Biotech-Startups: Diese Finanzierungsmöglichkeiten und Investoren gibt es

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Anmerkung: Das Beitragsbild zu den Finanzierungsphasen von Biotech-Startups kann gerne für eigene Zwecke verwendet werden. Wir erbitten aber eine Verlinkung zu uns sowie eine entsprechende Quellenangabe. 

Deutschland gehört zu den weltweit führenden Ländern in der medizinischen und pharmazeutischen Forschung. Dennoch kommt es vergleichsweise selten zu Uni-Ausgründungen und der Gründung von neuen Biotech-Startups. Dies mag zum Teil an der Risiko-Aversion der Deutschen legen. Zum Anderen wissen allerdings auch viele potentielle Gründer nicht, wie sie die Ausgründung ihrer Ideen finanzieren sollen. Denn gerade im Biotech-Bereich ist der Kapitalbedarf hoch. Wir stellen verschiedene Möglichkeiten vor wie junge Gründer ihre Biotech-Startups solide finanzieren können.

#1: Öffentliche Fördermittel für Biotech Startups

Die naheliegendsten Fördermittel kommen vom Staat. Zwar sind diese weniger ausgeprägt als in anderen Ländern, aber dennoch vorhanden. Gerade bei Biotech-Startups ist meist der erste Schritt die Beantragung des EXIST-Gründerstipendiums.  Mit diesem werden Uni-Absolventen mit 2500 Euro pro Monat gefördert; Studierende mit 1000 Euro pro Monat. Zudem werden Sachausgaben bei Einzelgründungen bis zu 10.000 Euro erstattet, bei Teams bis 30.000 Euro. Die Förderdauer beträgt ein Jahr, in welchem erste Prototypen entwickelt werden können und sich um eine Anschlussfinanzierung gekümmert werden kann. Zudem gibt es häufig Uni-nahe Fördermittel die man mit etwas Suche findet. Zudem sei das 2,2 Milliarden Euro schwere EU-Förderprogramm Horizont 2020 erwähnenswert. Von der EU kommt ebenfalls ein Förderprogramm zur Erforschung seltener Krankheiten. Weiterhin erwähnenswert sind Fördermittel und Wagniskapitalfonds des jeweiligen Bundeslandes oder der jeweiligen Stadt. Im Rahmen der Initiative Gründerland Bayern werden etwa der High-Tech Gründerfonds, die Bayerische Beteiligungsgesellschaft mbH, die KfW und INVEST- Zuschuss für Wagniskapital vorgestellt.

#2: Business Angels für frühe Finanzierung

Eine wichtige Rolle bei der Finanzierung junger Biotech Startups übernehmen in Deutschland Business Angels. Diese sind besonders in den ersten Finanzierungsphasen relevant. Business Angels stellen Wagniskapital für die ersten Schritte im Gegenzug für Anteile bereit. Damit können Biotech-Gründungen die erste Zeit überbrücken bis zur ersten Venture Capital Finanzierungsrunde. Viele der wichtigsten Business Angels sind etwa Teil im b-to-v Netzwerk. So erhielt das Biotech-Startup Spindiag aus Freiburg beispielsweise mehrere Millionen Euro durch Business Angels. Spindiag forscht an Mitteln gegen Multiresistente Keime. Viele Business Angels im Biotech und Lifescience Bereich haben selbst einen Hintergrund in diesem. Ein gutes Beispiel hierfür ist Prof. Dr. Detlev Riesner: der Gründer der heute börsennotierten Qiagen N.V. Investiert nun in Biotech Startups wie Pantherna Therapeutics oder Numaferm.

