Erfolglose Private Equity Beteiligung: Gilde und Eismann

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In der Regel berichten wir hier gerne über besonders eindrucksvolle oder erfolgreiche Private-Equity Investitionen. Hierzu übrigens unsere Liste der Top 150 Private Equity Unternehmen in Deutschland. Dass aber in der Realität nicht immer alle Investments gelingen und mit hohem Gewinn weiter veräußert werden können, sollte jedem klar sein. Im Folgenden möchten wir nun ein Negativbeispiel für ein Investment präsentieren und näher auf das 2011, durch den Private-Equity-Kapitalgeber Gilde Buy Out Partners, erworbene Lebensmittelunternehmen Eismann eingehen. Hier finden Sie zudem unsere Liste der Top 200 Lebensmittelhersteller in Deutschland.

Eine der größten Mid-Market Buy-Out Investment-Firmen Europas: Gilde Buy-Out Partners

Die niederländische private Equity Gesellschaft, über die wir vor Kurzem auch schon im Rahmen von Private-Equity Fonds, die in Lebensmittelhersteller investieren berichtet haben, wurde 1982 gegründet und beteiligte sich seither an über 250 Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen in den Beneluxstaaten, Deutschland, Österreich, Schweiz und Frankreich. Durch fünf aktive Fonds verwaltet das Unternehmen derzeit über drei Milliarden Euro und zählt somit zu den größten Private Equity Investoren in Europa.

Eismann: Eine vielversprechende, traditionsreiche Firma

Die Eismann Tiefkühl-Heimservice GmbH ging 1974 als Tochterfirma der 1964 gegründeten Milchhof-Eiskrem GmbH & Co. KG hervor. Das Geschäftsmodell bestand darin, Eis, Torten und Tiefkühlkost direkt zum Kunden nach Hause vor die Türe zu liefern. Heute bietet das Unternehmen knapp 1700 Tiefkühl-Produkte aller Art an und beliefert damit Europa sowie Brasilien. In Deutschland ist das Unternehmen auf dem hart umkämpften Markt für Tiefkühl-Lieferungen nach Bofrost auf Platz Zwei. Stand 2012 waren ca. 700 Mitarbeiter beschäftigt die einen Umsatz von knapp 480 Millionen Euro erwirtschaften konnten.

Gilde und Eismann: Eine erfolglose Private Equity Beteiligung

Gegen Ende 2011 verkaufte die Intermediate Capital Group, sowie Teile des Eismann-Managements, ihre Unternehmensanteile an Gilde Buy-Out Partners, die somit zum Mehrheitseigentümer wurden. Ende 2018 kündigte der geschäftsführende Gesellschafter der Eismann-Gruppe an, dass man einen neuen Mehrheitsanteilseigner suchen würde. Gilde Buy-Out Partners will anscheinend seine Anteile komplett veräußern. Nun wurde vor kurzem bekannt, dass dies bislang nicht gelungen ist und Gilde das Investment wohl verlieren wird. Auf Druck der Banken wurde die Cornelius Treuhand Holding aus Frankfurt damit beauftragt, die Aufsicht über Eismann zu übernehmen und das Unternehmen im Rahmen eines strukturierten M&A-Prozesses zu veräußern. Alle Versuche hierzu seitens Gilde Buy-Out Partners zuvor waren ergebnislos im Sand verlaufen. Grund hierfür könnte die seit 2008 rückläufige Umsatzentwicklung der Eismann-Gruppe sein. 2016 konnte die Gruppe nur noch einen Umsatz von 321 Millionen Euro vorweisen und schrieb einen Fehlbetrag von 11,5 Millionen Euro. Für 2018 wird sich der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf ca. 15 Millionen Euro belaufen.

Mögliche Gründe für das Scheitern von Eismann

Ursprünglich war Gilde Buy-Out Partners 2011 damals bei Eismann eingestiegen, um gemeinsam das Geschäft in Italien durch Hinzunahme weiterer Produkte auszubauen. Zum selben Zeitpunkt führten aber auch immer mehr Supermarktketten ihre eigenen Lieferdienste ein. Zudem traten diverse Anbieter für Kochboxen (z.B. Amazons Hello Fresh) auf den Markt. Noch mehr Konkurrenz entstand dann, als Supermärkte damit begannen, zusätzlich ihre eigenen Online-Lieferdienste anzubieten (z.B. Rewe).

Quellen:
Foto: Lily Banse
Artikel:
Wirtschaftswoche.de (14.11.2019)
Finance-Magazin.de (14.11.2019)

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