Investoren für Logistikimmobilien-Portfolios: Diese 3 Investoren kaufen an

Investoren für Logistikimmobilien-Portfolios: Diese 3 Investoren kaufen an

Als Logistikimmobilien bezeichnet man Gebäude, die zur Lagerhaltung, Kommissionierung oder Distribution von Waren dienen. Vom Gebäudetypus her handelt es sich um Lagerhallen – in der Regel mit größeren Flächen ab 5.000 qm aufwärts. Manchmal enthalten Logistikobjekte zusätzlich auch Büroräume oder sonstige Gewerbeflächen.

Logistikimmobilien, die alternativ für niedrigstufige Fertigung einsetzbar sind und Mehrzwecknutzungen ermöglichen, werden auch gerne als Light Industrial Immobilien oder Light Industrial Real Estates bezeichnet. Nicht jede Logistikimmobilie ist allerdings ein Light Industrial Objekt und es gibt Light Industrial Immobilien, die keine Logistikobjekte sind. Insofern sind beide Begriffe nicht deckungsgleich, es gibt aber auch keine trennscharfe Abgrenzung.

Investments in Logistikimmobilien haben in den letzten Jahren stark an Bedeutung zugenommen. Dies ist zu einem guten Teil dem E-Commerce-Boom zu verdanken. Die dynamische Entwicklung des Internet-Handels schafft einen wachsenden Bedarf an Logistikflächen, um die punktgenaue Belieferung der Käufer sicherzustellen. Nach Angaben des Gewerbeimmobilien-Dienstleisters Colliers International wurden 2018 in Deutschland rd. 6,8 Mrd. Euro in Logistik- und Light Industrial Immobilien investiert. 2017 waren es sogar 8,7 Mrd. Euro. Der Rückgang ist nicht etwa auf fehlendes Interesse zurückzuführen, sondern mangelnden Gelegenheiten und weniger Portfolio-Deals geschuldet. Auch in diesem Jahr gab es einige bemerkenswerte Investments und Transaktionen mit maßgeblicher deutscher Beteiligung – im In- und Ausland. Drei Deals stellen wir hier vor. Involviert waren dabei Investoren aus unserer Liste der größten Logistikimmobilien-Investoren Deutschlands.

1. PATRIZIA Immobilien AG – Engagement in den Niederlanden

Die PATRIZIA Immobilien AG ist ein 1984 gegründeter, in Augsburg ansässiger Immobilieninvestor. Das Unternehmen organisiert und managt Immobilieninvestments für private und institutionelle Anleger. In diesem Rahmen kauft PATRIZIA Immobilien sowohl Wohnimmobilien als auch Gewerbeimmobilien. Die Finanzierung erfolgt über offene und geschlossene Investmentfonds, Alternative Investmentfonds und Club Deals. Dabei engagiert sich PATRIZIA Immobilien ggf. auch als Co-Investor. Die Assets under Management beliefen sich Ende 2018 auf rd. 41 Mrd. Euro. War die Investment-Tätigkeit ursprünglich auf den Raum Augsburg-München konzentriert, erweiterten sich die Aktivitäten im Zeitablauf geografisch immer mehr.

Heute bezeichnet sich PATRIZIA Immobilien selbst als pan-europäischen Investor, der über die Grenzen des Kontinents hinausblickt. Zu den Investments des Jahres 2019 gehört ein Engagement in den Niederlanden in ein Logistikimmobilien-Portfolio. In der ersten Jahreshälfte wurden insgesamt 131.000 qm Logistikfläche in Rotterdam, Moerdijk und Bergen op Zoom vom holländischen Immobilieninvestor und -entwickler DHG erworben. Das Transaktionsvolumen beläuft sich auf 130,8 Mio. Euro. Die Objekte sind dem Fonds “PATRIZIA Logistik-Invest Europa II” zugeordnet. Die Standorte liegen auf dem logistisch wichtigen Südkorridor von Rotterdam nach Antwerpen und Belgien. Ein Teil der Flächen ist für Gefahrgutumschlag geeignet, ein lukratives Marktsegment.

2. Nagel-Group SE & Co. KG mit Cruzon Capital Partners und Barings – Sale and Lease Back im Bereich Lebensmittellogistik

Die Nagel Group im westfälischen Versmold ist ein europaweit tätiger Lebensmittellogistiker mit Tradition. Das Familienunternehmen wurde bereits 1935 gegründet. Das Kerngeschäft besteht in Lebensmitteltransporten – zu Lande, auf dem Wasser und in der Luft. Darüber hinaus befasst sich die Nagel Group mit Beschaffungslogistik, Kontraktlogistik, Lagerhaltung, Kommissionierung, Konfektionierung und weiteren Mehrwertdiensten. Ab den 1980er Jahren begann man mit der Erschließung ausländischer Märkte. Heute ist Nagel mit Töchtern in weiten Teilen Europas vertreten.

Bei dem hier vorgestellten Immobilienlogistik-Deal ging es nicht um Kauf, sondern um Verkauf von Immobilien mit gleichzeitiger Rückmietung – im Fachjargon “Sale an Lease Back” genannt. Solche Transaktionen dienen oft der Gewinnung von Liquidität und der Bilanzoptik. Im Falle Nagel wollte man sich mit dem Verkauf auch strategisch flexibler aufstellen. Ende März einigte sich die Nagel Group mit den beiden Käufern, dem Core+- Fonds “Cruzon Capital Partners 5 LL (CCP 5 LL)” und Barings in Vertretung eines institutionellen Investors, auf die Übertragung von insgesamt 34 Immobilien mit einer Fläche von 260.000 qm. 26 Objekte liegen in Deutschland, 8 in Dänemark. CCP 5 LL übernimmt 27 Liegenschaften, Barings 7. Die langfristige Rückmietung durch Nagel ist sichergestellt.

3. Union Investment AG – Kauf eine Logistikimmobilien-Portfolios von TST

Die Union Investment ist eine der größten deutschen Fondsgesellschaften und gehört zur Gruppe der Volks- und Raiffeisenbanken. Im Fondsspektrum werden auch Immobilienfonds abgedeckt. Union Investment investiert in diesem Rahmen bevorzugt in Gewerbeimmobilien. Das Logistikimmobilien-Portfolio umfasst nach den Käufen dieses Jahres 22 Objekte und Projekte mit einem Marktwert von rund 1 Milliarde Euro. Union Investment hält insgesamt rd. 300 Objekte in 24 verschiedenen Ländern.

Der im September bekannt gegebene Deal mit dem Logistikdienstleister Trans Service Team (TST) betrifft eine bestehende Logistikimmobilie und drei Projektentwicklungen im Ruhrgebiet und in Rheinhessen. Ziel ist eine Aufstockung des Immobilienportfolios des Fonds UniImmo – eines offenen Publikumsfonds der Tochter Union Investment Real Estate. Das Bestandsobjekt in Dortmund hat eine Mietfläche von rund 24.000 qm. In unmittelbarer Nachbarschaft wird eine weitere Immobilie mit 17.000 qm Fläche erstellt. Die beiden anderen Projektentwicklungen beziehen sich auf ein 30.000 qm großes Logistikzentrum in Bönen östlich von Dortmund und eine Logistikimmobilie mit 49.000 qm Fläche in Worms. Das Transaktionsvolumen beträgt rd. 120 Mio. Euro.

Bildquelle: Marcin Jozwiak

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