In Hamburg stellt das Thema bezahlbarer Wohnraum schon seit langer Zeit eine Herausforderung dar. Die drei hier vorgestellten Wohnungsbaugenossenschaften sind sehr große Anbieter von bezahlbarem Wohnraum und können eine sehr lange Geschichte vorweisen. Die große Not und das Elend der Arbeiter im 19. Jahrhundert, die unter elenden Bedingungen in überfüllten Wohnungen hausen mussten, war einer der Gründe für die Gründung solcher Bauvereine oder Wohnungsbaugenossenschaften. Die drei Hamburger Genossenschaften sind Teil unserer Liste der 200 größten Baugenossenschaften und kommunalen Wohnungsbaugesellschaften Deutschlands.

Bauverein der Elbgemeinden eG – Wohnungsbestand 14.000 Wohnungen

Die BVE schaut zurück auf über 120 Jahre Geschichte seit der Gründung 1899. Die Gründung wurde damals maßgeblich beeinflusst vom Bau der Speicherstadt, die auf einen Schlag über 24000 Menschen wohnungslos machte, um Platz zu schaffen für die Erweiterung des Hafens. Die Wohnanlagen der BVE konzentrieren sich auf das Zentrum und den Norden Hamburgs. Aktuell sind vier Bauprojekte in Planung und Durchführung, eines in der Hafencity mit einer Kapazität von 80 Wohnungen, wobei hiervon 28 an Menschen mit Assistenzbedarf gehen, denen so lebenswürdiger Wohnraum ermöglicht werden soll. Weitere Neubauprojekte entstehen in Winterhude, Altona und Barmbek Nord, mit einer Gesamtkapazität von 354 neuen Wohnungen. Der Wohnungsmarkt in Hamburg ist nach wie vor angespannt, was man auch daran sehen kann, dass keine der 14000 Wohnungen aktuell leer steht, sondern es Vollvermietung gibt. Die BVE verfügt über eine angeschlossene Stiftung das Geld bereit stellt für die Belange von notleidenden Menschen der Genossenschaft, die Organisation von Gemeinschaftsveranstaltungen für Kinder und Jugendliche und den Bau von Kinderspielplätzen, Jugendfreizeitstätten und Altentagesstätten. Der Fokus beim Bau liegt ganz klar auf der Schaffung von Wohnraum für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen. Es sind aktuell 121 Menschen beschäftigt bei der BVE, die 14005 Wohnungen bewirtschaften dazu kommen noch knapp 1400 Plätze in Kindertagesstätten und bei der Kindergenossenschaft BVE Kids, sowie 12 Nachbarschaftstreffs.

HANSA Baugenossenschaft eG – Wohnungsbestand 9.718 Wohnungen

Die Hansa Baugenossenschaft wurde 1925 gegründet aus ähnlichen Überlegungen wie die BVE bereits 26 Jahre zuvor. Das beheben der Wohnungsnot war das erklärte Ziel des Bauvereins. Über die Jahre konnte die Genossenschaft den Bestand stetig ausbauen auf aktuell 9718 Wohnungen. Jedoch wird es nicht dabeibleiben, es sind einige Neubauprojekte, verteilt über die ganze Stadt in Planung. Aktuell befinden sich weitere 226 Wohneinheiten im Bau, darunter 21 Reihenhäuser die bevorzugt an Flüchtlinge mit Bleibeperspektive abgegeben werden, zusätzlich zu Gewerbeflächen und Kita Plätzen. Im vergangenen Jahr hat Hansa 23,8 Millionen Euro aufgewendet für die Modernisierung und Instandhaltung bereits bestehender Wohneinheiten für Ihre 13.400 Genossenschaftsmitglieder. Wie die BVE verfügt auch Hansa über keine akut freien Wohnungen als Folge der hohen Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in den deutschen Metropolen. Auch bei der Hansa steht durch Angebote und dem Bau von altersgerechtem Wohnraum die Frage nach dem Leben im alter und einer würdigen Teilhabe im Mittelpunkt. Für das Bauprojekt Graasbrookpark wurde die Hansa ausgezeichnet mit dem Iconic Award 2019 in der Kategorie Innovative Architektur. Um den nachbarschaftlichen Zusammenhalt der Genossenschaftler zu bestärken legt die HANSA den Nachbarschaftsfond auf, der pro Jahr 30000€ bereit stellt für soziale, kulturelle Aktivitäten, um das Gemeinschaftsgefühl und die Zusammengehörigkeit zu bestärken.

Allgemeine Deutsche Schiffszimmerer-Genossenschaft eG – Wohnungsbestand 8.944 Wohnungen

Die Allgemeine Deutsche Schiffszimmerer Genossenschaft ist die älteste deutsche Wohnbaugenossenschaft mit über 140 Jahren bestehen, seit 1875 setzt sie sich in der norddeutschen Hafenstadt für bezahlbaren Wohnraum ein. Wie auch die zwei weiteren Wohnungsgenossenschaften übersteigt die Nachfrage nach Wohnraum bei Weitem das Angebot. Sie ist teil der Gästewohnungsdatenbank und bietet eine günstige möblierte Gästewohnung für Mitglieder anderer eingetragener Wohnungsgenossenschaften an. 2018 wurden 16,4 Millionen Euro aufgewendet für die Instandhaltung und Modernisierung von bestehendem Wohnraum. 106 Menschen sind bei der Genossenschaft beschäftigt, größtenteils in der Verwaltung der bewirtschafteten Wohnobjekte. Aktuell sind mehr als 230 Projekte in Planung, oftmals mit den bereits vorgestellten Baugenossenschaften. Um große Bauprojekte zu stemmen und attraktive Marktpreise zahlen zu können für die zu bebauenden Grundstücke ist es üblich das sich mehrere Genossenschaften zusammentun, um dann ein Quartier oder eine größere Wohnanlage gemeinsam zu bebauen. Die verwaltenden Wohnungen erstrecken sich über das gesamte Stadtgebiet mit einem besonderen Fokus auf den Hamburger Norden. Im Gegensatz zu anderen Genossenschaften ist es nur möglich Mitglied der Schiffszimmerergenossenschaft zu werden, wenn man auch in einer genossenschaftlichen Wohnung wohnt, es ist nicht möglich Anteile einfach so zu erwerben, eine Ausnahme sind Kinder und Enkel von aktuellen Mitgliedern, die sich Anteile sichern können um so langfristig zu Anwärtern zu werden.

Passende Beiträge zu dem Artikel der Baugenossenschaften aus Hamburg

Bildquelle: Robert Katzki

Diese Listen aus der Immobilienbranche könnten Sie interessieren


Wohnungsbaugenossenschaften sind wieder im Trend. Nach Jahren mit geringem Interesse an Baugenossenschaften steigen die Mitgliederzahlen rasant. Das zeigt auch unsere Liste der 200 größten Wohnungsbaugenossenschaften und kommunalen Wohnungsbaugesellschaften Deutschlands. Im Fall von Dresden sind sie nie wirklich aus der Mode gekommen. In diesem Beitrag möchte das Team von Listenchampion drei große und herausragende Wohnungsbaugenossenschaften vorstellen, die für bezahlbaren und sozial verträglichen Wohnraum im Raum Dresden sorgen. In Dresden, wie auch in anderen Ballungszentren, ist der Bedarf nach Wohnraum in den letzten Jahren gestiegen und sorgt für hohe Mitgliederzahlen bei den Wohnungsbaugenossenschaften und einer Leerstandsquote von nur 6% in der sächsischen Landeshauptstadt.

