzen Welt. Ein weiteres Thema, das (noch stärker) in den Fokus gerückt ist, lautet Digital Health. Auch wenn viele Themen hier noch am Anfang stehen, sieht nicht nur Apple mit der Apple Watch einen der größten Wachstumsbereiche für innovative, digitale Geschäftsmodelle in der Gesundheitswirtschaft. Wir werden den deutschen Venture Capital Markt weiterhin intensiv beobachten und auch in Zukunft über Markttrends berichten. Es bleibt spannend, welche Technologien sich durchsetzen und auch in Zukunft die Investments der größten Fonds bestimmen.

Bildquelle: Thomas Litangen 4.7.2019

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