#3: Single Family Office Investments

Single Family Offices sind die Investmentfirmen hochvermögender Familien. An sich übernehmen die auf Biotech-Investments spezialisierten Family Offices eine ähnliche Rolle wie Business Angels. Der Unterschied liegt meist in den Volumina und der Funding-Frequenz. Family Offices sind durch ihren hohen Kapitalstock in der Lage auch späte Finanzierungsrunden im zweistelligen Millionenbereich mitzufinanzieren, aber auch zahlreiche Seed-Runden pro Jahr zu begleiten. Ähnlich wie bei den Business Angels kommen viele Biotech Single Family Offices auch aus dem entsprechenden Bereich. Bestes Beispiel sind die Strüngman Single Family Offices. Andreas und Thomas Strüngmann sind die Gründer des deutschen Pharmaunternehmens Hexal. Die Firma verkauften sie 2005 für 7,5 Milliarden USD an Novartis. Durch ihre Family Offices – unter anderem ATHOS Service – finanzieren die Strüngmanns verschiedene Biotech Unternehmen. Ein bekanntes ATHOS Portfoliunternehmen ist BioNTech. Das in Mainz ansässige Unternehmen wurde 2008 gegründet und forscht an personalisierten Impfstoffen die beispielsweise gegen Krebszellen vorgehen. Auch Dietmar Hopp investiert über die Firma Dievini in Life und Health Science Unternehmen. Die investierten Unternehmen sind in der Onkologie, Neurologie, Infektiologie und Zelltherapie aktiv. Beispielhafte Portfoliounternehmen: CureVac (Tübingen), Expedeon AG (Heidelberg), Heidelberg Pharma AG (Ladenburg) oder Cosmo Pharmaceuticals (Dublin, IR). Zahlreiche Single Family Offices die in Biotech Startups investieren sind in unserer Liste der größten deutschen Single Family Offices mit über 200 Einträgen zu finden. Für Biotech-Unternehmen in fortgeschritteneren Finanzierungsrunden – wie etwa BioNTech – können auch die 400 größten europäischen Single Family Offices interessant sein.

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#4: Venture Capital und Private Equity im Biotech Bereich

Für Biotech-Startups die über die Anfangsphase herausgewachsen sind und die sich zunehmend klinischen Studien und der Kommerzialisierung ihrer Wirkstoffe und Produkte zuwenden sind Wagniskapital-Fonds (englisch: Venture Capital) die richtigen Ansprechpartner. Venture Capital Fonds steigen meist in in späten Seed-Runden oder ab Series A Finanzierungen in Biotech- und Lifescience-Unternehmen ein. Das schon zuvor erwähnte deutsche Krebsforschungs Unternehmen BioNTech sammelt im Juli 2019 etwa eine 325 Millionen Euro Series B Runde ein. Bei ähnlich hohen Beträgen können nur das Family Office der Strüngmanns sowie Venture Capital Fonds wie Jebsen Capital, Mirae Asset Financial Group, Steam Athena und BVCF mithalten.

Auf Biotech spezialisierte VCs sind zudem meist in der Lage die jungen Unternehmen bis hin zur Kommerzialisierung der Medikamente mit Kapital, Know-How und Kontakten zu begleiten. Dies kann Hunderte Millionen kosten und lange Jahre dauern. Bei der erfolgreichen Lizenzsierung von neuen Medikamenten und Wirkstoffen sind die Investments dennoch sehr lohnenswert für die VCs. Erwähnenswerte in Deutschland aktive VCs sind etwa TVM oder Edmond de Rothschild Life Sciences. Eine wichtige Rolle spielen auch sogenannte Corporate VCs: die Venture Capital Bereiche von Pharmafirmen. Ein Beispiel ist etwa der Boehringer Ingelheim Venture Fund. Corporate VCs und reguläre Venture Capital Fonds die in Deutschland aktiv sind und in Biotech investieren finden sich in unserer Liste der 200 größten Venture Capital Fonds. In späteren Finanzierungsrunden – etwa vor einem möglichen Börsengang – stellen auch Private Equity Unternehmen Finanzierungen zur Verfügung. Diese können dann im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich liegen. Auch hierfür haben wir eine passende Liste der größten deutschen Private Equity Investoren.

Bildquelle: Thought Catalog

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