Wohnungsgenossenschaft Aufbau Dresden eG – 17.016 Bestandswohnungen

Die Wohnungsgenossenschaft Aufbau ist eine der größten Genossenschaften im gesamten Bundesgebiet. Gegründet nach dem Zweiten Weltkrieg überstand sie die DDR und Wendezeit und konnte ihren Bestand über die Jahre kontinuierlich erweitern. Als Mitglied im Gästewohnungsring der Wohnungsgenossenschaften vermietet sie an ihre Mitglieder ebenso Ferienwohnungen, wenn Genossenschaftler von außerhalb nach Dresden zu Besuch kommen. Die Wohnungen sind komplett saniert und befinden sich zum Großteil zwischen Elbe und großem Garten sowie dem Dresdner Osten. Der Großteil der Wohnungen besteht aus zwei oder drei Zimmer Wohnungen, welche knapp 80% des Bestandes ausmachen. Als Mitglied hat man die Wahl zwischen verschiedenen Arten von Fliesen, Innentüren und Bodenbelägen, um die Wohnung dem eigenen Geschmack anzupassen. Die Wohnungsgenossenschaft Aufbau investierte im letzten Jahr rund 42 Millionen Euro in die Sanierung und Instandsetzung der betreuten Immobilien, vor allem auch um den Brandschutz zu verbessern. Die WG Aufbau betreut in ihrem Bestand auch noch mehrere Seniorenzentren und Begegnungsstätten, um das Zusammenwohnen in den Genossenschaftswohnungen zu verbessern. Ebenso ist eine Bücherausleihe im Programm, um für die Bewohner den Austausch von Lesematerial zu ermöglichen. Aufbau bietet eine kurzzeitigere Mitgliedschaft für Studenten an, welche für vier Jahre Mitglied werden können, zu ermäßigten Konditionen, um auch dem Nachwuchs angemessenen und guten Wohnraum bereit zu stellen.

Wohnungsgenossenschaft „Glückauf“ Süd Dresden e.G. – 13.100 Bestandswohnungen

Die WGS ist die Nummer zwei der Wohnungsgenossenschaften aus dem Raum Dresden. Mit über 13000 Wohnungen ist auch sie einer der größten Verwalter von Wohnraum. Damit endet aber nicht der Tätigkeitsbereich der WGS. Sie vermietet darüber hinaus noch Gewerbeflächen, Stellplätze und vermittelt ebenso Eigentumswohnungen es werden bei Bedarf auch Grundstücke verkauft oder gekauft, abhängig von der jeweiligen weiteren Planung der Wohnungsgenossenschaft. Außerdem ist sie die Hausverwalterin von 26 Wohneigentümergemeinschaften in Dresden. Laut Medienberichten plant die WGS 2018 mit 25 Millionen Euro, um neuen Wohnraum zu schaffen und bestehenden zu erhalten und zu sanieren. Neubauprojekte der vergangenen Jahre waren der Umbau eines Supermarktes in eine Wohngemeinschaft für Demenzkranke, sowie der Bau von vier Mehrfamilienhäusern im Stile einer Stadtvilla in der Südvorstadt von Dresden. Die Raumaufteilung und Ausstattung der Wohnungen orientieren sich dabei an den Wünschen der Mitglieder. Die Mehrfamilienhäuser befinden sich nach wie vor im Bau und sollen im kommenden Jahr fertig gestellt werden, finanziert wird die Umwandlung von ehemaligen Garagen in Wohngebäude aus Eigenmitteln der Wohnungsgenossenschaft. Die Kosten laut Planung belaufen sich auf rund 2,6 Millionen Euro.  Insbesondere bei großen Bauvorhaben sieht der Vorstand der WGS größere Probleme geeignete Partner in Form von Baufirmen oder ähnlichem zu finden, die auch größere Projekte in der Lage sind zu stemmen.

Sächsische Wohnungsgenossenschaft Dresden eG – 9.586 Bestandswohnungen

Die Sächsische Wohnungsgenossenschaft gehört mit über 9500 Wohnungen ebenfalls zu den größeren Wohnungsgenossenschaften aus dem Raum Dresden. Sie ist ebenso im Neubau von Genossenschaften tätig und erweitert somit Portfolio an bezahlbarem Wohnraum für ihre Mitglieder. Aktuell werden in der Struvestraße zwei Mehrfamilienhäuser gebaut mit 52 Wohnungen und dazugehöriger Tiefgarage. Die Genossenschaft wurde im Jahr 1954 gegründet und verfügt heute über mehr als 10000 Mitglieder. Über 100 Menschen sind bei der Wohnungsbaugenossenschaft beschäftigt in verschiedensten Funktionen, vom Hauswart bis zum Planer von neuem Wohnraum. Die Genossenschaftswohnungen sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Auch die Sächsische Wohnungsgenossenschaft Dresden eG bietet für die Mitglieder Gästewohnungen an, um so kostengünstige Unterkünfte zu ermöglichen. Ebenso bietet die Genossenschaft Klubräume an, um Veranstaltungen durzuführen inklusive Küchen, Geschirr und entsprechenden Sanitäranlagen. Eines der größeren Projekte der vergangenen Jahre war die umfassende Sanierung der Klotzscher Höfe, für welches die SWGD 2018 den deutschen Bauherrenpreis gewinnen konnte. Hierbei handelte es sich um Wohnblocks der 1980er Jahre die so farblich und baulich entscheidend aufgewertet wurden. Neben der Mehrzahl an Wohnungen betreut die SWGD auch 62 Gewerbeflächen und tritt dort als Vermieter auf, wie die anderen Genossenschaften verfügt auch die SWGD über mehrere Objekte, die Seniorengerecht gestaltet sind um so den Bedürfnissen der zu einem beachtlichen Teil Älteren Mieter auch in ihrem Lebensraum gerecht zu werden.

Passende Beiträge zu dem Artikel der Baugenossenschaften

Bildquelle: Radek

Quellen: Dresdner Neueste Nachrichten, Dresdner Neueste Nachrichten, Deutschlandrundfunk

Diese Listen aus der Immobilienbranche könnten Sie interessieren


Das Research-Team von Listenchampion hat die umfassendste Datenbank mit Akteuren aus der deutschen Immobilienbranche erstellt. Teil dieser Datenbank ist unsere Liste der größten Wohnungsbaugenossenschaften (Synonyme sind Baugenossenschaften, Wohnungsgenossenschaften oder auch Bauvereine). Doch was zeichnet diese Gesellschaften eigentlich aus? Welche Rolle nehmen sie in der Immobilienszene ein und weshalb sind sie so interessant für Kapitalgeber, Immobilienberater und Co.? Unsere Definition des Begriffes Wohnungsbaugenossenschaft soll Antworten auf diese Fragen liefern und den Einstieg in die Welt der Bauvereine ermöglichen.

Wohnbaugenossenschaft: Definition und Abgrenzung

Den Begriff der Wohnungsbaugenossenschaft zu definieren, setzt zunächst eine Betrachtung der Genossenschaften im Allgemeinen voraus. Der Begriff geht bereits auf das Mittelalter zurück und bezeichnet Zusammenschlüsse oder Verbände von Personen mit dem Zweck gemeinschaftlichen wirtschaftlichen Handelns. So sollen die Mitglieder wirtschaftlich oder sozial gefördert werden. Im Verbund gelinge die Erreichung der jeweiligen Ziele einfacher, als alleine. Bekannt sind Genossenschaften beispielsweise aus dem Finanzwesen als Genossenschaftsbanken. Im Immobilienbereich wurden Genossenschaften eingerichtet, um für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen.

