Digitale Lösungen im Mobilitätsbereich sind bei Investoren gefragt. Ein Beispiel für ein solches Investment ist die kürzlich erfolgte Beteiligung des Schweizer Private Equity Investors VIVA Investment Partners AG (VIP) an DRIVE Software Solutions (DRIVE) in Großbritannien. DRIVE bietet Fuhrparkmanagementsoftware an.  VIVA ist Bestandteil unserer Datenbank der größten Schweizer Private Equity Investoren.

VIVA Investment Partners – mehr als zwanzig Jahre Mobilitäts-Investments

Die VIVA Investment Partners AG hat ihren Sitz in Zollikon direkt vor den Toren Zürichs. Das Private Equity Unternehmen wurde 1993 von erfolgreichen Unternehmern und Risikokapitalgebern gegründet. VIP investiert bevorzugt in den Bereichen Transport und Mobilität. Entwicklungen zur Digitalisierung sind dabei von besonderem Interesse. Dazu gehören auch Lösungen für Luftfahrt, Raumfahrttechnik und Automobil-Ökosysteme. Digitale Ökosysteme werden über Plattformen abgebildet, die verschiedenste Systeme und Leistungen aus unterschiedlichen Sektoren integrieren und vernetzen. VIP betreibt mit der Business Services Platform TenX, Follow the Entrepreneur (FTE) und EntrepreneurCountry Global (ECG) selbst solche Ökosysteme.

Bei Finanzierungen verfährt VIP zweigleisig: zum einen durch die Bereitstellung von Kapital über Vermögensverwalter – das Investment findet in diesem Fall über Fonds-Vehikel statt -, zum anderen durch Direktbeteiligungen an interessanten Firmen. Dabei geht es nicht nur um Finanzierung, sondern um eine aktive Steuerung des Beteiligungs-Investments. In diese Kategorie fällt auch das DRIVE-Engagement. In den mehr als zwanzig Jahren der VIP-Existenz konnten schon über hundert Transaktionen realisiert werden. Dabei wurden insgesamt rd. 10 Mrd. US-Dollar bewegt. VIP engagiert sich weltweit. Außer in der Schweiz hat man erfolgreich Beteiligungen im übrigen Europa, in den USA und in Australien realisiert.

Vom National Freight Consortium zu DRIVE

Die Geschichte von DRIVE reicht bis in das Jahr 1990 zurück. Damals wurde FCS Computer Services aus dem kurz zuvor privatisierten National Freight Consortium ausgegründet. Zusammen mit einem Partner machte FCS-Mitgründer Martin Drake daraus DRIVE – einen Service-Provider für Verwaltung, Betrieb, Management und Compliance bei Fahrzeugflotten. Das Unternehmen gilt als Pionier in diesem Bereich. Das Angebot richtet sich zum Beispiel an Leasing-Firmen, die in größerem Stil Fahrzeuge verleasen oder vermieten. DRIVE betreibt sein Geschäft weltweit in 54 Ländern. Firmensitz ist Stevenage nördlich von London.

Anlass für das VIP-Engagement ist die Entwicklung und Einführung von ODO DRIVE gewesen – einer Flottenmanagement Software, die sich in erster Linie an kleine und mittlere Unternehmen richtet. Mit ODO hält die Digitalisierung auch bei Fahrzeugflotten von KMU Einzug, ein Wachstumsmarkt mit Zukunft. Die ODO-Plattform ist eine Oracle Cloud-Lösung und per App, Tablet oder PC verfügbar. KMU können damit die Fahrzeug-Beschaffung optimieren und sämtliche fuhrparkbezogenen Dienstleistungen “aus einer Hand” – das heißt: unter einer Oberfläche – steuern.

Personelle Veränderungen bei DRIVE

Mit dem Einstieg von VIP bei DRIVE sind auch personelle Veränderungen an der Unternehmensspitze verbunden. Alastair Houston fungiert als neuer DRIVE-CEO und soll die globale Ausrichtung des Unternehmens ausbauen. Er verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung im Automobilsektor und langjährige Geschäftsführungspraxis. Parallel dazu rückt Dr. René Eichenberger, VIP-Chairman, in den DRIVE-Vorstand auf und bildet damit eine personelle Klammer zwischen Private Equity Investor und Unternehmens-Investment. Eichenberger – ursprünglich ein Schweizer Anwalt – betätigt sich seit vielen Jahren im Bereich der Risikokapitalfinanzierung. Er war maßgeblich an der Gründung verschiedener Private Equity- und Venture Capital-Firmen in der Schweiz und in den USA beteiligt und nimmt auch jetzt noch diverse Mandate in diesem Umfeld wahr.

Bildquelle: Nabeel Syed

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Anlagestiftungen sind eine besondere Stiftungsform nach Schweizer Recht zur Vermögensverwaltung für Pensionskassen. Genau diesem Zweck dient auch die Helvetia Anlagestiftung in Basel. Sie investiert nach Vorgaben des Anlagestiftungsrechts in verschiedene Anlageklassen. Dazu gehören u.a. Immobilien. Im Rahmen ihrer Anlagestrategie hat die Helvetia Anlagestiftung kürzlich ein weiteres Wohnportfolio in Höhe von CHF 182 Mio. erworben. Möglich wurde das durch eine Kapitalerhöhung.

Die Helvetia Anlagestiftung besteht seit 1993, unter diesem Namen allerdings erst seit 2007. Vorher firmierte sie als Patria Anlagestiftung. Sie gehört zur Helvetia Versicherungsgruppe, einer der grössten und ältesten Versicherungen der Schweiz. Sie kann auf eine rund 160jährige Geschichte zurückblicken. Die Vermögensanlagen finden im Rahmen von Anlagegruppen in jeweils getrennt gemanagten Portfolios statt. Es gibt Anlagegruppen für Aktien, Mischgefässe, Hypotheken und Immobilien. Insgesamt verwaltet die Helvetia Anlagestiftung Vermögen von etwa 260 Schweizer Vorsorgeeinrichtungen und Pensionskassen. Als wichtiger Immobilieninvestor gehört die Helvetia Anlagestiftung zu unserer Liste der 100 größten Schweizer Immobilieninvestoren.

Anlagegruppe Immobilien – “Immobilien Schweiz” und “Immobilien Romandie”

In den Anlagegruppen Immobilien bestehen zwei Investment-Portfolios: “Immobilien Schweiz” und “Immobilien Romandie”. Das Portfolio “Immobilien Schweiz” funktioniert wie ein geschlossener Fonds. Weitere Anteile können hier nur bei Kapitalerhöhungen gezeichnet werden. “Immobilien Romandie” ist dagegen wie ein offener Fonds gestaltet. Beide Fonds investieren überwiegend in Schweizer Wohnimmobilien, “Immobilien Schweiz” zu mindestens zwei Dritteln, “Immobilien Romandie” zu mindestens drei Vierteln. Der Rest fliesst jeweils in Büro-, Geschäfts- und sonstige Gewerbeimmobilien.

Der Anlageschwerpunkt bei “Immobilien Schweiz” liegt überwiegend in der Deutschschweiz, aber nicht ausschliesslich. “Immobilien Romandie” engagiert sich dagegen nur in der französischsprachigen Westschweiz. Das verwaltete Vorsorgevermögen des “Schweiz-Portfolios” liegt nach den jüngsten Akquisitionen bei gut CHF 800 Mio. Euro, beim “Romandie-Portfolio” sind es rd. CHF 236 Mio. (Stand 30.9.2019).

