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Die Top 10 Glasfaseranbieter in Deutschland 2025
Der deutsche Glasfasermarkt hat 2025 einen bedeutenden Entwicklungsstand erreicht. Mit 21,8 Millionen erschlossenen Haushalten zum Ende 2024 (Bundesnetzagentur) und 24,3 Millionen laut BREKO-Marktanalyse vom Juni 2025 wurde das politische Ziel einer 50-prozentigen Abdeckung erreicht und übertroffen. Dies stellt einen wichtigen Meilenstein in der digitalen Infrastrukturentwicklung dar. Der Markt zeichnet sich durch eine ausgeprägte Vielfalt aus: Mehr als 250 Netzbetreiber mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen – von etablierten Telekommunikationsunternehmen über spezialisierte Glasfaseranbieter bis zu Stadtwerke-Töchtern und Private-Equity-finanzierten Projekten – treiben den Ausbau voran. Das Marktvolumen beträgt über 20 Milliarden Euro jährlich, wobei 2024 allein 15,3 Milliarden Euro in Telekommunikations- und Mobilfunkinfrastruktur investiert wurden (13 Prozent mehr als 2023).
Eine wichtige Kennzahl für die Marktentwicklung ist die Take-up-Rate: Von den 21,8 Millionen erschlossenen Haushalten nutzen derzeit 5,3 Millionen aktiv einen Glasfaseranschluss. Dies zeigt, dass neben dem Infrastrukturausbau auch die Kundengewinnung eine zentrale Rolle spielt. Der Ausbau steht vor verschiedenen Herausforderungen: Fachkräftemangel, hohe Tiefbaukosten (etwa 80 Prozent der Gesamtkosten) und die Zahlungsbereitschaft der Endkunden beeinflussen das Tempo. Das ursprüngliche Ziel einer vollständigen Abdeckung bis 2030 wird laut BREKO-Prognose voraussichtlich nicht erreicht – stattdessen wird eine Abdeckung von 82 bis 92 Prozent erwartet.
Der Markt befindet sich 2024/2025 in einer Phase der Konsolidierung: So war beispielsweise die Übernahme von Infrafibre durch UGG (Unsere Grüne Glasfaser) im Oktober 2024 die erste größere Transaktion dieser Art. Laut einer AlixPartners-Umfrage erwarten 85 bis 90 Prozent der Befragten moderate bis deutliche M&A-Aktivitäten im deutschen Glasfasermarkt innerhalb der nächsten 24 Monate. Im Folgenden Artikel beleuchten wir die Szene daher ausführlich. Die vorgestellten Unternehmen gehören zu den führenden Akteuren beim deutschen Glasfaserausbau und repräsentieren unterschiedliche Strategien und Geschäftsmodelle im Jahr 2025.
1. Deutsche Telekom AG – Der Marktführer mit bundesweiter Präsenz
11,8 Millionen Glasfaseranschlüsse im dritten Quartal 2025 – Zielvorgabe: 25 Millionen bis 2030
Die Deutsche Telekom aus Bonn ist der größte Anbieter im deutschen Glasfasermarkt. Im dritten Quartal 2025 können 11,8 Millionen Haushalte einen Glasfaser-Tarif buchen – ein Zuwachs von 3,6 Millionen Anschlüssen gegenüber dem Vorjahr. Das Unternehmen erreichte damit sein selbstgestecktes Ziel von 10 Millionen Homes Passed bis Ende 2024 vorzeitig und betreibt ein Glasfasernetz mit über 770.000 Kilometern Kabel.
Drei-Säulen-Strategie: Eigenbau, Kooperation, Joint Ventures
Die Telekom verfolgt eine differenzierte Ausbaustrategie, die eigenfinanzierten Ausbau in Ballungsräumen, geförderte Projekte in strukturschwachen Gebieten und Joint Ventures zur Risikoteilung kombiniert. Das 50/50-Joint-Venture Glasfaser NordWest mit EWE erschließt 1,5 Millionen Haushalte bis 2030 in Niedersachsen und Bremen (Finanzierung 1,4 Milliarden Euro, Dezember 2024). GlasfaserPlus mit IFM Investors fokussiert auf weitere 4 Millionen Anschlüsse in ländlichen Regionen bis 2028.