Unsere Definition: Wohnbaugenossenschaften sind Selbsthilfeorganisationen mit dem Ziel, den Mitgliedern günstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Damit unterscheiden sie sich zu privatwirtschaftlichen Immobiliengesellschaften darin, dass sie keine Kapitalmehrung anstreben. Sie genießen seit jeher besondere Rechte und Unterstützung seitens der öffentlich Hand und sind in ganz Deutschland präsent.

Geschichte von Wohnbaugenossenschaften in Deutschland

Ein Meilenstein für die Wohnungsbaugenossenschaften in Deutschland war die Verabschiedung des Genossenschaftsgesetzes im Jahr 1889. Dieses Gesetzt regelte die beschränkte Haftung der Zusammenschlüsse, sodass die Attraktivität einer Genossenschaft deutlich anstieg. Infolgedessen wurden zahlreiche Wohnungsbaugenossenschaften gegründet, die gegen den akuten Wohnraummangel vorgingen. Insbesondere nach dem Ersten Weltkrieg und nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in Deutschland sehr viele Baugenossenschaften gegründet und waren wichtige Akteure im Wiederaufbau. Nachdem Mitte des 20. Jahrhunderts weniger Genossenschaften gegründet wurden, steigt die Zahl seit einigen Jahren wieder an. Insgesamt gibt es in Deutschland mehr als 2.000 Baugenossenschaften, die über zwei Millionen Wohnungen verwalten.

Wohnbaugenossenschaften als Bauträger und wertvolle Partner in der Immobilienbranche

Die meisten Wohnimmobilien der Baugenossenschaften in Deutschland sind in der Vor- und Nachkriegszeit entstanden und werden seither verwaltet und modernisiert. Doch insbesondere in den letzten Jahren, sind immer mehr Genossenschaften im Bereich des Neubaus in Erscheinung getreten. So entstehen insbesondere in deutschen A-Städten wie Berlin, München und Hamburg einige Mehrfamilienhäuser durch Bauvereine und Genossenschaften. Der derzeitige Immobilienboom macht Wohnraum zunehmend schwieriger bezahlbar, sodass dieser Trend seitens vieler Städte begrüßt und unterstützt wird. Somit stellen die deutschen Wohnungsbaugenossenschaften wertvolle Partner für relevante Akteure aus der Immobilienbranche dar. Das gilt beispielsweise für Mezzanine-Kapitalgeber, Bauunternehmen, Architekten, Städteplaner und mehr.

Der Artikel gehört zu unserer Sammlung der Statistiken und Definitionen deutscher Investoren.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Bildquelle: Nicole Baster

Diese Akteure sind wichtige Partner für Wohnungsbaugenossenschaften


Der Begriff “Zinshaus” ist ursprünglich im norddeutschen Raum entstanden, wird heute aber auch darüber hinaus gebraucht. Alternative Bezeichnungen sind Miethaus oder Mietshaus. Immer geht es um Immobilien als Kapitalanlage. Deshalb wird auch von Anlageimmobilien gesprochen. Wie sind Zinshäuser und Anlageimmobilien definiert? Was verbirgt sich dahinter? Da besonders Deutschlands größte Immobilieninvestoren an Zinshäusern interessiert sind und diese auch für Privatpersonen hochrelevant sind geben wir hier einen detaillierten Einblick.

Zinshäuser sollen dazu dienen, mit Vermietung laufende Erträge zu erzielen. Die Regelmäßigkeit und relative Konstanz der Mieteinnahmen generieren ähnliche Zahlungsströme wie bei einer kontinuierlichen Verzinsung. Das mag eine Erklärung für die Bezeichnung “Zinshaus” sein. Zinshäuser unterscheiden sich grundsätzlich vom selbst genutzten Immobilieneigentum. Hier entsteht ein Renditeeffekt allenfalls durch ersparte Miete.

Zinshäuser und die Rendite

Nach unserer Definition können Zinshäuser Wohngebäude, aber auch gemischt genutzte Objekte oder reine Gewerbeimmobilien sein. Es spielt dabei keine Rolle, ob eine Immobilie an einen einzigen oder an eine Vielzahl von Mietern vermietet ist. Gewerbeimmobilien werden in der Regel an eine überschaubare Anzahl von Mietern oder nur an einen einzigen Mieter vermietet – nicht selten auf Basis langfristiger Mietverträge. Hier besteht eine besonders große Nähe zur verzinslichen Kapitalanlage.

Die Rendite bei Zinshäusern errechnet sich aus den erzielten bzw. zu erwartenden Einnahmeüberschüssen während der Vermietung unter Berücksichtigung des eingesetzten Kapitals. Die Formel dafür stammt aus der Investitionsrechnung und wird als interne Zinsfußmethode bezeichnet. Sie kommt auch für die Renditeberechnung bei anderen Kapitalanlagen und für Kostenvergleiche bei Krediten (Effektivzins) zum Einsatz. Für die Rendite bei Zinshäusern findet man häufig den Begriff Mietrendite – sie wird gerne überschlägig berechnet. Dabei wird zwischen Bruttomietrendite und Nettomietrendite differenziert. Die Bruttomietrendite berücksichtigt nur die Mieteinnahmen ohne Bewirtschaftungs- und Finanzierungskosten. Sie hat daher nur eine beschränkte Aussagekraft.

Nettomietrendite – was übrig bleibt

Aussagekräftiger ist die Nettomietrendite. Sie geht von den jährlichen Überschüssen aus, die bei Vermietung nach Abzug der Kosten für Verwaltung, Instandhaltung, Reparaturen, Leerstände, nicht umlagefähigen Betriebskosten usw. übrig bleiben. Diese werden auf den realen Kapitaleinsatz – d.h. auf den Kaufpreis der Immobilie zuzüglich Nebenkosten (Grunderwerbsteuer, Maklergebühr, Notar- und Grundbuchgebühren usw.) – bezogen.

Wenn eine Immobilie nicht nur mit Eigenkapital sondern zum Teil auch mit Krediten finanziert wird, sind die Kosten dafür ebenfalls mit einzubeziehen. Die Kreditkosten (Zinsen) schmälern die Nettomieterträge. Ist die Nettomietrendite vor Zinskosten höher als der Effektivzins der Kredite, ergibt sich ein renditesteigernder Effekt beim eingesetzten Eigenkapital. Es kann sich daher lohnen, Zinshäuser mit Fremdmitteln zu finanzieren. Ein Zinshaus wir dadurch rentierlicher. Allerdings steigt dann auch das Risiko, dass das Kalkül nicht aufgeht. Bei selbst genutzten Immobilien ist dagegen die Eigenfinanzierung fast immer besser.

Es kann auch sinnvoll sein, bei Mietrenditen Vor- und Nachsteuerbetrachtungen anzustellen. Mieterträge sind als Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung (einkommen-)steuerpflichtig, Abschreibungen, Bewirtschaftungs- und Finanzierungskosten dürfen als Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden. Sie haben einen steuermindernden Effekt. Anders als bei verzinslichen Kapitalanlagen gibt es hier keinen pauschalen Werbungskostenabzug (Freistellung) oder eine Abgeltungsteuer.

Lange galten Mietrenditen von sechs bis acht Prozent als Maßstab für die Rentierlichkeit von Zinshäusern. Tatsächlich lassen sich solche Renditen aufgrund der überproportional gestiegenen Immobilienpreise heute vielerorts kaum noch erzielen. Die Renditen sind unter vier, zum Teil sogar unter drei Prozent gesunken und vollziehen die allgemeine Zinsentwicklung damit ein Stück weit mit.