Aktuelle Zukäufe im Portfolio “Immobilien Schweiz”

Zum 1. Dezember 2019 konnte für “Immobilien Schweiz” eine grössere Neuakquisition getätigt werden. Sie umfasst insgesamt sieben Liegenschaften in sieben Kantonen, die aus dem Immobilienbestand der Helvetia Versicherungen übernommen wurden. Es handelt sich um Wohnimmobilien. Das Transaktionsvolumen beträgt insgesamt CHF 182 Mio., dafür liegen bereits Finanzierungszusagen in Höhe von CHF 110 Mio. im Rahmen einer Kapitalerhöhung vor. Das Immobilien-Portfolio wird dadurch nachhaltig aufgestockt und abgerundet.

Es umfasst jetzt insgesamt 51 Objekte, die sich in insgesamt 15 Schweizer Kantonen befinden. Etwa ein Viertel des Immobilien-Vermögens entfällt auf die französischsprachige Schweiz, drei Viertel liegen in der Deutschschweiz – hier schwerpunktmässig in den Kantonen Aargau (fast 23 Prozent-Anteil am Gesamt-Portfolio), Zürich, Bern und Schwyz. Knapp 78 Prozent des Vermögens – also mehr als mindestens gefordert – sind in Wohnimmobilien investiert. Der Rest entfällt auf Büro- und Gewerbeobjekte. Hier fünf Beispiele für typische “Immobilien Schweiz”-Investments:

– mehrteilige Wohnanlage in Beinwil am See (Kanton Aargau), Baujahr 2018;
– mehrstöckiger Wohnkomplex in Biberist (Kanton Solothurn), Baujahr 1983;
– gemischt genutztes mehrstöckiges Wohn- und Geschäftshaus am Boulevard James Fazy in Genf (Kanton Genf), Baujahr 1981;
– Bürohochhaus in Frauenfeld (Kanton Thurgau), Baujahr 2000;
– Mehrfamilienhaus in Brugg (Kanton Aargau), Baujahr 1993/95.

12 Objekte sind nach der Jahrtausendwende errichtet worden, 22 wurden in den 1980er/1990er Jahren erbaut. Drei Immobilien stammen aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Insgesamt weist das Portfolio eine stark gemischte Altersstruktur mit Objekten aus praktisch jeder Bauepoche der letzten 100 Jahre auf. Bei Neuakquisitionen wird bevorzugt auf Immobilien neueren Baudatums gesetzt.

Stabile Erträge mit risikominderndem Effekt angestrebt

Mit “Immobilien Schweiz” will die Helvetia Anlagestiftung Schweizer Pensionskassen ein risikoarmes und breit gestreutes Immobilien-Investment mit stabilen Erträgen und geringen Wertschwankungen ermöglichen. Es soll damit auch gut zur Risikodiversifizierung in den Anlage-Portfolios der Kunden beitragen. In dieses Ziel reihen sich die jüngsten Immobilienkäufe nahtlos ein. Die Portfolio-Performance lag 2017 bei 3,5 Prozent, 2018 bei 3,6 Prozent. In den ersten drei Quartalen 2019 wurden 2,0 Prozent erreicht. Das Portfolio-Management erfolgt durch die Helvetia Versicherungen, die Immobilienbewirtschaftung durch die Privera AG in Bern.

Bildquelle: Victor

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Wohnen im Alter wird immer mehr zum Thema, seit die durchschnittliche Lebenserwartung der Bundesbürger steigt und die Alterspyramide sich umgekehrt hat. Heute liegt der Anteil der über 65jährigen an der Bevölkerung bereits bei rd. 21 Prozent, Prognosen zufolge wird er bis 2030 fast 30 Prozent erreichen. Altersgerechte Wohnangebote werden daher dauerhaft gefragt sein.

Diesem Trend folgt auch HAMBURG TEAM Investment Management mit zwei aktuell bekannt gegebenen Investments. Das Unternehmen ist Teil der seit 1997 existierenden HAMBURG TEAM Gruppe, eines Hamburger Projektentwicklers. In der Investment Management-Tochter befasst man sich mit Immobilien-Investments und Immobilien-Management im Rahmen von Fondslösungen – bevorzugt für institutionelle, professionelle und semi-professionelle Investoren. In diesem Sinne ist die HAMBURG TEAM Investment Management Vermögensverwalter mit Fokus auf Immobilien. Gleichzeitig fungiert die Tochtergesellschaft auch als Kapitalsammelstelle für Projektentwicklungen der HAMBURG TEAM Gruppe.

“Wohnen 70+” – HAMBURG TEAM-Fonds für altersgerechte Wohnmodelle

Zu den Fondsprodukten gehört u.a. der Fonds “HAMBURG TEAM Wohnen 70+”. Rechtlich gesehen handelt es sich um einen offenen Spezial-AIF (AIF = Alternative Investment Fund) – eine Fondsform bevorzugt für Immobilieninvestments, die ähnlich wie ein offener Publikums-Immobilienfonds angelegt ist, sich aber an professionelle und semiprofessionelle Investoren richtet. Wirtschaftlich stellt “Wohnen 70+” einen Club Deal dar: Immobilien-Investment mit einer überschaubaren Anzahl an Investoren. Der Fonds befindet sich noch im Aufbau. Angepeilt ist ein Fondsvolumen von rd. 350 Mio. Euro.

Investiert wird deutschlandweit in Wohnmodelle mit ambulanter Versorgung für die Generation 70+ – dazu zählen zum Beispiel Betreutes Wohnen, verschiedene stationär-ambulante Mischformen und bedingt auch stationäre Pflegeheime. Man will dabei in besonderer Weise den Bedürfnissen der älteren Generation nach möglichst langem autarken Wohnen entgegen kommen, aber auch Pflege-Engpässen durch den Fachkräftemangel Rechnung tragen. Genau in dieses Fondskonzept passen die beiden jüngst erfolgten Akquisitionen von HAMBURG TEAM Investment Management für “Wohnen 70+”.

Zwei Seniorenwohnparks in Bremen-Vegesack und in Schwanewede

Beide Käufe umfassen ein Gesamtvolumen von 36 Mio. Euro. Es handelt sich um sogenannte Forward Deals, also laufende Projektentwicklungen, bei denen die Transaktion noch vor Fertigstellung erfolgt. Verkäufer ist der Projektentwickler M-Projekt aus Bremen. Zum einen geht es um eine Wohnanlage mit 7.100 qm Mietfläche im Bremer Stadtteil Vegesack, zum anderen um eine Immobilie mit rund 3.000 qm Mietfläche in Schwanewede nordwestlich von Bremen. Trotz einer Entfernung von rd. acht Kilometer Luftlinie besteht eine Verbindung zwischen beiden Projekten. Die Wohnanlagen werden nach dem Projektende von der Bremer Convivo-Gruppe betreut werden – einem Unternehmen, das als Betreiber fungiert und Dienstleistungen rund um altersgerechtes Wohnen anbietet.

Die Objekte sind als Seniorenwohnparks (Convivo Parks) konzipiert. Dieses Konzept verbindet unabhängiges selbständiges Wohnen “in den eigenen vier Wänden” mit dem umfassenden Unterstützungs-, Service- und Pflegeangebot einer Senioreneinrichtung:

  • Beim Objekt im Stadtteil Vegesack ist eine Anlage mit insgesamt 59 Wohneinheiten vorgesehen. Außerdem werden zwei Wohngemeinschaften mit je 12 Plätzen angeboten. Der Wohnpark “Aumund” wird eine Tagespflege und diverse Service-Angebote enthalten, die nach Bedarf abgerufen werden können. Auch ein “Inhouse”-Restaurant/Café ist eingeplant. Der Seniorenwohnpark liegt an der zentralen Meinert-Löffler-Straße in Vegesack, besitzt eine sehr gute ÖPNV-Anbindung, Zugang zu einem nahen See und bietet schnell erreichbare Einkaufsmöglichkeiten für täglichen Bedarf im Umfeld.
  • Das unmittelbar an Bremen angrenzende Schwanwede liegt bereits in Niedersachsen nördlich vom Stadtteil Vegesack. Das Konzept des Seniorenwohnparks Schwanewede ist ähnlich wie beim Wohnpark Aumund. Geplant sind 16 Wohneinheiten sowie zwei Wohngemeinschaften mit je 12 Plätzen. Die Anlage liegt mitten in einem Wohngebiet “im Grünen” und wird sich dort optisch und atmosphärisch nahtlos einfügen. Auch hier gibt es gute Einkaufsmöglichkeiten “vor Ort”.

