Schweizer Immobilieninvestor und Bauträger im Portrait: Zug Estates

Schweizer Immobilieninvestor und Bauträger im Portrait: Zug Estates

Zug Estates ist eine Immobiliengruppe in der Schweizer Kantonshauptstadt Zug. Als selbständiges Unternehmen existiert Zug Estates seit 2012. Immobilieninvestments im Bereich der Stadt Zug bilden das Kerngeschäft, man konzentriert sich bewusst auf die Region. Der Gesamtwert des Immobilien-Portfolios beträgt aktuell (Stand Mitte 2019) rd. 1,61 Mrd. CHF – und damit zählt Zug Estates zu den 100 größten Schweizer Immobilieninvestoren sowie zu den 100 größten Schweizer Bauträgern.

Zug Estates ist durch Ausgliederung des Immobilien-Bereichs der Metall Zug AG entstanden. Metall Zug ist ein Schweizer Industriekonzern im Bereich Apparate-, Geräte- und Maschinenbau. 2012 wurde das Immobilien-Portfolio des Konzerns unter dem Dach der Zug Estates Holding AG gebündelt. Deren Aktien wurden noch im gleichen Jahr an die Börse gebracht. Man erhoffte sich durch die Aufspaltung ein klareres Profil und gesteigertes Anlegerinteresse. Die Trennung von Industrie- und Immobilien-Aktivitäten sollte einen spürbaren Mehrwert bewirken. Wir stellen Zug Estates in seiner heutigen Form detailliert vor

Börsennotiertes Schweizer Immobilienunternehmen mit Familien-Mehrheit

Trotz der Börsennotierung: 66 Prozent der Zug Estates-Stimmrechte liegen nach wie vor in der Hand der Unternehmerfamilie Buhofer, die auch die Metall Zug AG kontrolliert. Es handelt sich de facto um ein Familienunternehmen. Die Zug Estates Holding AG bildet die Dachgesellschaft der Unternehmensgruppe. Darunter sind die beiden 100 Prozent-Töchter Zug Estates AG und Hotelbusiness Zug AG angesiedelt. Die Zug Estates-AG verfügt wiederum über einen 72,25 Prozent-Anteil an der Miteigentümergemeinschaft Metalli.

Das Immobilien-Portfolio verteilt sich weitgehend auf zwei Flächen: das Zentrumsareal in Zug mit dem Metalli-Komplex als Herzstück und das Areal Suurstoffi in Risch Rotkreuz, einer Gemeinde vis-à-vis von Zug am Westufer des Zuger Sees. Wertmässig machen beide Areale zusammen rd. 99 Prozent des Immobilien-Portfolios mit in etwa gleichen Anteilen aus. Nachfolgend werden beide Areale kurz vorgestellt:

  • Zentrumsareal/Metalli: dieses Areal umfasst eine Fläche von knapp 59.000 qm im Umfeld des Zuger Bahnhofs mit insgesamt 13 Liegenschaften. Der Marktwert liegt (Stand Mitte 2019) bei gut 816 Mio. CHF. Der Metalli-Bereich besteht aus einem Komplex mit sechs Liegenschaften. Es handelt sich überwiegend um Geschäfts- und Büroflächen. Aber auch eine Wohnanlage und ein Hotel befinden sich hier. Der zweite, sich nordöstlich anschliessende Areal-Teil besteht überwiegend aus Wohnbebauung in Form von mehrgeschossigen Wohnbauten und Wohnanlagen unterschiedlichen Alters. Auch ein weiteres grosses Hotel und ein Apartmenthaus finden sich hier. Insgesamt bietet das Areal Arbeitsplätze für 2.000 Menschen und Wohnraum für rd. 700 Bewohner. Die Verkaufsfläche beläuft sich auf insgesamt 16.000 qm. Es gibt auch Infrastruktur-Einrichtungen (Gesundheits-Service, Kinderbetreuung, Aus- und Weiterbildung, Jugendkultur). Beide Hotels im Areal werden von der Tochtergesellschaft Hotelbusiness Zug AG betrieben.
  • Suurstoffi: das Areal Suurstoffi ist eine noch nicht ganz abgeschlossene Quartiersentwicklung im westlichen Gemeindegebiet von Risch Rotkreuz. Wichtigster Bestandteil des Quartiers ist der im September 2019 neu eröffnete Campus Zug-Rotkreuz der Hochschule Luzern. Das Departement Informatik und das Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ des Departements Wirtschaft sind hier angesiedelt. Mit der Quartiersentwicklung durch Zug Estates wurde bereits 2010 begonnen. Im Endausbau soll das Quartier Platz für 2000 Studierende, 1.500 Bewohner und 2.500 Arbeitsstellen bieten. Auf einer Fläche von rd. 105.000 qm befinden sich insgesamt 11 Liegenschaften, zum grössten Teil sind die Bauvorhaben bereits realisiert. Neben Gebäuden der Campus Hochschule Luzern handelt es sich um Wohnkomplexe, gemischt genutzte Gebäude und Büroobjekte. Das “Highlight” des Quartiers ist der 21geschossige Wohnturm Aglaya – ein begrüntes Hochhaus mit Büro- und Konferenzräumen in den ersten vier Etagen.

Immobilien-Strategie von Zug Estates

Zug Estates sieht Immobilien-Investments auf den gesamten Lebenszyklus eines Objektes bezogen. Angestrebt sind Konzeption, Entwicklung, Errichtung, Bewirtschaftung und Wertsicherung der Immobilien im Bestand in Eigenregie. Entwicklungskonzepte sollen nachhaltig und ressourcenschonend sein. Bei der Anlagepolitik befolgt Zug Estates folgende Grundsätze:

– neben der Bewirtschaftung und Verwaltung des bestehenden Immobilien-Portfolios sollen weitere Investments getätigt und Projekte entwickelt werden. Ziel ist die Mehrung des eigenen Immobilien-Vermögens, die zusätzlichen Objekte sollen langfristig im Bestand gehalten werden;
– geographisch werden Neuerwerbungen auf einer Achse Zürich – Zug – Luzern bevorzugt. Auch ein Kauf ausserhalb davon ist möglich, wenn er interessante Perspektiven bietet. Es wird aber nur in der Schweiz investiert;
– angestrebt ist eine breite Diversifikation (Wohn-, Dienstleistungs-, Retailobjekte, Hotel- und Gewerbebauten, Parkhäuser).

Finanziell solide aufgestellt

Bei Zug Estates legt man auf eine solide Finanzierung Wert. Der Fremdkapitalanteil in der Bilanz soll 40 Prozent nicht überschreiten, das Investment überwiegend eigenfinanziert sein. Die erzielten Reingewinne sollen teilweise wieder reinvestiert werden, man strebt ein organisches Wachstum an. Dabei werden Ausschüttungen nicht vernachlässigt. Angestrebt ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Thesaurierung und Ausschüttung mit Ausschüttungsquoten bis zu 50 Prozent.

Bildquelle: Peter Wormstetter

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