Anlageimmobilien – eine etwas weitere Definition

Der Begriff “Anlageimmobilien” umfasst Zinshäuser, kann aber auch etwas weiter verstanden werden. Es ist bei Immobilien nämlich nicht nur möglich, mit Mieteinnahmen Erträge zu erzielen, sondern auch mit Wertsteigerungen. Das Objekt wird dann nach einigen Jahren gewinnbringend verkauft. Es gibt Immobilien-Investoren, die sich darauf spezialisiert haben. Die Erzielung von Mieteinnahmen ist für sie eher ein “Nebengeschäft”.

Solche auf Wertsteigerungen fokussierte Investments findet man bevorzugt bei Gewerbeimmobilien – und zwar in den Risikoklassen “Value added” und “Opportunistic”. Dabei handelt es sich um Objekte mit hohen Leerständen, Sanierungsbedarf und häufig in zweitklassiger Lage, die durch Renovierung, Modernisierung und gezielte Umnutzung aufgewertet und dann weit über dem Einstandspreis verkauft werden sollen. Der Investmenthorizont ist – anders als bei reinen Zinshäusern – eher kurz- bis mittelfristig (höchstens fünf Jahre), nicht langfristig. Solche Investments sind durchaus spekulativ, im Gegensatz zum auf Ertragssicherheit und -kontinuität angelegten Investment bei Zinshäusern.

Der Artikel gehört zu unserer Sammlung der Statistiken und Definitionen deutscher Investoren.

Bildquelle: John Towner

Diese Immobilieninvestoren investieren in Zinshäuser und Anlageimmobilien


München gilt nach wie vor als teuerstes Pflaster in der Republik, wenn es um Immobilien geht. Binnen einer Dekade haben sich die Preise mehr als verdoppelt, dabei war bereits das Ausgangsniveau hoch. Manche halten den Immobilienmarkt in der bayerischen Landeshauptstadt inzwischen für überhitzt. Insbesondere in einigen Szene-Vierteln kosten Wohn- und Büroräume astronomische Summen. Dabei wird weiter in großem Stil in München gebaut und es entstehen neue Quartiere. Wir stellen Ihnen hier unsere Top 5-Quartiersentwicklungen in der Isar-Metropole vor. Als Bauträger sind hier Firmen aus unserer Liste der 1.000 größten deutschen Projektentwickler aktiv.

1. kupa – Quartier Kuvertfabrik Pasing, München-Pasing-Obermenzing, ca. 28.000 qm (Bruttogrundfläche)

Pasing bildet den südlichen Teil des Münchner Stadtbezirks Pasing-Obermenzing, der sich nach Westen an die Parkanlagen von Schloss Nymphenburg anschließt. Hier entsteht auf dem Gelände einer ehemaligen Kuvertfabrik das neue Wohnquartier kupa – Quartier Kuvertfabrik Pasing. Das Fabrikgebäude aus dem Jahr 1906 ist denkmalgeschützt und soll den Mittelpunkt des neuen Quartiers bilden, das fünf weitere Wohngebäude umfasst. Mit dem Bau wurde bereits begonnen, die Fertigstellung ist für Ende 2021 vorgesehen.

Projektentwickler ist bauwerk Capital, ein 2002 in München gegründetes Immobilienunternehmen mit weiteren Standorten in Frankfurt/Main und Berlin. Während im historischen Bau der alten Kuvertfabrik Büroräume geplant sind, werden die neu errichteten Gebäude ausschließlich Wohnungen enthalten. Insgesamt sind 175 Eigentumswohnungen konzipiert – in Größenordnungen von 40 qm bis 120 qm. Das Quartier wird also sowohl aus typischen Single-Apartments als auch aus Familienwohnungen bestehen. Im ehemaligen Kesselhaus der Fabrik ist eine gastronomische Nutzung vorgesehen. Ein Wohnhaus wird zusätzlich Gewerbeflächen enthalten, außerdem enstehen Grünflächen, so dass beste Voraussetzungen für ein lebendiges Quartier gegeben sind.

2. Die Macherei, München-Berg am Laim, ca. 26.200 qm

Berg am Laim ist ein Münchner Stadtbezirk, der im Wesentlichen nach 1900 entstanden ist und das historische Stadtzentrum nach Osten fortsetzt. Für den Bezirk war seit jeher Wohngebäude kennzeichnend, darunter mehrere Großwohnsiedlungen, außerdem ließen sich Gewerbe- bzw. Fabrikbetriebe nieder. Manche Industrieanlage wurde inzwischen geschlossen und woandershin verlagert. Das gilt auch im Fall des neuen Quartiers “Die Macherei”. Bis vor einigen Jahren produzierten hier die Temmler-Werke Pharmazeutika. Im Zuge der Umstrukturierung des Unternehmens wurde der Standort aufgegeben und das Gelände verkauft. Mit der Macherei erfolgt jetzt die Umwandlung in ein modernes Büro- und Geschäftsviertel.

Das neue Quartier wird im Endausbau aus sechs mehrgeschossigen Gebäuden bestehen, die um einen zentralen Platz gruppiert sind. Das gibt dem Viertel eine in sich geschlossene Struktur, trotzdem ist es nach allen Seiten offen und zugänglich. Die Gebäude sind ausschließlich für gewerbliche Nutzung gedacht. Ein Hotel, Büros, Einzelhandelsflächen und Restaurants sowie ein Fitnessstudio werden die Macherei nach ihrer Fertigstellung prägen. Die auf rd. 64.000 qm ausgelegte Mietfläche wird zu über der Hälfte auf Büroräume entfallen. In der Macherei sollen etwa 1.500 bis 2.000 Arbeitsplätze angesiedelt sein. Das Hotel mit 234 Zimmern wird von der skandinavischen Kette Scandic betrieben werden. Projektverantwortlich ist ein Joint Venture aus dem Immobilieninvestor Art-Invest Real Estate und dem Immobilienplaner Accumulata Immobilien.

3. Freiham Nord, München-Freiham, ca. 190 ha

Die Entwicklung von Freiham ist wohl das größte zusammenhängende Bauprojekt der bayerischen Landeshauptstadt. Am Westrand München, wo vor wenigen Jahren noch grüne Wiesen und Felder die Landschaft um das Gut Freiham prägten, wird ein kompletter neuer Stadtteil für 25.000 Menschen mit rund 7.500 Arbeitsplätzen errichtet. Mit dem zusätzlichen Wohnraum soll der angespannte Münchner Wohnungsmarkt entlastet werden. Das Vorhaben ist langfristig angelegt und soll bis 2030 abgeschlossen werden – ein Milliardenprojekt.

Freiham gliedert sich in zwei Teile: einen südlichen, der primär gewerblich genutzt werden soll, und einen nördlichen zum Wohnen und Leben. Während an dem Südteil bereits seit 2005 gebaut wird und dieser Part des Vorhabens zu großen Teilen realisiert ist, befindet sich Freiham Nord mitten in der Umsetzung. In einem ersten Realisierungsschritt werden seit 2016 in Freiham Nord auf einer Fläche von 85 ha 4.400 Wohneinheiten für 11.000 Einwohner umgesetzt. Dazu gehören auch Infrastruktur-Einrichtungen wie ein Stadtteilzentrum, 4.500 Schul- und 1.200 Kita-Plätze, ein Bildungs- und ein Sportpark. Beim 2. Realisierungsabschnitt mit weiteren 5.000 bis 6.000 Wohneinheiten stehen bisher nur die Planung und Architektenauswahl. Die Quartiersentwicklung erfolgt unter der Ägide der Landeshauptstadt.

4. Werksviertel, München-Au-Haidhausen/Berg am Laim, rd. 390.000 qm

Das Werksviertel gilt als eine der spannendsten Münchner Quartiersentwicklungen. Auf einem ehemaligen Industriegelände östlich des Münchner Ostbahnhofs entsteht ein gemischtes Stadtquartier mit Wohnraum, neuen Arbeitsplätzen, Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten. Früher produzierten auf dem Gelände diverse Industriebetriebe: u.a. Kartoffelknödel, Motorräder, Schmiermittel und Textilien. Kurz vor der Jahrtausendwende endete die Industriegeschichte. Seither stellte sich die Frage der Neunutzung.