Beide Vorhaben sollen Mitte bzw. Ende 2021 fertig sein. Mit einem attraktiven Angebot und einem erstklassigen Betreiber mit Erfahrung wie Convivo bestehen gute Aussichten, dass das Investmentkalkül aufgeht. Weitere Investments mit ähnlicher Ausrichtung werden folgen, um den Fonds zu komplettieren.

Bildquelle: Should Wang

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Die Bayerische Versorgungskammer (BVK) ist eine ungewöhnliche Einrichtung. Sie stellt eine Behörde dar und bildet zugleich ein bedeutendes Wirtschaftsunternehmen. Die BVK verwaltet insgesamt ein Vermögen von rd. 85 Mrd. Euro und ist damit die größte öffentlich-rechtliche Versorgungseinrichtung Deutschlands. Sie ist für rd. 2,3 Mio. Versicherte und Leistungsempfänger zuständig – überwiegend in Bayern, darüber hinaus aber auch für einzelne Versorgungswerke in Baden-Württemberg, Berlin, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen sowie im Saarland. Bei den Kapitalanlagen spielen Immobilien-Investments eine bedeutende Rolle. Die BVK ist Teil unserer Liste der 300 größten Immobilieninvestoren in Deutschland.

Von den Anfängen der Versorgungskammer: 1811 bis heute

Die Historie der BVK reicht bis ins Jahr 1811 zurück als die Bayerische Brandversicherungsanstalt gegründet wurde. Unter ihrem Dach entstand 1875 die Bayerische Brandversicherungskammer als Behörde. 1919 wurde daraus die Bayerische Versicherungskammer. 1995 fand eine Aufteilung in die Bayerische Versicherungskammer und die Bayerische Versorgungskammer statt. Die BVK führt die Geschäfte von insgesamt zwölf berufsständischen und kommunalen Versorgungswerken und -einrichtungen. Diese bieten ihren Versicherten und Mitgliedern Leistungen im Bereich der Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenversorgung. Als Behörde ist die BVK dem Geschäftsbereich des Bayerischen Innenministers zugeordnet.

Immobilien-Investments in der BVK-Anlagestrategie

Die BVK verwaltet für die ihr angeschlossenen Versorgungswerke Kapitalanlagen nach regulatorischen Vorgaben und versicherungsmathematischen Prinzipien. Die zur Anlage stehenden Gelder werden an den Finanz- und Immobilienmärkten investiert. Dabei erfolgt eine breite Streuung – sowohl nach Anlageklassen als auch innerhalb von Anlageklassen. Das gilt auch für Immobilien-Investments. Diese erfolgen über eigene Immobilienfonds oder mittels Direktanlagen. Investiert wird bevorzugt in Wohn-, Büro-, Einzelhandels- und Hotelimmobilien – überwiegend in Deutschland, darüber hinaus auch im europäischen Ausland. Einzelinvestments können sich in einer Bandbreite von 10 Mio. Euro bis 150 Mio. Euro bewegen. Es werden auch Immobilien-Portfolios bis zu einer Größenordnung von 1 Mrd. Euro erworben. Nachfolgend einige ausgewählte aktuelle Beispiele für BVK-Immobilieninvestments.

1. Projektentwicklung “City Prag – Wohnen im Theaterviertel”, Stuttgart

Eine der jüngsten Akquisitionen ist das “City Prag – Wohnen im Theaterviertel” in Stuttgart. Nahe der Innenstadt entsteht im Bereich von Pragsattel, Theaterhaus und Killesberg-Höhenpark ein komplettes neues Stadtquartier. Verantwortlich für die bauliche Umsetzung ist der Projektentwickler Instone Real Estate. Die BVK hat den Komplex noch vor dem eigentlichen Baustart gekauft und handelt damit für die Zusatzversorgungskasse der bayerischen Gemeinden, eines der 12 vertretenen Versorgungswerke.

“City Prag – Wohnen im Theaterviertel” umfasst insgesamt 250 Wohneinheiten mit einer Wohnfläche von 18.000 qm. Hinzu kommen noch rd. 2.400 qm Büro-Gewerbefläche. Zu dem Bauvorhaben gehört auch eine Kita, außerdem werden in der Umgebung des Wohnkomplexes neue Fuß- und Fahrradwege angelegt. Der Bau soll in drei Abschnitten erfolgen, die Fertigstellung der Rohbauten soll bis Herbst 2020 stattfinden. Der Projektabschluss ist für 2022 vorgesehen.

2. Projektentwicklung “Premier Inn”, Nürnberg

Die BVK hat für ihren neuen Hotelfonds bei der Universal Investment das Projekt “Premier Inn” in Nürnberg erworben. Der Fonds investiert in Hotelimmobilien in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Insgesamt sollen bis zu 500 Mio. Euro in Hotel-Investments fließen. Dabei kauft man sich nicht nur in Projekte ein, sondern auch in schon bestehende Objekte. Bei dem geplanten Hotel in der Nürnberger City handelt sich um ein Haus der Premium-Economy-Marke. Die Bauarbeiten haben im Oktober 2019 begonnen.

Das Projekt wurde vom Projektentwickler GBI AG erworben, der auch Fondsmanager für den Hotelfonds ist. Das Hotel wird nach seiner Fertigstellung 241 Zimmer bieten und zielt auf Freizeit- und Business-Gäste, die auf eine komfortable Ausstattung und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis achten. Nürnberg gilt als interessanter Standort für Hotel-Investments. Die Entwicklung ist hier in den letzten Jahren ähnlich dynamisch verlaufen wie in München oder Berlin.

3. “Ploum House” und “Blaak House” – Büroimmobilien in Rotterdam

Bei den beiden Objekten “Ploum House” und “Blaak House” handelt es sich um zwei denkmalgeschützte Bürohäuser aus den 1960er Jahren. Beide sind bzw. werden aktuell umfassend modernisiert. Das sechsstöckige “Ploum House” umfasst eine Mietfläche von 7.334 qm, das siebenstöckige “Blaak House” 9.520 qm. Beide Objekte liegen im Central Business District von Rotterdam. Die Transaktion wurde im September 2019 bekannt gegeben. Verkäufer ist die Real I.S. AG, eine Tochtergesellschaft der BayernLB. Der Kauf erfolgte durch LaSalle Investment Management und den Fondsmanager Universal Investment im BVK-Auftrag.

4. Einzelhandels-Portfolio in der Schweiz

Ganz aktuell ist der Kauf eines Portfolios aus insgesamt 14 Objekten in der Schweiz. Der am 10. Dezember 2019 verkündete Deal ist der erste seiner Art durch die BVK in unserem Nachbarland. Käufer ist der im BVK-Auftrag agierende Luxemburger RAIF (RAIF = Reserved Alternative Investment Fund) “Retail Parks Österreich/Schweiz” auf der Luxemburger AIF-Plattform von Universal Investment. Bisher befand sich das Portfolio im Besitz eines Schweizer Family Office. Bei den Immobilien handelt es sich um Geschäftsflächen an verschiedenen Schweizer Standorten mit renommieren Einzelhandels-Unternehmen als Ankermietern. Der Anfang 2018 aufgelegte RAIF enthält derzeit 28 Objekte mit Mietflächen von mehr als 150.000 qm.