Parallel dazu arbeitet die Telekom seit 2024/2025 verstärkt mit regionalen Partnern zusammen: In München mit M-net und den Stadtwerken München (perspektivisch 550.000 Haushalte), in Köln mit NetCologne (100.000 Haushalte seit 2021). Technologisch setzt die Telekom auf FTTH (Fiber to the Home) mit GPON-Technologie und zunehmend XGS-PON für 10-Gbit/s-Kapazitäten.
Bundesweiter Ausbau mit urbanen Schwerpunkten
Der Ausbau erfolgt flächendeckend in allen 16 Bundesländern, mit Schwerpunkten in Ballungsräumen und Mittelstädten. Bis 2027 plant die Telekom jährlich 2,5 Millionen neue Glasfaseranschlüsse. Das langfristige Ziel liegt bei 25 Millionen Haushalten bis 2030. Die 2023 gegründete Deutsche Tiefbau GmbH als eigene Tochtergesellschaft soll Kapazitätsengpässe im Tiefbau reduzieren und die Abhängigkeit von externen Bauunternehmen verringern.
Wettbewerbsverbände VATM und BREKO kritisieren teilweise das Ausbauverhalten der Telekom. Die Bundesnetzagentur dokumentierte bis Ende 2024 insgesamt 306 Fälle von parallelem Ausbau in bereits erschlossenen Gebieten.
Aktive Glasfaseranschlüsse: ~1,8 Mio. (472.000 neue Kunden 2024, +61%)
Ausbauziel 2030: 25 Mio. Haushalte (2,5 Mio. jährlich); GlasfaserPlus JV: +4 Mio. bis 2028
Investitionen: 2,5+ Mrd. € jährlich
Technologie: FTTH via GPON/XGS-PON, FTTB in Bestandsimmobilien
Mitarbeiter weltweit: ~200.000
Umsatz 2024: 115,8 Mrd. € (gesamt), Deutschland-Segment 25,7 Mrd. €
Hauptsitz: Bonn
CEO: Tim Höttges (Vertrag bis Ende 2028); Deutschland-Chef: Rodrigo Diehl (seit März 2025)
Eigentümer: Bund/KfW 27,8%, T-Mobile US 51,5%, Rest Streubesitz
2. Deutsche Glasfaser Group – Der etablierte Glasfaser-Spezialist
2,6 Millionen erreichbare Haushalte, 800.000 aktive Kunden, 1,5 Millionen Vertragskunden
Deutsche Glasfaser aus Borken ist der größte alternative Glasfaseranbieter und prägt seit der Gründung 2011 den ländlichen Ausbau. Ende 2024/Anfang 2025 erreicht das Unternehmen etwa 2,6 Millionen Homes Passed und zählt rund 800.000 aktiv zahlende Kunden sowie 1,5 Millionen Vertragskunden – eine Take-up-Rate von etwa 30 Prozent bei den aktiven Anschlüssen, beziehungsweise 58 Prozent bei den vertraglichen Zusagen. Das Unternehmen gehört zu 51 Prozent dem schwedischen Private-Equity-Fonds EQT Infrastructure und zu 49 Prozent dem kanadischen Pensionsfonds OMERS Infrastructure, die seit der Übernahme von KKR im Jahr 2020 über 7 Milliarden Euro in den Ausbau investiert haben.
Geschäftsmodell: Nachfragebündelung und flächendeckender Ausbau
Das charakteristische Geschäftsmodell basiert auf Nachfragebündelung: Erst wenn 40 Prozent der Haushalte in einem Ausbaugebiet verbindliches Interesse bekunden, startet der flächendeckende FTTH-Ausbau für 100 Prozent der Immobilien. Technologisch setzt Deutsche Glasfaser konsequent auf 100 Prozent FTTH (Fiber to the Home) mit GPON-Technologie. Seit April 2024 erfolgt das schrittweise Upgrade auf XGS-PON (10 Gbit/s symmetrisch) in Kooperation mit Nokia.