Nach einem intensiven Diskussions- und Planungsprozess wurde 2017 mit den Bauarbeiten begonnen, die etwa 10 bis 15 Jahre dauern sollen. In diesem Zeitraum werden Gebäude mit rd. 1.500 Wohnungen, Büros für ca. 7.000 Beschäftigte, fünf Hotels und 30.000 qm Einzelhandelsflächen entstehen. Auch eine Schule und drei Kitas sind vorgesehen. Ein besonderes Highlight ist das geplante neue Konzerthaus für das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks in Form einer Glastonne. Dieser Bau soll bereits 2021 stehen und wird auch Besucher von außerhalb Münchens anziehen. Die Entwicklung des Werksviertels findet unter der Gesamtleitung der Stadt München statt. An den einzelnen Vorhaben sind verschiedene Projektträger beteiligt.

5. Freischützgarten, München-Bogenhausen, ca. 10.000 qm

Bogenhausen ist der nördlichste Münchner Stadtbezirk rechts der Isar. Ursprünglich dörflich geprägt, entstanden hier nach dem Zweiten Weltkrieg mehrere Großwohnsiedlungen, um neuen Wohnraum zu schaffen. Einige Siedlungsbauten sind inzwischen in die Jahre gekommen. Das gilt auch für das Ortsteilzentrum Freischützgarten, einen über 30 Jahre alten Wohn- und Gewerbekomplex, der schon länger leer steht und dringend sanierungsbedürftig ist.

Nach mehreren Eigentümerwechseln wird der Freischützgarten jetzt von der Düsseldorfer 6B47 Germany GmbH entwickelt. Vorgesehen ist eine grundlegende Modernisierung und Renovierung des Komplexes rund um einen grünen Innenhof mit Aufstockung und Umbau. So sollen 175 neue Wohnungen entstehen. Auch 15 Gewerbeeinheiten und eine Kindertagesstätte sind geplant. Die Bauarbeiten starten noch 2019.

Bildquelle: Jan Antonin Kolar

Diese Immobilieninvestoren und Projektentwickler investieren in Quartiersentwicklungen


Frankfurt am Main gehört zu den wirtschaftsstärksten und dynamischsten Großstädten in Deutschland. Internationales Finanzzentrum, Verkehrsdrehscheibe, Sitz von Unternehmen mit Weltruf – die Mainmetropole ist als Ort zum Wohnen, Arbeiten und Leben begehrt. Das macht sich auf dem Immobilienmarkt bemerkbar. Die Preise sind in den letzten Jahren drastisch gestiegen und gehören zu den höchsten im Land. Die Mainmetropole ist für Immobilien-Investoren und Projektentwickler interessant. In einem aktuellen Ranking zur Attraktivität europäischer Metropolen für Investoren landet Frankfurt auf Platz 3 hinter Berlin und Hamburg. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass weiter in großem Stil am Main gebaut wird. Wir stellen hier fünf Top-Quartiersentwicklungen in Frankfurt vor. Als Bauträger sind hier Firmen aus unserer Liste der 1.000 größten deutschen Projektentwickler aktiv.

1. Hafenpark Quartier, Frankfurt-Ostend, 29.200 qm

Nur durch eine Bahntrasse wird das neue Frankfurter Hafenpark Quartier vom schnittigen Hochhaus der Europäischen Zentralbank getrennt. Direkt am Main im Umfeld des Osthafens entsteht ein neues Stadtviertel in hervorragender Lage. Das Hafenpark Quartier wird diesem Teil der Mainmetropole ein neues Gesicht geben. Für die Quartiersentwicklung verantwortlich zeichnet die Hamburger B&L Gruppe, die bereits seit 1970 existiert und bundesweit Projekte betreut. Frankfurt bildet einen Schwerpunkt.

Wohnungen, Büroräume, Einzelhandelsflächen, ein Boarding-Haus und ein Hotel sind im neuen Hafenpark Quartier geplant. Insgesamt soll das Viertel eine Bruttogrundfläche von rd. 180.000 qm umfassen. 72.000 qm sind für etwa 600 Wohnungen vorgesehen, Büros machen 56.000 qm aus, Hotel und Boarding-Haus ca. 48.000 qm. Das Quartier liegt nur wenige Autominuten von der Frankfurter Innenstadt entfernt. Auch durch die Nähe zum Ostbahnhof besteht eine sehr gute Verkehrsanbindung. Ein erster Bauabschnitt soll noch 2019 fertiggestellt werden. Insgesamt ist das Projekt auf einen Zeitraum bis 2022 angelegt.

2. Lyoner Quartier, Frankfurt-Niederrad/-Schwanheim, ca. 1,44 Mio. qm

Fast eine permanente Quartiersentwicklung ist das Lyoner Quartier südlich des Mains im Westen Frankfurts. Bis vor wenigen Jahren war das Quartier als Bürostadt Niederrad bekannt, seit Mitte 2017 trägt es den neuen Namen. Die Umbenennung ist auch Zeichen einer grundlegenden Neuausrichtung des Stadtquartiers. Die Bürostadt Niederrad entstand in den 1960er/1970er Jahren in zeittypischer Hochhausbebauung. Sie sollte Büroraum für zahlreiche Unternehmen schaffen, deren Beschäftigte nach Frankfurt zum Arbeiten pendelten.

In der Folge entstand ein de facto nur tagsüber und unter der Woche bevölkertes Stadtviertel ohne urbanes Leben. Nach der Jahrtausendwende kam es durch alternative Büroangebote und im Zuge der Finanzkrise zu massiven Leerständen in der Bürostadt (Leerstandsquoten bis über 30 Prozent), so dass sich die Frage der weiteren Nutzung stellte. Seitens der Stadt Frankfurt wurde ein Rahmenkonzept für die Bürostadt entwickelt, die die Umwandlung in ein gemischt genutztes Quartier (Büro- und Wohnzwecke) mit entsprechender Infrastruktur vorsah. Im Endausbau sollten rund 5.000 Wohneinheiten für ca. 7.000 Menschen geschaffen werden – überwiegend durch Umbau, zum Teil auch durch Neubau im Rahmen der Nachverdichtung. Mehr als 3.000 Wohneinheiten sind bereits von verschiedenen Projektträgern realisiert. Ein Initialprojekt war das 15-stöckige Hochhaus Lyoner Straße 19, das 2010 aufgestockt und in ein Wohnhochhaus mit knapp 100 Wohnungen umgewandelt wurde.

3. Vitopia Kampus Kaiserlei, Offenbach-Kaiserlei, 19.138 qm

Genau genommen handelt es sich beim Vitopia Kampus nicht um eine Frankfurter, sondern um eine Offenbacher Quartiersentwicklung. Da beide Städte de facto eine Einheit bilden und der Vitopia Kampus ganz auf die Mainmetropole ausgerichtet ist, zählen wir es dennoch zu den Frankfurter Projekten. Verantwortlich für das Vorhaben ist die Berliner CG Gruppe, die wiederum im Mehrheitsbesitz von Consus Real Estate ist.

