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Der folgende Beitrag rund um die Architekten-Szene in Zürich, basiert auf unserer exklusiven Liste der größten Architekturbüros in der Schweiz.
Die Liste enthält zahlreiche wertvolle Informationen zu den größten Schweizer Architekturhäuser. So geben wir neben allgemeinen Kontaktdaten und den Namen der Geschäftsführung auch ein Mitarbeitercluster (1-10, 10+, 21-50, 51-100, 100+) an. Die Identifizierung und Klassifizierung der Architekten erfolgte in Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Architekturbüro. Die Liste steht Ihnen über unseren Onlineshop zum sofortigen Download als Excel-Datei zur Verfügung.

In diesem Beitrag werden die fünf relevantesten Architekturbüros aus Zürich vorgestellt. Die Auswahl basiert auf einer Analyse von Mitarbeiterzahlen, internationaler Reichweite, Leuchtturmprojekten und Auszeichnungen. Santiago Calatrava dominiert auf globaler Stararchitekt-Ebene mit Milliardenprojekten. Dahinter folgt ein dichtes Feld etablierter Büros mit 50 bis 100 Mitarbeitenden, die regelmäßig nationale Preise gewinnen und international reüssieren. Die ETH Zürich fungiert als verbindendes Element – nahezu alle Büroinhaber absolvierten dort, viele lehren oder lehrten an der Hochschule. Im Folgenden gehen wir im Portait näher auf die Calatrava Valls SA sowie die anderen vorgestellten Architekten ein und bieten darüber hinaus eine Tabelle mit den Top 5 der Zürcher Architekturszene.
1. Top Architekt aus Zürich im Porträt: Calatrava Valls SA
Santiago Calatrava (*1951, Valencia) ist der international bekannteste Schweizer Architekt und einer der wenigen weltweit operierenden Stararchitekten. Sein Zürcher Büro – die Calatrava Valls SA mit Sitz am Parkring 11 – wurde 1981 gegründet und unterhält Standorte in Zürich, New York und Dubai.
Internationale Leuchtturmprojekte
Das Portfolio umfasst einige der spektakulärsten Bauwerke der letzten Jahrzehnte. Der World Trade Center Transportation Hub „Oculus“ (2016) in New York – mit 4 Milliarden Dollar der teuerste Bahnhof der Welt – prägt als flügelförmiges Monument die Ground-Zero-Gedenkstätte. Der Turning Torso in Malmö (2005) war der erste sich drehende Wolkenkratzer weltweit; das Milwaukee Art Museum (2001) mit seinem beweglichen 90-Tonnen-Sonnendach markierte den amerikanischen Durchbruch.
Das monumentalste Gesamtwerk ist die Ciudad de las Artes y las Ciencias in Valencia (1991–2009) – ein 35 Hektar großer Kulturkomplex mit Planetarium, Wissenschaftsmuseum und Opernhaus. Für die Olympischen Spiele 2004 in Athen entwarf Calatrava das Dach des Olympiastadions mit 304 Metern Spannweite und 18.700 Tonnen Stahl. Seine mehr als 30 Brücken weltweit – von der Zubizuri in Bilbao bis zur Samuel Beckett Bridge in Dublin – gelten als ingenieurtechnische Meisterleistungen.
Auszeichnungen und akademische Anerkennung
Calatrava erhielt 2005 die AIA Gold Medal (höchste Auszeichnung des American Institute of Architects), 2015 den European Prize for Architecture sowie 2024 den Lynn S. Beedle Lifetime Achievement Award des CTBUH. Seine 22 Ehrendoktorwürden – darunter von Columbia und der TU Delft – unterstreichen seine akademische Bedeutung. Als promovierter Bauingenieur (ETH 1981) verbindet er architektonisches Design mit struktureller Innovation.
Aktuelle Projekte
Der Bahnhof Mons in Belgien wurde im Dezember 2024 eröffnet; das Bürogebäude Haus zum Falken neben dem Zürcher Bahnhof Stadelhofen erreichte im Oktober 2025 seine Fertigstellung. Der Dubai Creek Tower – ursprünglich als höchstes Gebäude der Welt geplant – befindet sich nach Redesign wieder im Bau. In London entsteht mit Peninsula Place ein milliardenschweres Entwicklungsprojekt.