Finanzielle Entwicklung 2024/2025
Das Jahr 2024/2025 brachte finanzielle Herausforderungen: Im September 2024 sicherte sich Deutsche Glasfaser 1,25 Milliarden Euro neue Kreditlinien unter Führung von J.P. Morgan, Commerzbank und KfW. Im November 2025 scheiterte eine geplante Kapitalmaßnahme über 500 Millionen Euro, es laufen Umschuldungsverhandlungen mit Kreditgebern. Die Finanzierungslücke wird als deutlich größer als 1 Milliarde Euro eingeschätzt. Baustopps in 19 Ortschaften in Rheinland-Pfalz wegen Insolvenz des Baupartners Heitkamp sowie mehrtägige Ausfälle in Bornich/Weisel (März 2025, unbezahlte Stromrechnungen) führten zu Verzögerungen. Die Verschuldung übersteigt 7 Milliarden Euro bei Zinsaufwendungen von 271 Millionen Euro (2023, Verdopplung gegenüber 2022).
Deutsche Glasfaser bleibt ein wichtiger Akteur für den deutschen Glasfaserausbau, insbesondere in ländlichen Regionen. Das Ausbauziel von 6 Millionen Haushalten bis 2030 hängt von der erfolgreichen Refinanzierung ab.
Aktive Anschlüsse: ~800.000 Kunden (Take-up-Rate: ~30%)
Vertragskunden: ~1,5 Mio. (inkl. noch nicht aktivierte Anschlüsse)
Ausbauziel 2030: 6 Mio. Haushalte
Kommunen: 1.750+ in FTTH-Projekten
Mitarbeiter: ~1.900 direkt + 5.000+ bei Baupartnern
Verschuldung: >7 Mrd. €; Zinsaufwendungen 2023: 271 Mio. €
Technologie: 100% FTTH via GPON, Upgrade auf XGS-PON seit April 2024 (Nokia-Partnerschaft)
Hauptsitz: Borken
CEO: Andreas Pfisterer (seit Dezember 2022)
Eigentümer: EQT Infrastructure 51%, OMERS Infrastructure 49%
3. Westconnect GmbH – Der Stadtwerke-Kooperator mit Ruhrgebiets-Fokus
1,6 Millionen erschlossene und marktfähige Haushalte in über 300 Gemeinden
Westconnect aus Essen entstand 2010 als Glasfaser-Initiative des Energiekonzerns E.ON und wurde zu einem 50/50-Joint-Venture (50 Prozent Westenergie AG/E.ON SE, 50 Prozent Igneo Infrastructure Partners seit Q4 2022). Das Unternehmen hat 1,6 Millionen marktfähige Glasfaseranschlüsse (bestehend und im Bau, Stand 2024), über 1 Million Einwohner in mehr als 300 Kommunen mit Zugang und betreibt über 10.000 Kilometer Glasfaserkabel. Der Fokus liegt auf Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und seit 2024 zunehmend Hessen.
Open Access als Geschäftsmodell
Das Geschäftsmodell ist konsequent Open Access ausgerichtet: Westconnect baut und betreibt die physische Infrastruktur, während Telekommunikationsanbieter wie 1&1 Versatel (Bitstream-Kooperation für 1,6 Millionen Anschlüsse), Vodafone und Stadtwerke Münster die Endkunden-Tarife über das Netz vermarkten. Diese Wholesale-Strategie reduziert das Vermarktungsrisiko und ermöglicht schnellere Refinanzierung. Technologisch nutzt Westconnect FTTH/FTTB mit GPON (Privatkunden) und AON (Geschäftskunden), Geschwindigkeiten bis 1.000 Mbit/s.
3 Milliarden Euro Investitionen bis 2030
Das Ausbauziel umfasst zusätzlich 1,5 bis 1,6 Millionen Haushalte und Betriebe bis 2030 bei Gesamtinvestitionen von über 3 Milliarden Euro. Die Finanzierung erfolgt über eine Kombination aus Eigenkapital der Gesellschafter (Westenergie/E.ON, Igneo), Fremdkapital (1,3 Milliarden Euro Finanzierung Juli 2023: BNP Paribas, KfW IPEX, UniCredit) und Fördergeldern. Westconnect profitiert von E.ONs Energieinfrastruktur: Glasfaserkabel werden häufig entlang bestehender Strom- und Gasnetze verlegt, was Synergien bei Planung und Tiefbau schafft.