Der Vitopia Kampus befindet sich südlich des Mains im Umfeld des Offenbacher Kaiserlei-Kreisels. Hier entsteht ein komplett neues Stadtquartier mit Wohnungen und für gewerbliche Nutzung. Vorgesehen sind im Endausbau 278 zusätzliche Wohnungen, Einzelhandelsflächen für Nahversorgung, ein Hotel, der bauliche Rahmen für ein Rechenzentrum sowie weitere Infrastruktur-Einrichtungen. Den Blickfang des Viertels bilden zwei 19- und 22-geschossige Wohntürme – ehemals Büros der Siemens-Kraftwerkssparte. Die Hochhäuser wurden bereits vorab in insgesamt 1.100 Mietwohnungen umgewandelt. Mit der Umsetzung wurde 2016 begonnen, fertig sein soll der Vitopia Kampus 2020.

4. Grand Central Frankfurt, Frankfurt-Gutleutviertel, ca. 130.000 qm

Unter dem Namen “Grand Central Frankfurt” soll in den kommenden Jahren ein gemischt – kommerziell und wohnwirtschaftlich – genutztes Quartier in unmittelbarer Nachbarschaft des Frankfurter Hauptbahnhofs entstehen. Die früher auf dem Areal befindlichen Posthallen standen schon seit Jahrzehnten leer und wurden 2018 komplett abgerissen. Insgesamt soll auf dem neuer Wohnraum mit 55.000 qm Fläche entstehen, daneben sind gastronomische Flächen, Büros und ein Hotel vorgesehen.

Glanzstück des Quartiers wird ein 140 m hoher Wohnturm mit angrenzendem Gebäude und zusammen rd. 600 Wohnungen sein. Ein weiterer, bisher von der Commerzbank genutzter Büroturm an der Hafenstraße soll unter dem Titel “Virage”
umgewandelt werden – in ein Hotel oder Apartmenthaus. Die Deutsche Bahn will auf dem Areal in eine neue Zentrale für die DB Netz AG einziehen. Das Gebäude dafür soll bis Ende 2020 errichtet sein. Die übrigen Vorhaben werden Ende 2020/Anfang 2021 starten.

5. Kulturcampus, Frankfurt-Westend, ca. 80.000 qm (Bruttogrundfläche)

Zwischen den beiden Frankfurter Stadteilen Westend und Bockenheim ist ein markanter Gebäude-Komplex geplant, der den südlichen Abschluss des neuen Frankfurter Quartiers Kulturcampus bilden wird. Zwei markante Hochhäuser im futuristischen Stil mit Sockelbebauung – ein reines Bürohochhaus sowie ein Hybrid-Bau mit Hotel und Wohnungen werden dem neuen Quartier ein unverwechselbares Aussehen geben. Bauherr ist die T-Rex Grundstücksentwicklungs GmbH & Co. KG, hinter der der Münchner Projektentwickler TEUBER+VIEL Ingenieurgesellschaft für Energie- und Gebäudetechnik steht. Das Vorhaben ist Teil einer umfassenderen Entwicklung des Quartiers, das nach Frankfurter Planung 2021 beginnen soll und auf 17 ha neuen Raum für Hochschul- und Wissenschafts-Einrichtungen in der Mainmetropole bieten wird. Auch der Bau von 1.200 Wohnungen ist geplant.

Bildquelle: Jannik Selz

Diese Unternehmen investieren in Quartiersentwicklungen


Berlin zählt zu den TOP 7-Städten in Deutschland – Städten, in denen sich der Immobilienmarkt besonders dynamisch entwickelt. Mögen die Preise in München oder in Hamburg auch noch höher sein, in Berlin steigen sie am schnellsten. Für Projektentwickler und Immobilien-Investoren bietet die deutsche Hauptstadt interessante Möglichkeiten, zumal noch viele Flächen vorhanden sind, die umgewandelt oder neu entwickelt werden können. Wir stellen hier fünf Quartiersentwicklungen vor, die besonders herausragen. Als Bauträger sind hier Firmen aus unserer Liste der 1.000 größten deutschen Projektentwickler aktiv.

1. Theodor-Quartier im Märkischen Viertel, Berlin-Reinickendorf, 23.634 qm

Das Märkische Viertel war in den 1960er/1970er Jahren ein Vorzeige-Großprojekt im ehemaligen West-Berlin. In zeittypischer Hochhaus-Bebauung wurde im Berliner Bezirk Reinickendorf eine Satellitenstadt für rund 50.000 Menschen errichtet. Das Viertel ist inzwischen ein eigener Stadtteil mit ausgebauter Infrastruktur. Die Entwicklung ist noch nicht zu Ende: mit dem Theodor-Quartier entsteht ein neues Wohnviertel mit 388 Wohnungen. Verantwortlich für das Projekt zeichnet die GESOBAU AG, ein kommunales Berliner Wohnungsunternehmen. Das Projekt soll Mitte 2021 abgeschlossen werden.

Sechs Wohngebäude will man hier im Bereich des Senftenberger Rings auf eine Freifläche stellen. Es handelt sich um paarweise angeordnete vier-, sieben- und achtgeschossige Häuser, um der Hochhausbebauung im Umfeld Rechnung zu tragen. Das Vorhaben ist auf generationsübergreifendes Wohnen ausgelegt. 50 Wohnungen sollen barrierefrei sein. Von der Ein-Zimmer-Wohnung bis zur fünf-Zimmer-Wohnung für eine ganze Familie ist alles vorgesehen. Auch eine Kita soll in dem neuen Quartier entstehen. Gut 60 Prozent der Wohnungen werden öffentlich gefördert, um möglichst preisgünstiges Wohnen zu ermöglichen.

2. Europacity, Berlin-Mitte, 819.000 qm

Ein wahrhaftes Großvorhaben ist das Projekt Europacity in Berlin-Mitte. Hier soll in den nächsten Jahren ein komplett neues Stadtviertel entstehen. Die Bauarbeiten haben längst begonnen, einiges ist schon fertiggestellt. Aber vor 2024 wird die Europacity wohl nicht vollendet sein. Jahrelang war der Bereich nördlich des neuen Berliner Hauptbahnhofs und des Kunstmuseums “Hamburger Bahnhof” eine Ödnis, nachdem die frühere Nutzung als Containerbahnhof aufgegeben worden war.

Jetzt soll hier ein gemischt genutztes, lebendiges Quartier in Berlins Stadtzentrum geschaffen werden – mit 3.000 Wohneinheiten und Arbeitsplätzen für 11.000 Beschäftigte. 300.000 qm Wohnfläche und 450.000 Gewerbefläche (Büros, Geschäfte usw.) soll die Europacity neben öffentlichen Flächen, Promenaden und Grünanlagen einmal umfassen. Das Vorhaben gliedert sich in mehr als 40 Einzelprojekte mit unterschiedlichen Projektträgern. Einer der aktivsten ist CA Immo – ein Wiener Projektentwickler und Spezialist für Büroimmobilien. CA Immo zeichnet für eine ganze Reihe an Vorhaben in der Europacity verantwortlich. Zu den bereits umgesetzten Projekten gehört das Gebäude der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Das von CA Immo für 57 Mio. Euro errichtete Haus ist langfristig an KPMG vermietet und hat eine Bürofläche von fast 13.000 qm.

3. Bundesallee – Momente Berlin, Berlin-Wilmersdorf, 25.000 qm

Die Quartiersentwicklung Bundesallee im zentralen Berliner Stadtbezirk Berlin-Wilmersdorf ist in großen Teilen bereits umgesetzt. Im Bereich der Kreuzung von Bundesallee, Hohenzollerndamm und Nachodstraße im südlichen Umfeld des Kurfürstendamms ist ein neues städtisches Quartier mit gemischter Büro- und Wohnnutzung entstanden, das aktuell mit dem Projekt Momente Berlin komplettiert wird. Verantwortlich für die Quartiersentwicklung ist die Schweizer SSN Group, die wiederum mehrheitlich zur Berliner Consus Real Estate Group gehört.

