Kooperation statt Abschottung: Das Modell Campus Buschhütten
In Kreuztal bei Siegen hat sich ein einzigartiges Innovationsökosystem etabliert: Der Campus Buschhütten verbindet auf dem historischen Gelände des Traditionsunternehmens Achenbach Buschhütten nahezu 100 mittelständische Maschinenbauer, Hidden Champions der Region und die Universität Siegen. Herzstück ist die Smarte Demonstrationsfabrik Siegen (SDFS), die auf 2.500 Quadratmetern reale Fertigung mit industrieller KI-Anwendung verbindet. Seit Anfang 2026 gehört die Siemens AG als Technologiepartner zum Ökosystem. Prof. Dr.-Ing. Peter Burggräf von der Universität Siegen, Initiator der SDFS, betonte: „Keine Mock-Ups, kein Klimbim – wir entwickeln und produzieren Produkte bis hin zur Marktreife.“
Siemens zählt laut dem exklusiven Listenchampion-Ranking zu den größten Maschinenbauern und Technologieunternehmen in Deutschland – mit einem Konzernumsatz von 78,9 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2025 und rund 318.000 Beschäftigten weltweit nimmt Siemens eine Schlüsselrolle in der deutschen Industrielandschaft ein.
Vom Datensammler zum Wertschöpfer
Viele Maschinenbauunternehmen sind technisch bereits gut aufgestellt: Maschinen sind vernetzt, Daten werden erfasst. Der nächste entscheidende Schritt liegt jedoch darin, aus diesen Daten entscheidungsrelevanten Mehrwert zu generieren. Bei der Heinrich Georg Maschinenfabrik, einem der regionalen Hidden Champions, werden Machine- und Deep-Learning-Verfahren eingesetzt, um Anlagen robuster zu machen und Perspektiven für autonome Maschinen zu entwickeln. CDO Marco Tannert erläuterte, Daten trieben Optimierung – vom Erkennen kleinster Abweichungen bis zur selbstregelnden Anlage. Bei Pipe Bending Systems aus Lennestadt ermöglicht generative KI in indirekten Bereichen, Bearbeitungszeiten drastisch zu verkürzen: Was früher einen halben Tag dauerte, werde heute in Minuten erledigt.
Siemens bringt Expertise in die Region
Siemens ist seit 125 Jahren in Siegen präsent und bringt mit dem Einstieg in den Campus Buschhütten seine Technologieexpertise gezielt in die Zusammenarbeit mit dem Mittelstand ein. Siemens-Technologien kommen dabei unmittelbar zum Einsatz – vom Shopfloor bis zu energieeffizienten Gebäudekonzepten. Christoph Venohr, Leiter der Siemens-Niederlassung Siegen, beschrieb den Campus als Beispiel dafür, wie Industrie heute funktionieren müsse: schnell, vernetzt und anwendungsnah. Dr. Sebastian Dreßen, bei Siemens zuständig für Forschungskooperationen, forderte zudem interdisziplinäres Denken und den konsequenten Abbau von Silos in Unternehmen und Ausbildung.
Investitionen in digitale Infrastruktur als Wettbewerbsfaktor
Dr. Axel Barten, Gesellschafter von Achenbach Buschhütten und Hauptinitiator des Campus, betonte, Investitionen müssten neu gedacht werden: Statt allein in Gebäude und Maschinen müsse gezielt in digitale Infrastruktur investiert werden. Geschwindigkeit sei der entscheidende Wettbewerbsfaktor. Das Grundprinzip des Campus lautet dabei Open Source statt Abschottung: Wissen wächst, wenn man es teilt – und die Konkurrenz sitze nicht in der Nachbarschaft, sondern in Asien oder Nordamerika.
KI ist Anwendungsthema, nicht Zukunftsmusik
Die Beteiligten sind sich einig: KI ersetzt keine Menschen, verändert aber Arbeit grundlegend. Routinetätigkeiten werden automatisiert, Fachkräfte gewinnen Freiraum für anspruchsvollere Aufgaben. Die Smarte Demonstrationsfabrik Siegen zeigt, wie KI zum Produktivitätshebel wird – nicht abstrakt, sondern dort, wo tatsächliche Wertschöpfung entsteht. Erfolgsfaktoren sind integrierte Prozessketten, saubere Daten, schnelle Iterationen und eine Kultur, die Kollaboration vor Wettbewerb stellt.
Weitere Informationen zu Siemens und vergleichbaren Unternehmen finden Sie in der Listenchampion-Liste der größten Maschinenbauer in Deutschland.
Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf der offiziellen Pressemitteilung von Siemens AG vom 4. Februar 2026.