Einwohner mit Zugang: Über 1 Mio. in 300+ Kommunen
Glasfasernetz: Über 10.000 Kilometer
Ausbauziel 2030: +1,5-1,6 Mio. Haushalte/Betriebe zusätzlich
Investitionen bis 2030: 3+ Mrd. €; 1,3 Mrd. Finanzierung (Juli 2023)
Mitarbeiter: 131 (Ende 2023)
Hauptsitz: Essen
Geschäftsführer: Matthias Krause, Carsten Lagemann, Robin Weiand
Eigentümer: Westenergie AG (100% E.ON SE) 50%, Igneo Infrastructure Partners 50%
4. Glasfaser NordWest GmbH – Das Telekom-EWE Joint Venture
1,5 Millionen Haushalte bis 2030 geplant, aktive Projekte in der Bremen-Region
Glasfaser NordWest ist das im Januar 2020 operativ gestartete 50/50-Joint-Venture zwischen Deutsche Telekom und EWE AG mit Sitz in Oldenburg. Das Unternehmen erschließt gezielt Niedersachsen, Bremen und Teile Nordrhein-Westfalens – traditionelle EWE-Gebiete. Bis Ende 2024 laufen aktive Projekte im Raum Bremen und Niedersachsen auf dem Weg zum Gesamtziel von 1,5 Millionen Haushalten bis 2030.
Ausbau ohne Nachfragebündelung
Eine strategische Besonderheit: Glasfaser NordWest verzichtet auf Nachfragebündelung – anders als Deutsche Glasfaser wird auch ohne Mindestquote ausgebaut, was den Rollout beschleunigt. Das Joint-Venture nutzt die Infrastruktur-Synergien von EWE (Energienetze) und Telekom (Telekommunikation). Technologisch wird 100 Prozent FTTH mit GPON/XGS-PON realisiert. Das Geschäftsmodell ist echtes Open Access mit diskriminierungsfreiem Zugang – neben Telekom und EWE vermarkten auch 1&1, osnatel (100-Prozent-EWE-Tochter), SWB Bremen und weitere ISPs über das Netz.
Die Investitionssumme beträgt bis zu 2 Milliarden Euro über etwa 10 Jahre, finanziert je zur Hälfte von Telekom und EWE. Im Dezember 2024 wurde die Gesamtfinanzierung auf 1,4 Milliarden Euro aufgestockt (von 800 Millionen 2022). Bankenkonsortium: ABN AMRO, BayernLB, BNP Paribas, Crédit Agricole, Helaba, ING, KfW, NordLB, UniCredit und weitere. Die Geschäftsführung liegt bei Andreas Mayer und Arnold Diekmann.
Aktive Projekte: Raum Bremen, Oldenburg, Niedersachsen
Investitionen Joint Venture: Bis zu 2 Mrd. € über ~10 Jahre; 1,4 Mrd. Finanzierung (Dezember 2024)
Mitarbeiter: Nicht öffentlich
Hauptsitz: Am Küstenkanal 8, 26131 Oldenburg
Geschäftsführung: Andreas Mayer, Arnold Diekmann
Eigentümer: Deutsche Telekom Deutschland GmbH 50%, EWE AG 50%
Gründung: Januar 2020 (operativer Start)
5. Vodafone Deutschland GmbH – Die Kooperationsstrategie mit Hybrid-Ansatz
Über 11 Millionen Glasfaser-Vermarktungsreichweite via Partnerschaften, 1,2 Millionen eigene FTTH-Anschlüsse
Vodafone Deutschland aus Düsseldorf verfolgt 2025 einen besonderen strategischen Ansatz: Statt massivem Eigenausbau setzt der britisch-geführte Konzern auf ein vereintes Gigabit-Netz aus Kabel-HFC-Modernisierung, eigenem FTTH-Ausbau und strategischen Wholesale-Partnerschaften. Im Oktober 2024 starteten Kooperationen mit Deutsche Telekom und Deutsche Glasfaser – seitdem kann Vodafone über 11 Millionen Haushalten Glasfaser anbieten, davon 9,5 Millionen via Partner-Infrastruktur.