5. Landmark-Immobilie ZOOM, Berlin

Im April 2019 hat die BVK gemeinsam mit Swiss Life Asset Managers die Landmark-Immobilie Zoom erworben, ein markantes Büro- und Geschäftshaus in zentraler Berliner Lage am Bahnhof Zoo. Das Objekt wurde 2018 fertiggestellt. Verkäufer ist der amerikanische Immobilien-Investor und Projektentwickler Hines. Das ZOOM verfügt über eine Mietfläche von rd. 16.500 qm mit Einzelhandels-, Büro- und Gastronomie-Flächen. Das Gebäude hat neben dem Erdgeschoss fünf Obergeschosse sowie zwei Untergeschosse mit Tiefgarage. Einer der Hauptmieter ist die irische Modekette Primark. Daneben besteht eine heterogene Mieterstruktur.

Bildquelle: Stijn Hanegraaf

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Immobilien sind nach wie vor eine gesuchte Stiftungs-Anlage. Denn sie versprechen gut kalkulierbare Mieterträge und Wertbeständigkeit – zumindest wenn es sich um “wertige” Objekte in guter Lage handelt. Dann passen solche Investments sehr gut zur eher konservativen Vermögensstrategie im Stiftungsbereich.

Ein typisches Beispiel dafür ist der Erwerb des Objektes City Gate in Siegburg. Käufer ist die österreichische Kaiserschild Stiftung, Verkäufer das Kölner Multi Family Office DERECO. Die Transaktion wurde im Oktober 2019 bekannt gegeben. Über den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

City Gate: Wohn- und Geschäftsimmobilie in Siegburg

Siegburg ist Kreisstadt und Verwaltungssitz des Rhein-Sieg-Kreises. Die Stadt mit ihren über 40.000 Einwohnern hat sich trotz der Nähe zu Köln und Bonn eine eigene Bedeutung als regionales Wirtschafts- und Handelszentrum rechts des Rheins bewahrt. Siegburg weist eine überdurchschnittliche Einzelhandelszentralität auf, der örtliche Einzelhandel zieht Kaufkraft aus dem Umland an und bindet sie am Standort. Für Immobilien mit Handelsflächen bietet das günstige Voraussetzungen für Vermietung. Das gilt auch für das Objekt City Gate.

Es handelt sich um ein Wohn- und Geschäftshaus in zentraler Lage in Siegburg. Der Name “City Gate” ist passend. Denn tatsächlich bildet das Gebäude eine Art Zugang zum historischen Zentrum. Passiert man das City Gate, öffnet sich nach wenigen Metern aus einer schmalen Gasse ein großzügiger Raum, der weitläufige Marktplatz Siegburgs. Er ist seit dem frühen Mittelalter Ort für Handel und Wandel. Errichtet wurde das City Gate von der INTERBODEN GmbH & Co. KG, einem Projektentwickler aus Ratingen bei Düsseldorf.

Das dreigeschossige Gebäude steht auf einem 1.569 qm großen Grundstück. Das Erdgeschoss und das 1. Obergeschoss werden weitgehend von Einzelhandelsflächen eingenommen. Sie machen rund 60 Prozent der gesamten Mietfläche von 4.280 qm aus. Im 2. und 3. Obergeschoss befinden sich 17 hochwertige Wohnungen. Außerdem gibt es noch eine ca. 300 qm große Bürofläche im 1. Obergeschoss. Optisch fügt sich das Bauwerk mit abgerundeter Fassade, großen Fensterflächen und klarer Gliederung harmonisch in die Umgebung ein und bildet ein würdiges Entree zum Markt. Es verfügt als “grünes Gebäude” über das EU GreenBuilding Zertifikat.

Hans Riegel Bonn und die Kaiserschild Stiftung als Immobilieninvestor

Die Kaiserschild Stiftung als Käufer hat mehr Verbindungen zur Region als es auf den ersten Blick scheint. Ihr Initiator und Gründer ist der 2013 verstorbene Dr. Hans Riegel. Seine Namensinitialen HA und RI bilden zusammen mit den Anfangsbuchstaben BO von Bonn den Firmennamen HARIBO. Jahrzehntelang war Bonn Sitz des Gummibärchen-Unternehmens – heute größter Süßwarenhersteller Europas. 2018 wurden Firmensitz und Produktion in die Gemeinde Grafschaft in unmittelbarer Nachbarschaft des Rhein-Sieg-Kreises verlagert. Hans Riegel ist selbst Bonner gewesen, hatte aber in Österreich eine zweite Wahlheimat gefunden und besaß auch die österreichische Staatsbürgerschaft.

Neben der Dr. Hans Riegel Stiftung in Bonn errichtete er auch in Österreich eine eigene Stiftung – die Kaiserschild Stiftung. Beide Stiftungen verfolgen ähnliche Zwecke – sie betreiben Nachwuchsförderung in naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen und entwickeln dafür eigene Projekte. Sie werden aus dem jeweiligen Stiftungsvermögen finanziert, das entsprechend gewinnbringend angelegt wird. Dazu dienen u.a. Immobilien-Investments. Der Erwerb von City Gate in Siegburg durch die Kaiserschild Stiftung ist in gewisser Weise ein “Back to the Roots”.

Verkäufer: Multi Family Office DERECO

Der Verkäufer DERECO berät bereits seit 1993 als unabhängiges Multi Family Office für Immobilienvermögen private und semi-institutionelle Eigentümer, Verkäufer und Investoren bei immobilienwirtschaftlichen Aktivitäten. City Gate war 2013 im Rahmen eines Forward Deals (also noch vor dem Abschluss der Projektentwicklung) von INTERBODEN für das Portfolio eines niederländischen Family Office erworben worden. Das Objekt wurde jetzt zum richtigen Zeitpunkt verkauft, nachdem es einen sehr guten Beitrag zur Portfolio-Performance geleistet hatte und die mit dem Investment verfolgten Ziele erreicht waren. Für die Kaiserschild Stiftung sollen die Erträge bereits bestehende Projekte finanziell sichern und weitere Vorhaben ermöglichen.

Bildquelle (dabei handelt es sich nicht um City Gate Immobilie): Serj Sakharovskiy 

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Diese Listen enthalten Stiftungen, Pensionskassen und Family Offices die in Immobilien investieren


Der Maschinenbau ist eine industrielle Kernbranche – ohne Maschinen läuft keine Fabrik. Sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland hat die Maschinenindustrie Tradition. Viele Unternehmen gehören dem Mittelstand an und sind als Spezialisten Weltmarktführer in ihrem Bereich. Die starke Spezialisierung bietet Chancen (dank USP), birgt aber auch Risiken – denn sie schafft Abhängigkeiten von anderen Branchen und vom Export.

Schwächelt die Weltkonjunktur, bekommt das der Maschinenbau besonders zu spüren. Dennoch sind Maschinenbau-Investments interessant. Das gilt selbst für Beteiligungen an angeschlagenen Unternehmen wie dem Schwarzwälder Maschinenbauer Rena. Dieser wurde insolvenzbedroht vor vier Jahren vom Schweizer Private Equity-Investor Capvis gekauft und nach Sanierung vor kurzer Zeit gewinnbringend weiterverkauft. Wir stellen hier 3 Schweizer Private Equity-Fonds vor, die u.a. in den Maschinenbau investieren. Diese sind Teil unserer einmaligen Liste der 50 größten Schweizer Private Equity Investoren.

