Rohstoffwandel in der Chemiebranche – Was verbirgt sich dahinter?

Rohstoffwandel in der Chemiebranche - Was verbirgt sich dahinter?

Die Chemiebranche weltweit steht in den nächsten Jahren vor einer großen Herausforderung: der größte Teil der Wertschöpfung in der Chemie beruht auf Kohlenstoffverbindungen. Diese Kohlenstoffverbindungen befinden sich lediglich in 3 Quellen, auf die zugegriffen werden können: Fossile Rohstoffe, wie etwa Kohle, Erdgas oder Erdöl, Biomasse oder Kohlendioxid. Hierbei machen fossile Rohstoffe in etwa 15% der Rohstoffsumme aus. In Anbetracht dessen, dass fossile Rohstoffe endlich sind, werden diese zum einen immer teurer aber eben auch seltener, mit der Perspektive, dass in mittellanger Zukunft nicht mehr ausreichend fossile Rohstoffe, insbesondere Erdöl, mehr verfügbar sein werden. Dementsprechend muss die Chemieindustrie umdisponieren und die anderen Quellen verstärkt nutzen. Dieser Artikel basiert auf der einmaligen Top 600 Chemie Unternehmen Deutschland – Liste der größten Chemiekonzerne.

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  • Inklusive: Umsätze (2018, 2017, 2016, 2015), Mitarbeiterzahlen, E-Mail, Adresse, Telefonnummer, Geschäftsführung, etc.
  • Detaillierte Angaben zu Branche und Tätigkeitsgebiet (Spezialchemie, Pharma, Lacke- und Farben, Bauchemie, etc.)
  • Download jederzeit gültig, kostenlose Updates innerhalb eines Jahres nach Kauf, kostenlose Vorschaudatei verfügbar
  • Letzte Aktualisierung: 07.08.2020

Schrittweise Ablösung von Erdöl

Da die Einbindung von Erdöl in die (deutsche) Chemiebranche, insbesondere in die Petrochemie, so tief verwurzelt ist, wird es eine Weile dauern, bis Erdöl nicht mehr der führende Rohstoff sein wird. Voraussichtlich wird Erdöl zunächst durch Erdgas abgelöst, allerdings steht die Branche hier noch vor einigen Herausforderungen – denn bis dato ist die direkte Umwandlung von Erdgas in fertige Produkte noch nicht möglich. Kohle wäre danach ein möglicher Ansatzpunkt, allerdings fällt hier eine Menge Kohlenstoffdioxid bei der Verarbeitung an. Dementsprechend sind in Anbetracht des Klimawandels andere Möglichkeiten wie der Ausbau von Nebenströmen der Nahrungs- und Futtermittelindustrie oder die Aufarbeitung von Biomasse nachhaltiger. Die langfristigste und klimafreundlichste – Lösung ist sogar die Herstellung eines regenerativen Wasserstoffs ohne Kohlendioxid Ausstoß denkbar, der beispielsweise aus der Wasserelektrolyse von erneuerbaren Energien gewonnen werden kann.

Disruptive Startups als Vorreiter

Wie fast in allen Branchen lohnt es sich, um einen Einblick in innovative Ideen und Lösungen zu gewinnen, einen Blick in die Startup Branche zu werfen. Ein sehr vielversprechendes Startup ist Opus-12. Das in Kalifornien ansässige Startup hat eine Technologie entwickelt, durch die CO₂ nur mit Wasser und Strom in verschiedenste Chemikalien/Kraftstoffe recycelt werden kann. So kann gleichzeitig der Ausstoß in die Atmosphäre verringert werden und die dringend benötigten Chemikalien werden nachhaltig hergestellt. Ein weiteres Beispiel für ein gelungenes Geschäftsmodell ist das finnländische Unternehmen Neste  – Neste stellt verschiedenste erneuerbare Produkte her, unter anderem auch ein aus 100% erneuerbaren Ressourcen hergestellter Diesel Kraftstoff.

Chemie Branchenreport DeutschlandDieser Artikel basiert zum einen auf unserer Liste der 600 größten Chemieunternehmen in Deutschland und zum anderen auf unserem Chemie-Industrie Report. In unserem Branchenreport der deutschen Chemie Branche finden Sie detaillierte Informationen zu Tätigkeitsgebieten, einen Überblick über die Standorte und Cluster der Chemiebranche, Finanzkennzahlen sowie Einblicke in die Geschlechterverteilung und Nachhaltigkeitsbestrebungen der Branche.

Quelle: Dechema, 26.04.2021 Bildquelle: Unsplash

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