Das Quartier Bundesallee besteht aus einem Ensemble an modernen, ästhetisch ansprechenden Gebäuden, die sowohl Büroräume als auch Wohnungen umfassen. Ein großer Teil der Bürofläche ist an die Berliner Volksbank vermietet. Das Projekt Momente Berlin ist eine weitere Ausbaustufe innerhalb des Quartiers und umfasst 73 Eigentumswohnungen in einem sechsgeschossigen Baukomplex. Die Wohnungen bieten durchweg hochwertige Ausstattungen und Wohnungsgrößen zwischen 40 qm und 170 qm – jeweils mit ein bis vier Zimmern. Auch Penthouse-Wohnungen sind vorgesehen. Die Fertigstellung des Vorhabens soll 2020 erfolgen.

4. Osthafen, Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg, ca. 16.000 qm – 24.000 qm

Die WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte gehört zu den Berliner Wohnungsunternehmen in kommunaler Trägerschaft. Die WBM verfügt in der Hauptstadt über einen Bestand an 30.000 Wohnungen. Dazu zählt auch das Quartier am Osthafen, das sich genau an der durch die Spree gebildeten Schnittstelle zwischen Friedrichshain und Kreuzberg befindet. Einheimischen ist das Stadtviertel auch als Rudolfkiez – nach dem hier gelegenen Rudolfplatz – bekannt.

Das Quartier verfügt über eine weitgehend geschlossene Siedlungs- und Wohnbebauung. Ältere Gebäude wurden bereits Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet, viele Wohnbauten sind nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden – oft als mehrgeschossige Gebäude mit Flachdächern. Bei der jetzt geplanten Quartiersentwicklung geht es um Entwicklung aus dem Bestand. Vorhandene Bauten sollen aufgestockt und einige wenige Freiflächen im Rahmen der Nachverdichtung neu bebaut werden. Insgesamt sollen dadurch 200 bis 300 neue Wohnungen entstehen. Der Fokus der WBM liegt auf Wohnraum zu bezahlbaren Preisen – gerade in der Berliner Mitte eine Rarität. Das Projekt wird unter enger Beteiligung und Mitwirkung der Anwohnerschaft umgesetzt. Der erste Bauabschnitt soll im Frühjahr 2020 beginnen.

5. Böhmisches Viertel, Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg, 44.000 qm

Im Berliner Stadtteil Friedrichshain erfolgte 1868 die Gründung der Brauerei “Böhmisches Brauhaus”. 1978 wurde die Brauerei stillgelegt, das denkmalgeschützte Hauptgebäude 2001 in ein Büro- und Geschäftsgebäude umgewandelt. Die übrigen Betriebsgebäude hat man 2015 abgerissen. Auf der entstandenen Freifläche wird das “Böhmische Viertel” verwirklicht.

Das neue Böhmische Viertel liegt im östlichen Umfeld des Alexanderplatzes direkt am Volkspark Friedrichshain und bietet damit noch eine innerstädtische Wohnlage. Hier entsteht derzeit ein neues Stadtquartier mit 430 Miet- und Eigentumswohnungen in zwei mehrgeschossigen Bauten, die einen kompakten Baukomplex um einen großzügigen Innenhof bilden werden. Neben Wohnungen sind auch rund. 2.000 qm für Einzelhandelsflächen vorgesehen, so dass sich Wohnen und Einkaufen ideal verbinden lassen.

Das gesamte Gelände des ehemaligen Böhmischen Brauhauses wurde von der Hamburger B&L Gruppe in den 1990er Jahren erworben und bereits teilentwickelt. Das jetzige Böhmische Viertel entsteht aber unter der Ägide der Kölner PANDION AG. Ein erster Bauabschnitt mit 125 Wohnungen ist bereits im Sommer 2019 fertiggestellt worden, die weiteren Abschnitte werden bis 2022 umgesetzt. Parallel dazu hat die Berliner WBM (s.o.) damit begonnen, einen Komplex mit 200 Mietwohnungen im Bereich des Böhmischen Brauhauses zu verwirklichen. Das Vorhaben soll 2020 abgeschlossen werden.

Bildquelle:Pavel Nekoranec

Diese Immobilieninvestoren investieren in Quartiersentwicklungen


Mit dem Wort “Restrukturierung” wird die harte Sanierung eines Unternehmens in der Krise umschrieben – mit schmerzlichen Einschnitten und häufig auch Arbeitsplatzverlusten für die Belegschaft. Für die Restrukturierung verantwortlich ist der Chief Restructuring Officer (CRO) – häufig ein Manager auf Zeit, der von außen kommt. Wir beschäftigen uns hier näher mit der Begriffs-Definition.

Ein CRO wird meist kurzfristig ins Unternehmen berufen – “wenn es brennt” – und zum Mitglied der Geschäftsführung bzw. des Vorstands bestellt, manchmal auch als Vorstandsvorsitzender. In dieser Funktion entscheidet und verantwortet er die Restrukturierung und sorgt für die Umsetzung entsprechender Maßnahmen im Unternehmen. Das zeigt den Unterschied zum Sanierungsberater: ein Berater entwickelt eine Restrukturierungs-Strategie und schlägt Maßnahmen vor, er kümmert sich aber nicht um die Umsetzung.

Definition Chief Restructuring Officer: vom Krisenmanager zum Sanierer

Der Begriff “Chief Restructuring Officer” ist eine neuere Wortschöpfung. Bis in die 1980er Jahre sprach man von Krisenmanagern, danach von Sanierern. Beide Bezeichnungen waren zunehmend negativ besetzt, was nicht zuletzt an handelnden Personen lag. “CRO” klingt neutraler und funktionaler – wie andere Spitzenfunktionen in Unternehmen auch (Beispiele: CEO, CFO usw.). Mancher Sanierer hat sich einen zwiespältigen Ruf erworben. Berühmt-berüchtigt ist das Wirken von Ignacio López in der Autoindustrie, zuletzt bei VW in den 1990er Jahren. Als ausgesprochener Sanierer und Restrukturierer gilt auch Hartmut Mehdorn, der bei der Deutschen Bahn, bei Air Berlin und beim Flughafen-Projekt Berlin-Brandenburg tätig war – mit begrenztem Erfolg. Häufig werden Chief Restrucutring Officers auch von Investoren wie etwa Private Equity Fonds bestellt.

Aufgaben und Profil eines Chief Restructuring Officers

Die meisten Restrukturierer machen wenig von sich reden und konzentrieren sich auf ihre Aufgabe. Das gehört zum Selbstverständnis. Viele sind im Bereich des Mittelstands tätig, bei dem das öffentliche Interesse ohnehin geringer ausgeprägt ist. Gute CRO’s sind nicht leicht zu finden, denn die Restrukturierung ist eine anspruchsvolle und schwierige Herausforderung, die neben Know How und Erfahrung gestandene Persönlichkeiten erfordert. Gerade auf die sogenannten Soft Skills kommt es an – wobei ein CRO alles andere als soft sein muss. Er braucht nämlich vor allem eins: Durchsetzungsfähigkeit. Folgende Eigenschaften sollte ein CRO in unserer Definition mitbringen:

– soziale Kompetenzen (Kommunikationsfähigkeit, Überzeugungsfähigkeit);
– Verbindlichkeit;
– hohe kognitive Fähigkeiten (Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Herstellung von Zusammenhängen, “strategischer Weitblick” usw.);
– Umsetzungskompetenz (“Macher”-Persönlichkeit”)
– unternehmerisches Denken- und Handeln;
– Stressresistenz und Widerstandsfähigkeit;
– Problemlösungskompetenz;
– Konfliktbereitschaft und Standfestigkeit.