1. Capvis AG – industrieller Mittelstand in Marktnischen im Fokus

Capvis mit Sitz in Baar bei Zug kann auf eine längere Historie zurückblicken. Ursprünglich handelt es sich um einen Teil der Equity Banking Division des Schweizerischen Bankenvereins (SBV). 1995 erfolgte die rechtliche Verselbständigung als Capvis Equity Partners AG im Rahmen der Private Equity-Organisation der UBS (UBS Capital). UBS und SBV waren zuvor fusioniert. Seit 2003 agiert Capvis Equity Partners unabhängig von UBS am Markt. 2019 erfolgt die Umbenennung in Capvis.

Capvis sammelt und investiert Geld von institutionellen Anlegern (Pensionskassen, Finanzdienstleister, Stiftungen, Family Offices, staatliche Einrichtungen usw.) für Investments in Unternehmensbeteiligungen. Man engagiert sich bevorzugt bei global führenden Unternehmen in Nischen-Märkten sowie bei regionalen Marktführern mit Unternehmenswerten von 100 Mio. bis 500 Mio. Euro. Der Maschinenbau ist für Investments prädestiniert – denn die Unternehmen haben diese Größenordnung (industrieller Mittelstand) und sind oft in ihrem Bereich marktführend. Geografisch zielt Capvis auf die Schweiz, Deutschland, Italien und die Benelux-Länder.

Das zuvor erwähnte Rena-Engagement hat diese Bedingungen idealtypisch erfüllt. Capvis hatte das überschuldete Unternehmen 2015 gekauft. Durch einseitige Abhängigkeit von der krisengeschüttelten Solarindustrie war Rena in Schwierigkeiten geraten. Capvis sorgte für frisches Geld, eine grundlegende Reorganisation und Neuausrichtung. 2018 erreichte Rena das erfolgreichste Jahr seiner Firmengeschichte. Der jetzt erfolgte Verkauf mit Gewinn ist die logische Konsequenz. Insgesamt war Capvis bisher an 51 Unternehmens-Transaktionen mit rd. drei Mrd. Euro Investitionsvolumen beteiligt.

2. Cross Equity Partners AG – Maschinenbau, Engineering & industrielle Fertigung

Im eher beschaulichen Pfäffikon am Zürichsee befindet sich der Sitz von Cross Equity Partners. Cross ist ein Private Equity-Unternehmen, das größere mittelständische Unternehmen in den DACH-Ländern mit Eigenkapital, Expertise und Beziehungs-Management unterstützt und deren nachhaltiges Wachstum fördert. Investiert wird bevorzugt in Firmen, die in wachstumsstarken Marktnischen erfolgreich sind – neben dem Maschinenbau sind auch Geschäftsmodelle im Engineering und in der industriellen Fertigung gefragt.

Die Beteiligungen werden über den Fonds Cross L.P. finanziert, der zu 58 Prozent von institutionellen Anlegern, zu 42 Prozent von Family Offices dotiert ist. Die Investoren kommen zu etwa zwei Drittel aus der Schweiz, ein Fünftel stammt aus Deutschland. Cross Equity Partners fungiert als Fonds-Berater und kümmert sich um Beteiligungsevaluation, -engagements und -weiterentwicklung. Cross beteiligt sich an Unternehmen zwischen 15 und 150 Mio. CHF Marktwert. Sowohl Mehrheits- als auch Minderheitsbeteiligungen sind möglich.

Bisher konnten bereits rd. 30 Investments realisiert werden. Aktuell (Dezember 2019) befinden sich neun Beteiligungen im Portfolio. Ein klassischer Maschinenbauer ist aktuell nicht darunter. Ein Beispiel für ein Cross-Engagement ist die bereits seit 2012 bestehende Mehrheitsbeteiligung an der MicroMacinazione SA. Das Tessiner Engineering-Unternehmen ist Europas führender Anbieter von Mikronisierungstechnologien und -dienstleistungen für die Pharma- und Feinchemieindustrie. Die Beteiligung erfolgte im Rahmen einer Nachfolge.

3. CGS Management AG – Weiterentwicklung von Mittelständlern zu Industriegruppen

Ebenfalls in Pfäffikon ansässig ist die CGS Management AG. Das Private Equity-Unternehmen besteht bereits seit 1999. CGS investiert in mittelständische Unternehmen im DACH-Raum in einer Größenordnung von 10 bis 80 Mio. Euro Jahresumsatz. Neben Maschinenbau sind die Branchen Automation, Bauzulieferer, Elektronik, industrielle Ausrüstung, Kunststoff, Apparate und Zubehör sowie Mess- und Regeltechnik/Sensoren interessant. Angestrebt wird ein nachhaltiges Wachstum durch zielgerichtete Weiterentwicklung der akquirierten Unternehmen zu sogenannten Industriegruppen, ggf. auch über weitere Zukäufe.

Bisher wurde in über 30 Einzelunternehmen investiert, die man zu über einem Dutzend Industriegruppen geformt hat. Neun
Gruppen sind aktuell (Dezember 2019) im Portfolio, davon sieben im Bereich Maschinenbau. Ein Beispiel ist das Engagement bei der Stürtz Gruppe. Das in Neustadt (Wied) ansässige deutsche Unternehmen existiert bereits seit 1946. Stürtz baut Maschinen und komplette Automatisierungssysteme für PVC- und Aluminium-Fenster. Außerdem werden vollautomatische, verkettete Produktionsanlagen im Bereich Sondermaschinenbau hergestellt.

Bildquelle: Crystal Kwok

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Genf ist nach Zürich zweitgrösste Stadt der Schweiz und gilt als das urbane Zentrum der Romandie – der französischsprachigen Teile des Landes. Die Stadt am Genfersee ist auch ein starker Wirtschaftsstandort, Sitz zahlreicher internationaler Institutionen und ein bedeutender Finanzplatz. Genf belegt bei Finanzen nach Zürich Platz 2 in der Schweiz, weltweit gehört Genf zu den 30 wichtigsten Finanzstandorten. Nach Monaco weist die Stadt die zweithöchste Millionärsdichte auf dem Globus auf. Es überrascht nicht, hier bedeutende Private Equity-Investoren zu finden. Wir stellen drei bedeutende Genfer Private Equity Fonds vor – aus unserer einmaligen Liste der größten Schweizer Private Equity Fonds.

1. Argos Wityu Partners S.A. – Investor mit europäischem Antritt

Die Investmentgesellschaft Argos Wityu wurde bereits 1989 mit Vertretungen in Genf, Mailand und Paris gegründet. Weitere Büros in Brüssel, Frankfurt und Luxemburg kamen im Lauf der Zeit dazu. Argos Wityu Partners S.A. firmiert heute offiziell als Gesellschaft nach Luxemburger Recht. Die Standorte stehen für die geografische Ausrichtung der Investments. Man versteht sich als europäischer Investor mit Konzentration auf den DACH-Raum, Frankreich, die Benelux-Länder und Italien.

Argos Wityu investiert sektorenübergreifend und grenzüberschreitend in Unternehmen aus verschiedenen Branchen. Ziel ist ein breit diversifiziertes Beteiligungs-Portfolio. Die Investmentgesellschaft strebt dabei jeweils Mehrheitsbeteiligungen in einer Grössenordnung zwischen 10 und 100 Mio. Euro an. Bei Bedarf werden weitere institutionelle Investoren mit ins Boot geholt. Insgesamt umfasst das Beteiligungs-Portfolio bislang ein Volumen von rd. einer Mrd. Euro.