Ranking der größten Architekturbüros aus Zürich
Die folgende Tabelle liefert einen Einblick über die fünf relevantesten Zürcher Architekturbüros. Diese Informationen sind relevant für Projektentwickler, Bauunternehmen oder Investoren, die nach führenden Architekturbüros in der Schweiz suchen. Auch für öffentliche Institutionen und Stadtverwaltungen ist die fundierte Wahl eines erfahrenen Planungsbüros für Stadtentwicklungsprojekte von Bedeutung. Fachverbände wie der Bund Schweizer Architekten (BSA) oder der SIA können von der Übersicht über etablierte Büros profitieren. Hochschulen und Forschungseinrichtungen erhalten einen Überblick über potenzielle Praxispartner, während Industrieunternehmen geeignete Architekten für Gewerbe- und Büroprojekte identifizieren können.
| Name | Sitz | Mitarbeiterzahl | Schwerpunkt | Beispielhafte Projekte |
|---|---|---|---|---|
| Calatrava Valls SA | Zürich | – | Architektur & Ingenieurbau | Oculus New York, Turning Torso Malmö, Ciudad de las Artes Valencia |
| Boltshauser Architekten AG | Zürich / München | 75–100 | Nachhaltiges Bauen & Lehmbau | Haus Rauch Schlins, Hochhaus H1 Zwhatt-Areal, Dokumentationszentrum Hamburg |
| EM2N AG | Zürich / Berlin | 80 | Transformation & Konversion | Toni-Areal Zürich, Viaduktbögen Zürich, Naturhistorisches Museum Basel |
| Gigon Guyer Partner Architekten AG | Zürich | 50–60 | Museen & Kulturbauten | Kirchner Museum Davos, Prime Tower Zürich, Löwenbräu-Areal Zürich |
| pool Architekten Genossenschaft | Zürich | 100 | Öffentliche Bauten & Wohnen | Stapferhaus Lenzburg, Arena Thun, Hunziker Areal Zürich |
2. Boltshauser Architekten AG – Pioniere des Lehmbaus
Roger Boltshauser (*1964) gründete sein Büro 1996 unmittelbar nach dem ETH-Abschluss und beschäftigt heute 75–100 Mitarbeitende in Zürich und München. Das Büro gilt als international führend im Bereich Stampflehm und regenerative Materialien – eine Expertise, die 2024 mit der Berufung zum Ordentlichen Professor für Architektur und Regenerative Materialien an der ETH Zürich Anerkennung fand.
Projekte
Das Haus Rauch in Schlins (2008) – ein vollständig aus Stampflehm errichtetes Wohnhaus mit dem Lehmbau-Pionier Martin Rauch – wurde zur internationalen Referenz für ökologisches Bauen. Der Ofenturm im Ziegelei-Museum Cham (2021) erhielt den DETAIL Award 2022. Aktuell entsteht mit dem Hochhaus H1 am Zwhatt-Areal das höchste Holz-Hybridhochhaus der Schweiz (75 Meter, 24 Stockwerke). Internationale Aufmerksamkeit erlangte der Wettbewerbsgewinn für das Dokumentationszentrum Hannoverscher Bahnhof in Hamburg (Fertigstellung 2026). Weitere Projekte laufen in Wien, Shanghai und Nairobi.
Auszeichnungen
Der Semperpreis 2024 der Sächsischen Akademie der Künste würdigt Boltshausers Lebenswerk im nachhaltigen Bauen. Das Büro erhielt den Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur, den Ernst A. Plischke Preis (Wien) und den Fassa Bortolo International Award for Sustainable Architecture (Venedig). Boltshauser sitzt seit 2022 im Baukollegium Berlin.
3. EM2N AG – Spezialist für Transformation
Mathias Müller (*1966) und Daniel Niggli (*1970) gründeten EM2N 1997 nach ihrem ETH-Abschluss. Mit rund 80 Mitarbeitenden in Zürich und Berlin (seit 2015) hat sich das Büro auf Umbauten und Konversionen spezialisiert – etwa die Hälfte aller Projekte sind Transformationen bestehender Gebäude.