Der neutrale Blick des Außenseiters

Solche Kompetenzen erwirbt man üblicherweise nicht in jungen Jahren und kann sie auch nur bedingt lernen. Viele CRO’s sind deutlich jenseits der 40 und verfügen über langjährige Management-Expertise in unterschiedlichen Funktionen. Die Tätigkeit als CRO bedeutet häufig eine Chance, der eigenen Karriere nochmal Schub zu geben und gewohnte Pfade zu verlassen. Als “Außenseiter” bringen CRO’s den Vorteil mit, die Unternehmenslage unvoreingenommen zu sehen und nicht in interne Beziehungsgeflechte verstrickt zu sein. Das erleichtert ihre Aufgabe, weil keine Rücksichten zu nehmen sind und es nicht um eine Beschäftigung auf Dauer geht. Andererseits sehen sich CRO’s häufig einem besonders argwöhnischen Blick seitens der Beschäftigten und auch ihrer Management-Kollegen gegenüber. Um erfolgreich zu wirken, müssen erst interne Widerstände überwunden werden.

Dieser Beitrag ist Teil unserer Statistiken und Definitionen der deutschen Investmentbranche.

Bildquelle: Jesse Orrico

Listen von Private Equity Investoren, die in Restrukturierungsfälle investieren


Azim Premji ist mit einem geschätzten Vermögen von mehr als 21,5 Milliarden Dollar die reichste Person Indiens. Mit seinem Single Family Office investiert er aktiv in Start-ups. Eine kürzlich getätigte Investition in das Indische Tech Start-up Icertis hat das junge Unternehmen zu einem Unicorn gemacht.

Icertis entwickelt eine cloud-basierte Plattform für Vertragsmanagement

Icertis baut eine cloud-basierte Lösung zur Verwaltung von Firmenverträgen auf. Die Plattform kann von Firmen aus unterschiedlichsten Branchen genutzt werden, von Finanzen bis Retail oder Technologie. Ebenso ist sie für verschiedene Rollen und Departments in den Unternehmen relevant. Icertis unterstützt Rechtsabteilungen bei der Kontrolle von Verträgen und fördert effiziente Zusammenarbeit. Im Einkauf führt die Nutzung der Plattform zu schnelleren und sicheren Prozessen. In Finanzabteilungen ermöglicht Icertis die Einsicht von vergangenen, aktuellen und zukünftigen Transaktionen und Verbindlichkeiten. Schon über 5,7 Millionen Verträge verwaltet die Plattform derzeit. Das Unternehmen ist in 90 Ländern und 40 Sprachen verfügbar. Zu den Kunden zählen unter anderem 3M, Adobe, abbvie, Airbus, Infosys und Quantas.

Premji Family Office und Greycroft Partners leiten 115 Millionen Dollar Series E Runde

Die kürzlich abgeschlossene Finanzierungsrunde mit Kapital in Höhe von 115 Millionen Dollar wurde von Greycroft Partners und dem Premji Single Family Office geleitet. Zu den weiteren Investoren gehören die B Capital Group, Eight Road Ventures und Cross Greek Advisors. Durch die Finanzierung stieg die Bewertung des jungen Unternehmens Icertis auf über eine Milliarde Dollar, was das Start-up zu einem Unicorn machte. Das Family Office von Azim Premji nennt siuch PremjiInvest und hat seinen Sitz im indischen Bangalore. PremjiInvest ist ein bekannter Investor in der internationalen Start-up Szene. Andere junge Firmen des Portfolios sind beispielsweise Looker, YapStone oder Devoted Health.

Diese Artikel zu Family Offices könnten Sie ebenfalls interessieren

Bildquelle: Markus Spiske


Four Frankfurt: Eines der größten und prestigeträchtigsten Immobilienprojekte in Deutschland

Kaum ein deutsches Immobilienprojekt hat in den letzten Jahren so viel Aufmerksamkeit erfahren wie das FOUR Frankfurt. Mitten in der Frankfurter Innenstadt sollen bis 2023 vier Hochhäuser mit einer Bruttogeschossfläche von mehr als 200.000 Quadratmeter entstehen. Neben Flächen zur Büro- und Hotelnutzung soll attraktiver Platz für Einzelhandel und Gastronomie geschaffen werden. So soll eine neue “Nachbarschaft” mitten in der Stadt entstehen, die das Stadtbild nachhaltig prägt. Das Hochhausquartier wird von dem erfahrenen Projektentwickler Groß & Partner entwickelt, der insbesondere in Frankfurt aktiv ist. Zu den prestigeträchtigen Projekten der Gesellschaft gehören beispielsweise die Quartiersentwicklung Gateway Gardens am Frankfurt Flughafen sowie das Senckenberg Quartier. Das FOUR-Areal zwischen Großer Gallusstraße, Neuer Schlesingergasse und Junghofstraße war zuvor im Besitz der Deutschen Bank, die das Grundstück 2015 an den Immobilienentwickler verkaufte. In diesem Artikel soll es um die Finanzierung des Gesamtprojektes gehen, die in der Form in Deutschland bislang einmalig ist.

Mezzanine-Kapital in der Immobilienbranche: ein wichtiges Instrument für Projektentwickler und Investoren

Bei der Immobilienprojektfinanzierung spielt Mezzaninekapital eine wichtige Rolle. Diese Mischform aus Eigen- und Fremdkapital findet sich nicht nur in der Immobilienbranche, ist hier jedoch besonders relevant. Mezzanine-Kapital ist vorrangig gegenüber Eigenkapital und nachrangig gegenüber Fremdkapital, wird häufig gemischt verzinst (sowohl Festzins als auch erfolgsabhängige Verzinsung) und wird befristet zur Verfügung gestellt. Für den Kapitalnehmer bietet Mezzaninekapital eine attraktive Finanzierungsstruktur, sodass Bauträger gerne auf diese Art der Finanzierung zurückgreifen. Im Rahmen unserer Recherchen des deutschen Immobilienmarktes haben wir die wichtigsten Mezzaninekapitelgeber identifiziert und in unserer Liste der wichtigsten Immobilien Mezzanine-Kapitalgeber zusammengefasst.

Eine der größten Immobilienfinanzierungen in Deutschland: Mezzanine-Kapital für das Four Frankfurt

Mitte Juni konnte die Gesamtfinanzierung des Projektes Four in Frankfurt gesichert werden (siehe hier). Das besondere an der Finanzierung ist, dass die vier Hochhäuser inklusive des Anteils an dem Gebäudesockel eigenständig finanziert werden. Mehr als 20 Finanzierer haben so über eine Milliarde Euro Kapital bereitgestellt. Es handelt sich sowohl um Fremdkapital und Eigenkapital als auch um Mezzanine-Kapital. Die beteiligten Gesellschaften bilden das Who is Who der deutschen Immobilienszene und umfassen unter anderem DWS (Turm 1), Deutsche Hypothekenbank und Commerzbank (Turm 2), BayernLB und Collineo Asset Management (Turm 3) sowie Union Investment (Turm 4). Auch unter den beteiligten Kanzleien sind die bekanntesten des Landes (u.a. DLA Piper, Noerr, Bryan Cave Leighton Paisner, Clifford Chance, CMS). Da nun die Errichtungsphase beginnen kann, lohnt sich ein Blick auf das Immobilienprojekt in Frankfurt auch in Zukunft. Mit Listenchampion beobachten wir die Immobilienszene weiterhin und berichten über interessante Neuigkeiten.

Diese Artikel passen zu dem Beitrag

Bildquelle: Website Four Frankfurt

Diese Listen könnten Sie interessieren