Aktuell werden mehr als 30 Beteiligungen gehalten. Hier zwei Beispiele: aktivoptik ist mit 600 Mitarbeitern das fünftgrösste Optik- und Hörgeräteunternehmen in Deutschland und genauso lange am Markt wie Argos Wityu Partners. Der Einstieg erfolgte 2018 im Rahmen einer Nachfolgeregelung. Henri Selmer Paris baut sei 1885 Musikinstrumente und hat rd. 500 Mitarbeiter. Die 2018 erfolgte Beteiligung diente der Erweiterung der Finanzierungsspielräume des Unternehmens.

2. ACE & Company – Genfer Beteiligungsgesellschaft mit globaler Ausrichtung

ACE & Company wurde 2005 in Genf als Schweizer Beteiligungsgesellschaft mit einem internationalen Team gegründet. Neben dem Genfer Hauptsitz verfügt man über Niederlassungen in London, Hongkong, New York und Kairo – ist also auf vier Kontinenten vertreten. Daraus wird die globale Ausrichtung von ACE & Company deutlich. In den knapp 15 Jahren seiner Existenz konnte das Unternehmen ein stürmisches Wachstum hinlegen. Bereits 2010 wurde ein verwaltetes Vermögen von 50 Mio. US-Dollar erreicht, inzwischen sind es rd. 900 Mio. US-Dollar.

ACE & Company konzipiert und organisiert Investmentvehikel für Anleger und arbeitet dabei mit Wertpapierfirmen, Unternehmenspartnern, Unternehmern und Einzelinvestoren zusammen. Das Geld wird in Unternehmensbeteiligungen “auf Zeit” angelegt. Ziel ist der spätere gewinnbringende Verkauf. Derzeit (Dezember 2019) bestehen 139 Engagements in einem Dutzend Fonds mit unterschiedlicher Ausrichtung. Das Beteiligungsportfolio ist breit diversifiziert. Es umfasst ein grosses Branchenspektrum und Unternehmen in unterschiedlichen Lebensphasen – von der Seed-Phase bis zum ausgereiften etablierten Unternehmen. 22 Engagements befinden sich in Europa, 87 in Nordamerika (meist USA), die übrigen Investments verteilen sich auf die restlichen Kontinente.

3. Manixer – ein Investor setzt auf erprobte Geschäftsmodelle

Manixer wurde 2009 in Genf gegründet und ist ein Unternehmen, das Direktinvestments von Family Offices und vermögenden Privatpersonen in Firmen und Immobilien berät, organisiert und betreut. Investiert wird in nachhaltig ertragsstarke Unternehmen in der Schweiz, die ein nachvollziehbares Geschäftsmodell verfolgen und über erstklassiges Management verfügen. Manixer strebt bei seinen Investments Mehrheitsbeteiligungen an. Sicherheit, Solidität und Stabilität sind wichtige Kriterien für einen Einstieg. Deshalb meidet Manixer Start-up-Investments oder Beteiligungen an Unternehmen in schwierigen Situationen.

Ein typisches Beispiel für Manixer-Investments ist die 2018 erfolgte Beteiligung an Lavorent. Das seit 1980 bestehende Unternehmen ist der grösste Schweizer Anbieter für Wäschereimanagement in Immobilien und betreibt rund 10.000 Waschmaschinen und Trockner in der Westschweiz. Ein weiteres Beispiel ist das Engagement bei den beiden Hotels Alpine Lodge und Huus Gstaad im exklusiven Schweizer Tourismus-Ort Gstaad. Huus Gstaad und die Alpine Lodge stellen die grösste Hotelgruppe der Region dar.

Bildquelle: Michal Dolnik

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Relevante Listen mit Private Equity Investoren


Als Logistikimmobilien bezeichnet man Gebäude, die zur Lagerhaltung, Kommissionierung oder Distribution von Waren dienen. Vom Gebäudetypus her handelt es sich um Lagerhallen – in der Regel mit größeren Flächen ab 5.000 qm aufwärts. Manchmal enthalten Logistikobjekte zusätzlich auch Büroräume oder sonstige Gewerbeflächen.

Logistikimmobilien, die alternativ für niedrigstufige Fertigung einsetzbar sind und Mehrzwecknutzungen ermöglichen, werden auch gerne als Light Industrial Immobilien oder Light Industrial Real Estates bezeichnet. Nicht jede Logistikimmobilie ist allerdings ein Light Industrial Objekt und es gibt Light Industrial Immobilien, die keine Logistikobjekte sind. Insofern sind beide Begriffe nicht deckungsgleich, es gibt aber auch keine trennscharfe Abgrenzung.

Investments in Logistikimmobilien haben in den letzten Jahren stark an Bedeutung zugenommen. Dies ist zu einem guten Teil dem E-Commerce-Boom zu verdanken. Die dynamische Entwicklung des Internet-Handels schafft einen wachsenden Bedarf an Logistikflächen, um die punktgenaue Belieferung der Käufer sicherzustellen. Nach Angaben des Gewerbeimmobilien-Dienstleisters Colliers International wurden 2018 in Deutschland rd. 6,8 Mrd. Euro in Logistik- und Light Industrial Immobilien investiert. 2017 waren es sogar 8,7 Mrd. Euro. Der Rückgang ist nicht etwa auf fehlendes Interesse zurückzuführen, sondern mangelnden Gelegenheiten und weniger Portfolio-Deals geschuldet. Auch in diesem Jahr gab es einige bemerkenswerte Investments und Transaktionen mit maßgeblicher deutscher Beteiligung – im In- und Ausland. Drei Deals stellen wir hier vor. Involviert waren dabei Investoren aus unserer Liste der größten Logistikimmobilien-Investoren Deutschlands.

1. PATRIZIA Immobilien AG – Engagement in den Niederlanden

Die PATRIZIA Immobilien AG ist ein 1984 gegründeter, in Augsburg ansässiger Immobilieninvestor. Das Unternehmen organisiert und managt Immobilieninvestments für private und institutionelle Anleger. In diesem Rahmen kauft PATRIZIA Immobilien sowohl Wohnimmobilien als auch Gewerbeimmobilien. Die Finanzierung erfolgt über offene und geschlossene Investmentfonds, Alternative Investmentfonds und Club Deals. Dabei engagiert sich PATRIZIA Immobilien ggf. auch als Co-Investor. Die Assets under Management beliefen sich Ende 2018 auf rd. 41 Mrd. Euro. War die Investment-Tätigkeit ursprünglich auf den Raum Augsburg-München konzentriert, erweiterten sich die Aktivitäten im Zeitablauf geografisch immer mehr.

Heute bezeichnet sich PATRIZIA Immobilien selbst als pan-europäischen Investor, der über die Grenzen des Kontinents hinausblickt. Zu den Investments des Jahres 2019 gehört ein Engagement in den Niederlanden in ein Logistikimmobilien-Portfolio. In der ersten Jahreshälfte wurden insgesamt 131.000 qm Logistikfläche in Rotterdam, Moerdijk und Bergen op Zoom vom holländischen Immobilieninvestor und -entwickler DHG erworben. Das Transaktionsvolumen beläuft sich auf 130,8 Mio. Euro. Die Objekte sind dem Fonds “PATRIZIA Logistik-Invest Europa II” zugeordnet. Die Standorte liegen auf dem logistisch wichtigen Südkorridor von Rotterdam nach Antwerpen und Belgien. Ein Teil der Flächen ist für Gefahrgutumschlag geeignet, ein lukratives Marktsegment.