Projekte
Die Umwandlung der ehemaligen Toni-Molkerei zum Campus für die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und die ZHAW (2005–2014) gilt als Meilenstein der Schweizer Architektur: 125.000 m² Bruttogeschossfläche, 3.600 Studierende, ein urbanes Kulturzentrum mitten in Zürich-West. Die Viaduktbögen (2004–2010) – die Revitalisierung des historischen Eisenbahnviadukts – schufen einen neuen Quartierskern für Zürich. Das Naturhistorische Museum Basel (Eröffnung 2029) und das Staatsarchiv Basel-Stadt (Eröffnung 2027) entstehen nach einem Wettbewerbsgewinn 2015. In Brüssel arbeitet EM2N am Kulturzentrum KANAL (Centre Pompidou) gemeinsam mit noAarchitecten und Sergison Bates.
Auszeichnungen
Der Swiss Art Award in Architecture 2004 (Bundespreis) markierte den frühen Durchbruch. Das Sportzentrum Heuried erhielt den Prix Lignum 2018; das Toni-Areal wurde mehrfach ausgezeichnet. EM2N pflegt eine starke Lehrpräsenz an ETH, EPFL und TU Berlin.
4. Gigon Guyer Partner Architekten AG – Museumsexpertise seit 35 Jahren
Annette Gigon (*1959) und Mike Guyer (*1958) gründeten ihr Büro 1989 und beschäftigen heute 50–60 Mitarbeitende in Zürich. Beide waren von 2012 bis 2023 Ordentliche Professoren für Architektur und Konstruktion an der ETH Zürich. Das Büro gewann nahezu alle Aufträge durch erste Preise in offenen Wettbewerben.
Projekte
Das Kirchner Museum Davos (1992) brachte den internationalen Durchbruch mit seinem innovativen Tageslichtkonzept und wurde 2012 mit dem Daylight Award der Velux Stiftung prämiert. Das Museum Liner Appenzell und die Erweiterung des Kunstmuseums Winterthur erreichten beide das Finale des Mies van der Rohe Award. Der Prime Tower (2011) war mit 126 Metern vier Jahre lang das höchste Gebäude der Schweiz. Die Transformation des Löwenbräu-Areals (2014) integriert Kunsthalle Zürich und Migros Museum in ein neues Kulturzentrum. In Deutschland erhielt das Josef Albers Museum Bottrop (2022) den Architekturpreis NRW 2024.
Auszeichnungen
Gigon Guyer erhielten die RIBA International Fellowship (Royal Institute of British Architects) und den Fritz Schumacher Preis. Annette Gigon ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin. Internationale Projekte umfassen das Francis Bouygues Building an der École CentraleSupélec in Paris-Saclay.
5. pool Architekten Genossenschaft – das genossenschaftliche Modell
Pool Architekten wurde 1998 von acht Partnern als Genossenschaft gegründet – eine im Architekturbereich ungewöhnliche Organisationsform. Mit rund 100 Mitarbeitenden und 11 Partnern ist pool das größte genossenschaftlich organisierte Architekturbüro der Schweiz.
Projekte
Das Stapferhaus Lenzburg gewann 2020 den EMYA European Museum of the Year Award – die höchste europäische Museumsauszeichnung. Die Arena Thun (2011) – ein 10.000-Plätze-Fußballstadion im Minergie-Standard – zeigt Kompetenz im Sportbau. Der FHNW-Campus Muttenz (2018) erhielt den AIT Award 1. Preis in der Kategorie Bildung. Das Hunziker Areal „Mehr als Wohnen“ in Zürich-Leutschenbach wurde 2016 mit dem World Habitat Award ausgezeichnet. Die provisorischen Sportbauten für Kanton und Stadt Zürich gewannen 2024 den DETAIL Award Sonderpreis „Zirkuläres Bauen“. Der Campus Biel/Bienne für die Berner Fachhochschule (Fertigstellung 2028) zählt zu den aktuellen Großprojekten.
Auszeichnungen
Pool Architekten erhielten 2014 den Prix Meret Oppenheim (Schweizer Grand Prix Kunst / Architektur). Mehrfache Auszeichnungen mit dem Besten Bau im Kanton Zürich sowie Nominierungen für den Schweizer Architekturpreis dokumentieren die nationale Bedeutung des Büros.
Bildquelle: Elijah Grimm via Unsplash (12.10.2025)
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Der Inhalt dieser Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 12.12.2025

