Unternehmensnachfolge: Diese 3 Arten von Investoren und Firmenkäufern gibt es

Unternehmensnachfolge: Diese 3 Arten von Investoren und Firmenkäufern gibt es

Das IfM Institut für Mittelstandsforschung, Bonn, geht für 2018 bis 2022 von insgesamt rund 150.000 Unternehmensnachfolgen im deutschen Mittelstand aus. Ca. 2,4 Mio. Beschäftigte sind betroffen, keine kleine Hausnummer. Bei Familienunternehmen genießt nach wie vor die Nachfolge innerhalb der eigenen Familie Priorität.

Aber nur noch in gut der Hälfte der Fälle kommt diese Lösung laut IfM zum Tragen. Fast jede fünfte Übergabe findet an Manager oder Mitarbeiter des eigenen Unternehmens statt. In fast 30 Prozent der Nachfolgen erfolgt die Übernahme von außen. Welcher “familienfremde” Weg auch gewählt wird, es geht stets um Verkauf des Unternehmens. Die Interessenlagen der Käufer können dabei sehr unterschiedlich sein – ein Umstand, der sich auf Kaufverhandlungen und den Kaufpreis auswirkt – Grund genug, sich damit zu beschäftigen.

Drei Arten von Firmenverkäufen bei der Unternehmensnachfolge

Grundsätzlich lassen sich drei Arten von Firmen-Transaktionen unterscheiden:

– der Management Buy Out (MBO) oder Management Buy In (MBI)
– der Verkauf an einen strategischen Investor
– der Verkauf an einen Private Equity Investor

1. Management Buy Out (MBO) und Management Buy In (MBI)

Bei einem MBO wird das Unternehmen an Manager “aus dem eigenen Haus” verkauft. Der Vorteil liegt auf der Hand: die Käufer kennen das Unternehmen bereits “aus dem Effeff”, oft haben sie seine Entwicklung wesentlich mitgeprägt. Käufer und Verkäufer sind sich vertraut, das erleichtert Transaktionen. Das Problem bei MBO’s ist häufig fehlendes Kapital auf Käuferseite. Deshalb erfolgen solche Transaktionen gerne schrittweise, nicht selten über ein Darlehen vom Verkäufer (Vendor Loan). Zins- und Tilgungszahlungen werden dann idealerweise aus später erzielten Gewinnen des Unternehmens geleistet. Manchmal wird auch ein Private Equity-Investor mit ins Boot geholt. Dieser stellt dann Kapital bereit, die Manager bringen ihr Know How ein.

Bei einem MBI kauft sich ein fremdes Management in das Unternehmen ein. Dieses möchte seine Management-Erfahrung in einem erprobten Geschäftsmodell erfolgreich anwenden und dieses gezielt weiterentwickeln. Das gelingt schneller und besser, als erst ein Unternehmen von Grund auf neu aufzubauen. Wie beim MBO erfolgt der Kauf oft schrittweise und mit Finanzierungs-Unterstützung durch den bisherigen Inhaber oder einen Private Equity-Investor. Ob MBO oder MBI: beide Lösungen bieten gute Chancen, dass das Unternehmen eigenständig fortgeführt wird – häufig ein Wunsch bei Nachfolgen im Mittelstand.

2. Verkauf an strategischen Investor

Ein strategischer Investor ist in der Regel ein anderes Unternehmen, das die zum Verkauf stehende Firma komplett und “in einem Zug” übernehmen will. Es handelt sich um einen Wettbewerber, nicht selten auch um einen wichtigen Kunden oder Lieferanten. Üblicherweise steht beim Kauf das Finanzinteresse nicht im Vordergrund. Dem Käufer geht es in erster Linie darum, seine Marktposition nachhaltig zu verbessern. Das gelingt zum Beispiel, wenn das Produktprogramm des zum Verkauf stehenden Unternehmens die eigenen Produkte sinnvoll ergänzt oder zu vor- oder nachgelagerten eigenen Produktionsprozessen passt. Häufig können durch den Kauf und anschließende Integration Synergie-Effekte genutzt werden, gelegentlich geht es auch darum, einen lästigen Konkurrenten “durch Aufkauf” loszuwerden.

Was auch immer das Motiv ist, der strategische Investor betrachtet und bewertet das Unternehmen nicht nur nach den reinen Zahlen und Fakten, sondern auch nach seiner Eignung für die eigenen langfristigen Ziele. Er ist daher oft bereit, mehr zu zahlen als es ein reiner Finanzinvestor tun würde. Der Verkauf an einen strategischen Investor ist daher für eine externe Nachfolge eine interessante Lösung, die einen “echten Mehrwert” bieten kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass strategische Investoren oft finanziell gut aufgestellt sind und besten Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten haben.

3. Verkauf an Private Equity-Investor

Anders ist die Interessenlage bei Private Equity-Investoren. Hier geht es meist darum, einen möglichst hohen Gewinn durch die Unternehmensbeteiligung zu erzielen – sozusagen ein Unternehmen als Geldanlage. Private Equity-Investoren erwarten wegen des überdurchschnittlichen Risikos eine überdurchschnittliche Rendite. Dafür ist er bereit, “Venture Capital” – Wagniskapital -. einzusetzen. Das Ziel ist nicht die Beteiligung auf Dauer, sondern der gewinnbringende Weiterverkauf, zum Beispiel im Rahmen eines Börsengangs. Die zeitliche Perspektive ist eher mittelfristig, sie beträgt häufig drei bis sechs Jahre.

Private Equity-Investments können sich auf ein ganzes Unternehmen beziehen, oft geht es nur um Beteiligungen. Das ist ein Hindernis für angestrebte Nachfolgen. Deshalb werden solche Investments gerne in Verbindung mit einem MBO oder MBI (siehe Pkt. 1) verwirklicht. Ein weiteres Manko besteht darin, dass Private Equity-Investoren vielfach über die Rendite hinaus kein weitergehendes Firmen-Interesse haben. Wenn es nützt, kann das Unternehmen auch zerschlagen oder in Teile zerlegt werden. Es gibt sogar Geschäftsmodelle, die auf gezielte “Ausschlachtung” setzen. Das ist vielen gestandenen Alt-Unternehmern, die am Erhalt und der Fortsetzung ihres Lebenswerks interessiert sind, ein Dorn im Auge. Umso mehr kommt es darauf an, mit einem Private Equity-Investor ein gemeinsames Verständnis für die weitere Unternehmensentwicklung zu finden. Es gibt durchaus Investoren, die dazu bereit sind.

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Fazit

Welche Art des Verkaufs auch gewählt wird, sie bedarf stets einer sorgfältigen Vorbereitung mit entsprechendem Planungsvorlauf. Bei der Gestaltung der Transaktion sind vielfältige rechtliche, steuerliche, wirtschaftliche, finanzielle und auch familiäre Interessen zu berücksichtigen. Jede Nachfolge ist ein langwieriger Findungsprozess mit intensivem Prüfungs- und Klärungsbedarf. Je früher damit begonnen wird, umso besser. Hilfreich bei der Identifizierung passender Käufer können Listen aus unserer Investoren Datenbank sein. Im Fokus stehen Private Equity Fonds und Single Family Offices, die sowohl als PE-Investor als auch als strategischer Investor auftreten.

Bildquelle: Louis Reed

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