2. Nagel-Group SE & Co. KG mit Cruzon Capital Partners und Barings – Sale and Lease Back im Bereich Lebensmittellogistik

Die Nagel Group im westfälischen Versmold ist ein europaweit tätiger Lebensmittellogistiker mit Tradition. Das Familienunternehmen wurde bereits 1935 gegründet. Das Kerngeschäft besteht in Lebensmitteltransporten – zu Lande, auf dem Wasser und in der Luft. Darüber hinaus befasst sich die Nagel Group mit Beschaffungslogistik, Kontraktlogistik, Lagerhaltung, Kommissionierung, Konfektionierung und weiteren Mehrwertdiensten. Ab den 1980er Jahren begann man mit der Erschließung ausländischer Märkte. Heute ist Nagel mit Töchtern in weiten Teilen Europas vertreten.

Bei dem hier vorgestellten Immobilienlogistik-Deal ging es nicht um Kauf, sondern um Verkauf von Immobilien mit gleichzeitiger Rückmietung – im Fachjargon “Sale an Lease Back” genannt. Solche Transaktionen dienen oft der Gewinnung von Liquidität und der Bilanzoptik. Im Falle Nagel wollte man sich mit dem Verkauf auch strategisch flexibler aufstellen. Ende März einigte sich die Nagel Group mit den beiden Käufern, dem Core+- Fonds “Cruzon Capital Partners 5 LL (CCP 5 LL)” und Barings in Vertretung eines institutionellen Investors, auf die Übertragung von insgesamt 34 Immobilien mit einer Fläche von 260.000 qm. 26 Objekte liegen in Deutschland, 8 in Dänemark. CCP 5 LL übernimmt 27 Liegenschaften, Barings 7. Die langfristige Rückmietung durch Nagel ist sichergestellt.

3. Union Investment AG – Kauf eine Logistikimmobilien-Portfolios von TST

Die Union Investment ist eine der größten deutschen Fondsgesellschaften und gehört zur Gruppe der Volks- und Raiffeisenbanken. Im Fondsspektrum werden auch Immobilienfonds abgedeckt. Union Investment investiert in diesem Rahmen bevorzugt in Gewerbeimmobilien. Das Logistikimmobilien-Portfolio umfasst nach den Käufen dieses Jahres 22 Objekte und Projekte mit einem Marktwert von rund 1 Milliarde Euro. Union Investment hält insgesamt rd. 300 Objekte in 24 verschiedenen Ländern.

Der im September bekannt gegebene Deal mit dem Logistikdienstleister Trans Service Team (TST) betrifft eine bestehende Logistikimmobilie und drei Projektentwicklungen im Ruhrgebiet und in Rheinhessen. Ziel ist eine Aufstockung des Immobilienportfolios des Fonds UniImmo – eines offenen Publikumsfonds der Tochter Union Investment Real Estate. Das Bestandsobjekt in Dortmund hat eine Mietfläche von rund 24.000 qm. In unmittelbarer Nachbarschaft wird eine weitere Immobilie mit 17.000 qm Fläche erstellt. Die beiden anderen Projektentwicklungen beziehen sich auf ein 30.000 qm großes Logistikzentrum in Bönen östlich von Dortmund und eine Logistikimmobilie mit 49.000 qm Fläche in Worms. Das Transaktionsvolumen beträgt rd. 120 Mio. Euro.

Bildquelle: Marcin Jozwiak

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Diese Investoren investieren in Logistikimmobilien


Hotelimmobilien bilden ein spezielles Segment im Bereich Gewerbeimmobilien. Das Geschäft mit den Übernachtungen boomt – gerade in Großstädten und Ballungsräumen, die sich dynamisch entwickeln. Hier ist Wohnen “über Nacht” besonders gefragt – Businessleute, Durchreisende, Messe- und Veranstaltungsbesucher oder Touristen sorgen für gute Auslastung.

Dennoch gilt: die Lage zählt. Mit guten bis exzellenten Lagen bieten Hotel-Objekte oft überdurchschnittliche Renditen und sind für Investoren attraktiv. Anders sieht es bei zweit- bis drittklassigen Standorten aus. Grundsätzlich muss das Hotelkonzept zum Standort passen. Ist das nicht der Fall, kann es schwierig werden – auch für Fünf Sterne-Häuser. Wir stellen hier drei Unternehmen vor, die Hotels ankaufen. Die vorgestellten Unternehmen sind sowohl Teil unserer Liste der größten europäischen Hotel-Investoren als auch der Liste der größten deutschen Hotel-Investoren.

1. Commerz Real AG – Hotels für Spezialfonds

Die Commerz Real AG in Wiesbaden ist Teil der Commerzbank Gruppe und seit über vier Jahrzehnten im Immobiliengeschäft aktiv. Das Unternehmen mit verschiedenen Töchtern befasst sich mit Immobilien-Investments und Immobilienfonds. Für das breite Anleger-Publikum besteht der offene Fonds hausInvest, in erster Linie für institutionelle Anleger sind diverse Spezialfonds mit unterschiedlicher Ausrichtung gedacht. Commerz Real kauft für seine Fonds auch Hotels an.

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Hospitality, Dachmarke der Steigenberger Hotels AG, wurde ein Hotel-Spezialfonds ins Leben gerufen – der “Commerz Real European Hotel Fund”. Der Ende 2018 aufgelegte Fonds strebt den Aufbau eines Portfolios aus bis zu acht Häusern an, die zu den Marken der Deutschen Hospitality gehören. Ein weiterer Hotel-Fonds ist der “Commerz Real Institutional Hotel Fund”. Er investiert in Hotel-Objekte mit globalem Fokus auf Metropolen und Tourismuszentren. Gesucht sind ertragsstarke Hotels in den Risikoklassen Core und Core+ mit etablierten, bonitätsstarken Hotelbetreibern, die über langjährige Erfahrung und exzellente Qualität verfügen. Ein aktuelles Hotel-Investment von Commerz Real bildet der Erwerb des Hotel Maritim in der Düsseldorfer Airport-City – ein Sale-and-Lease-back-Geschäft über 162 Millionen Euro.

2. VICUS Group AG – Hotels für Restrukturierung und Revitalisierung

Die VICUS Group in Leipzig besteht seit mehr als 25 Jahren und investiert in Hotels und andere Gewerbeimmobilien. Der Fokus liegt neben Core- und Core+-Immobilien auf Value Added-Objekten. Das sind oft in die Jahre gekommene Immobilien, die sich durch Sanierung, Restrukturierung, Um- und Neunutzung wieder zu ertragsstarken Objekten mit höherem Wiederverkaufswert entwickeln lassen. 2019 möchte VICUS ein Transaktionsvolumen von rd. 2 Mrd. Euro erreichen, 2018 waren es bereits 1,6 Mrd. Euro.

Der Unternehmensstrategie entspricht auch das Ankaufsprofil für Hotels. Interessant sind Hotelflächen in den Top 8-Städten und in Oberzentren bundesweit. Die Hotels sollten zentrale Lagen und/oder eine exzellente ÖPNV-Anbindung haben. Gesucht sind die Risikoklassen Core- und Core+. Das Objekt sollte derzeit über keinen Betreiber verfügen oder das Betreiberverhältnis sollte spätestens in drei Jahren enden. Bevorzugt werden Transaktionen in einem Volumen von 10 bis 35 Mio. Euro. Ein Beispiel ist die 2018 erfolgte Akquisition des “Hotels im Wasserturm” in Köln.

3. Foremost Hospitality GmbH & Co. KG – Hotelbetrieb und Hotelentwicklung

Die 2002 gegründete Foremost Hospitality Gruppe in Berlin entwickelt Hotelprojekte und betreibt selbst Business- und Freizeit-Hotels – bevorzugt als Partner von InterContinental Hotels Group (IHG) und Hilton Worldwide. In Deutschland werden aktuell (Stand Dezember 2019) 21 Hotels gemanagt, ein weiteres in Großbritannien.

