Die größten kommunalen Wohnungsbaugesellschaften Berlin – Liste der Top 3

Wohnungsbaugesellschaften Berlin

Wohnungsbau ist ein Thema, das in Berlin in aller Munde ist. Auf der einen Seite ist der Berliner Immobilienmarkt einer der attraktivsten Anlagemärkte in der heutigen Zeit (wovon die 300 größten Immobilieninvestoren Deutschlands genauso profitieren wie etwa die Top 400 Hausverwalter aus Berlin), andererseits sorgt ein überhitzter Mietmarkt für Verdrängung und Wohnungsnot in der deutschen Hauptstadt. Dieser Artikel stellt drei öffentliche Akteure vor, die dagegen etwas tun, durch den Bau und Erhalt von öffentlichen Wohnungen.

DEGEWO – Bestand 75.000 Wohnungen

Die Deutsche Gesellschaft zur Förderung des Wohnungsbaues ist eine der sechs noch in öffentlicher Hand befindlichen Wohnungsbaugesellschaften Berlins. Ihr Fokus liegt auf dem Süden und Osten Berlins. Besonders in Neukölln, Köpenick und Marzahn unterhält sie einen Großteil ihrer Wohnungen und schafft auch neuen weiteren Wohnraum. Weitere Gebiete sind Steglitz Zehlendorf, Mitte und ein sehr großes Projekt in Spandau, wo neue Wohnungen in Planung und im Bau sind. Die Geschichte der Degewo beginnt 1924 mit großer Wohnungsnot in Berlin. Die Einrichtung der Gesellschaft sollte für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sorgen und so das Problem lösen. Aktuell unterhält die Degewo laut eigenen Angaben 75000 Wohnungen innerhalb von Berlin und plant bis 2021 jedes Jahr 1500 Wohnungen neu zu bauen. Die 1270 Angestellten kümmern sich um eine kontinuierliche Erweiterung, Pflege und Planung des Bestandes. Insbesondere eine nachhaltige Quartiersentwicklung steht für DEGEWO im Fokus, um so insbesondere auch ärmeren Schichten Teilhabe und ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Die DEGEWO erweitert ihren Bestand nicht nur durch den Neubau von Immobilien, sondern auch durch die Akquisition von Bestandsimmobilien, die ihren Kriterien entsprechen, zum Beispiel maximal 20% Anteil an Gewerbe und S-Bahn Anschluss ans Stadtzentrum. Die DEGEWO besteht aus fünf Tochterunternehmen, die sich um Energie und Internet, die kaufmännische Verwaltung der Häuser, Hausmeister und Reparaturdienste, das Eintreiben von Mietschulden und Gebäudereinigung, kümmert.

HOWOGE – Bestand 61.000 Wohnungen

HOWOGE ist eine weitere große Wohnungsbaugesellschaft aus Berlin, mit einem starken Fokus auf den Osten Berlins. Sie ist 1990 entstanden aus der Kommunalen Wohnverwaltung Ost-Berlins und hat zu einem Großteil Plattenbauten, die während der DDR Zeit erbaut wurden, in ihrem Bestand. Diese werden und wurden sukzessive erneuert und renoviert und befinden sich zum Großteil in den Bezirken Pankow, Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick und Lichtenberg. Die HOWOGE ist die ausführende Kraft hinter der Berliner Schuloffensive, die bestehende Schulen sanieren und neue Schulen bauen soll, um dem erhöhten Bedarf, der in Berlin besteht, gerecht zu werden. Insgesamt sollen 41 Schulen im gesamten Berliner Stadtgebiet neugebaut bzw. saniert werden. Wie die anderen Berliner Wohnbaugesellschaften ist auch die HOWOGE Anbieter von Gewerberäumen und über 700 Unternehmen konnten bereits Platz finden in Räumlichkeiten der HOWOGE. Der Bestand aktuell besteht aus über 61000 Wohnungen und knapp 750 Gewerben zusätzlich zu über 10000 sonstigen Wohneinheiten. Die Mieteinheiten bestehen zu drei vierteln aus Plattenwohnungen. Diesen Bestand betreuen über 700 Mitarbeiter professionell, mit einem 24 stündigen Hausmeisterservice für etwaige Notfälle. Neue Quartiere, die zur Bebauung geplant sind, werden von der HOWOGE ausgeschrieben in Form eines Architekturwettbewerbes, wie für öffentliche Ausschreibungen üblich und dann nach Kriterien des Preises, der Sozialverträglichkeit, Anpassung und Eingliederung in die Umwelt und das Stadtbild ausgewählt und durchgeführt.

Gewobag – Bestand 62.000 Wohnungen

Die Gewobag wurde vor 100 Jahren gegründet als Heimstätten AG Groß Berlin um minderbemittelte Familien und Einzelpersonen den Zugang zu günstigem Wohnraum zu ermöglichen. Das Ziel des Unternehmens hat sich bis heute erhalten und wurde noch um Themen wie Diversität, Nachhaltigkeit und Digitalisierung ergänzt. Die Gewobag erzeugt über 10.000 Kilowattstunden eigenen Solarstrom für die Nutzung durch eigene Mieter. Ebenso steht das Thema Energie und Wärmeerzeugung auf der Agenda und wird gelöst mit dem Betrieb von eigenen Blockheizkraftwerken, die sowohl Strom als auch Wärme für die umliegenden Quartiere bereitstellen können. Außerdem bietet sie Lösungen bezüglich Mobilität in Pilotprojekten gemeinsam mit der BVG an. So entstehen Orte an denen man Roller, Fahrräder oder Autos ausleihen kann, als Ergänzung zum öffentlichen Personen Nahverkehr. Sie hat den Fokus auf Westberlin und alles begann mit Einfamilienhäusern um den Heimstättenweg in Berlin Steglitz im Jahre 1920. Die Gewobag ist weiterhin einer der großen Hausverwalter für andere Eigentümer in Berlin mit einem Bestand von über 18000 Wohneinheiten, seien es Mietwohnungen oder Eigentümergemeinschaften. Der eigene Bestand der Gewobag beträgt über 62000 Wohnungen in Berlin. Das Ziel ist den Bestand durch Ankäufe und Neubauten auf 72600 zu erhöhen bis zum Jahr 2026, um dem Ziel einer sozialeren Wohnungspolitik und bezahlbaren Mieten gerecht zu werden. Gewobag ist laut eigenen Angaben die Wohnungsbaugesellschaft mit den meisten Ankäufen von privaten Eigentümern.

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Bildquelle: Jonas Tebbe

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