Als Projektentwickler ist Foremost Hospitality primär an Grundstücken interessiert, die sich für Hotelneubauten eignen – bevorzugt im Umfeld von zentraler Verkehrsinfrastruktur in deutschen Großstädten und Metropolen. Beispiele sind:

– ein gerade fertiggestelltes Hotelprojekt Munich Airport mit 165 Zimmern in München-Hallbergmoos;
– im Stuttgarter Europaviertel entwickelt Foremost Hospitality derzeit zwei Hotels in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs mit 157 bzw. 144 Zimmern, geplante Fertigstellung Oktober 2020;
– ein weiteres Projekt ist das Hampton by Hilton Dusseldorf City Centre auf dem Gelände der früheren Bahn-Autoverladestation mit 219 Zimmern, geplante Eröffnung Mai 2021.

Kürzlich gekauft wurde das Holiday Inn Express Hotel am Leipziger Hauptbahnhof von Strabag Real Estate (SRE), mit der das Objekt zuvor gemeinsam entwickelt worden war.

Bildquelle: Tony Yakovlenko

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Diese Listen enthalten relevante Hotel Investoren


Shoppingcenter stellen einen besonderen Typus von Gewerbeimmobilien dar. Oft gehören sie zu den größten Immobilien am Markt, Größenordnungen von 30.000 qm und mehr sind keine Seltenheit. In den Zentren gibt es vielfältige Angebote. Hier kann man nicht nur einkaufen, sondern auch zum Friseur gehen, eine Reise buchen, etwas essen oder einen Kaffee trinken.

Als Investment sind Shoppingcenter vor allem für Investoren interessant, die Wert auf eine solide schwankungsarme Rendite durch langfristig gesicherte Mietverträge legen. Trotzdem: sie stellen keineswegs Selbstläufer dar. Es kommt entscheidend auf die Lage, das Umfeld, den Angebots-Mix und die Infrastruktur drum herum an. Dies gilt es bei Investments zu berücksichtigen. Wir stellen drei Investoren für Retail-Immobilien vor, die in unserer Liste der größten Investoren für Handelsimmobilien und Shoppingcenter enthalten sind.

1. DEKA Immobilien Investment GmbH – Shoppingcenter für Fonds der Sparkassen

DEKA Immobilien ist eine Tochter der DekaBank Deutsche Girozentrale. Es handelt sich um die zentrale Wertpapierbank der Sparkassenorganisation. DEKA Immobilien betreibt Immobilieninvestments für von ihr betreute Immobilienfonds. Die Fonds richten sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten sowohl an private als auch an institutionelle Anleger. Geografisch investiert DEKA Immobilien schwerpunktmäßig in Deutschland, darüber hinaus im europäischen Raum und in Nordamerika.

Angekauft werden ausschließlich Gewerbeimmobilien – konkret Büroobjekte, Einzelhandelsimmobilien, Hotels und Logistikimmobilien. Shoppingcenter gehören zum Segment Einzelhandelsimmobilien. DEKA Immobilien engagiert sich hier bei Objekten ab 30 Mio. Euro Transaktionsvolumen. Es muss sich um energieeffiziente und nachhaltige Bauten ohne Instandhaltungsstau handeln, die nicht älter als zehn Jahre sind oder deren Sanierung nicht über fünf Jahre zurückliegt. Es sollten möglichst keine Leerstände bestehen (Vermietungsquote mindestens 75 %, gute Bonität der Mieter) und die Vermietung muss über mindestens fünf Jahre gesichert sein. Erwartet werden außerdem eine gute ÖPNV-Anbindung und ausreichend Parkmöglichkeiten.

Eine der jüngsten Shoppingcenter-Akquisitionen ist das Seidnitz Center in Dresden. Das 1994 errichtete Center im gleichnamigen Stadtteil umfasst eine Fläche von 33.300 qm. Zwei Drittel davon entfallen auf Einzelhandelsflächen, der Rest auf Büroräume und das größte Ärztezentrum Sachsens. Das Shoppingcenter wurde im Sommer 2019 nach zwei Jahren Haltedauer von den bisherigen Eigentümern Arax Properties Ltd. und Partners Group verkauft. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt.

2. Deutsche Konsum REIT-AG – Objekte mit Entwicklungspotenzial gesucht

Die Deutsche Konsum REIT-AG in Potsdam wurde 2008 unter anderem Namen gegründet. Seit 2016 firmiert man unter der jetzigen Bezeichnung. Das Unternehmen ist einer der wenigen Real Estate Investment Trusts (REITs) in Deutschland – einer speziellen steuerbegünstigten Unternehmensform für Immobilieninvestoren. Die Deutsche Konsum REIT investiert in Gewerbeimmobilien, bevorzugt in Einzelhandelsobjekte mit Angeboten für den täglichen Konsum. Dazu zählen auch Shoppingcenter.

Das Immobilienportfolio besteht derzeit aus 124 Objekten. Überwiegend handelt es sich um Marktflächen für Lebensmittel-Discounter, daneben aber auch um Fachmarktzentren, Baumärkte und kleinere Shoppingcenter. Der Investmentschwerpunkt liegt in den neuen Bundesländern. Hier sind etwa 80 Prozent der Standorte, der Rest verteilt sich auf das übrige Bundesgebiet. Ein typisches Shoppingcenter im Portfolio ist das Domcenter in Greifswald. Das Objekt wurde im Rahmen einer Zwangsversteigerung für 8,5 Mio. Euro erworben und ging grundsaniert und mit veränderter Geschäftsstruktur 2018 neu an den Start. Das Domcenter hat eine Mietfläche von gut 17.000 qm.

Die Deutsche Konsum REIT sucht Einzelhandelsimmobilien und Shoppingcenter in urbanen Regional- und Mittelzentren in ganz Deutschland. Es sollten überdurchschnittliche Einkaufslagen sein. Hohe Leerstände und Renovierungsbedarf sind kein Hindernis, Ziel ist die Ausschöpfung von Entwicklungspotenzialen. Die Objekte sollten eine gute Grundsubstanz aufweisen.

3. ILG Gruppe (ILG Holding GmbH) – Shoppingcenter für geschlossene Fonds

Die ILG Gruppe in München existiert seit 1980 und legt Immobilienfonds für private und institutionelle Anleger auf. Es handelt sich in der Regel um geschlossene Fonds. Die Anleger erwerben eine unternehmerische Beteiligung an einer Objektgesellschaft, ILG kümmert sich um das Fonds- und Objektmanagement. Die ILG Gruppe engagiert sich in diesem Sinne bei Einzelhandels – und Pflegeimmobilien. Mitte 2019 betrug das Investmentvolumen rd. 1,4 Mrd. Euro im Rahmen von 42 Fonds mit knapp 900 Mio. Euro Eigenkapital und ca. 11.000 Anlegern.

Bei den Einzelhandelsimmobilien geht es meist um Fachmarktcenter und Shoppingcenter. Angekauft werden Objekte mit mindestens 2.500 qm Verkaufsfläche in den Risikoklassen Core, Core+ und Value Added. Die durchschnittliche Restmietzeit sollte mindestens zwei Jahre betragen. Bei Core- und Core+-Objekten dürfen Leerstände 25 Prozent nicht überschreiten. Alle Standorte sollten ein positives soziodemographische Umfeld, eine zentrale Lage und eine gute Infrastrukturanbindung aufweisen. Ein typisches Beispiel für ILG-Investments ist das Gertrudis Center in Bochum-Wattenscheid, ein zum Shoppingcenter umgestaltetes ehemaliges Horten-Kaufhaus.

Bildquelle: Krisztina Papp

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