Hinweis: Vodafone wird hier auf Platz 5 gelistet, da nur die eigene Infrastruktur (~1,2 Mio.) für das Ranking nach „Homes Passed FTTH/FTTB“ relevant ist. Die 11+ Millionen umfassen 9,5 Millionen Wholesale-Zugang über Partner-Netze, die bereits bei Telekom und Deutsche Glasfaser gezählt werden.
OXG Joint Venture: 7 Millionen FTTH bis 2030
Das im Sommer 2022 gegründete Joint Venture OXG (Vodafone 50 Prozent + Altice/Morgan Stanley 50 Prozent) baut bis 2030 sieben Millionen FTTH-Anschlüsse (7 Milliarden Euro Investment) in deutschen Städten. Aktuell befinden sich etwa 1,2 Millionen Anschlüsse in über 20 Städten im Ausbau oder bereits aktiviert. Parallel modernisiert Vodafone sein bestehendes 24-Millionen-Haushalte-Kabelnetz mit DOCSIS 3.1 für Gigabit-Fähigkeit.
Strategische Überlegungen zur Partner-Strategie
Technologisch bietet Vodafone FTTH mit bis zu 1.000 Mbit/s symmetrisch über eigene Infrastruktur sowie HFC-Kabel mit bis zu 1.000 Mbit/s Download über modernisiertes Koax-Netz. Die Tarife GigaZuhause 100, 250, 500, 1.000 sind technologieunabhängig – die zugrundeliegende Technologie (FTTH, HFC oder Partner-Wholesale) ist für Endkunden transparent. Im FTTH-Bereich setzt Vodafone auf GPON-Technologie mit schrittweisem XGS-PON-Upgrade für 10-Gbit/s-Kapazitäten.
Die Strategie ermöglicht Vodafone bundesweite Glasfaser-Vermarktung ohne entsprechende Tiefbau-Investitionen. Dies bringt reduzierte Kapitalausgaben und schnellere Marktabdeckung mit sich. Zu beachten sind die Abhängigkeit von Partnern, fehlende exklusive Kundenbindung an eigene Infrastruktur sowie geringere Margen bei Wholesale-Zugängen.
Homes Passed FTTH Vermarktungsreichweite: >11 Mio. (inkl. Telekom ~5 Mio., Deutsche Glasfaser ~5 Mio.)
Homes Passed HFC-Kabel: 24 Mio. (davon 22 Mio. Gigabit-fähig via DOCSIS 3.1)
Aktive Kunden gesamt: ~8 Mio. Festnetz-Kunden (Kabel + DSL + Glasfaser)
Mitarbeiter Deutschland: ~14.000-16.000
Umsatz Deutschland (FJ 2023/24): ~13 Mrd. €
Hauptsitz: Düsseldorf
CEO Deutschland: Marcel de Groot (seit April 2024)
Eigentümer: 100% Vodafone Group Plc (UK)
6. Unsere Grüne Glasfaser GmbH / UGG – Das Allianz-Telefónica Joint Venture
Über 1 Million Haushalte erschlossen nach Infrafibre-Übernahme, Ziel 2,2 Millionen
Unsere Grüne Glasfaser (UGG) ist das im Oktober 2020 gegründete 50/50-Joint-Venture zwischen Allianz Group (via Allianz Capital Partners) und Telefónica Group (via Telefónica Infra). Nach der Übernahme von Infrafibre Germany im Oktober 2024 (Abschluss Dezember 2024) erreicht UGG über 1 Million erschlossene oder im Bau befindliche Haushalte, mit dem Gesamtziel von 2,2 Millionen Anschlüssen bis 2030 (revidiert nach Infrafibre-Übernahme). Die Finanzierung umfasst 1,5 Milliarden Euro Eigenkapital der Gesellschafter plus 1,65 Milliarden Euro Bankfinanzierung (März 2021: BBVA, BNP Paribas, Credit Agricole, KfW Ipex, Santander, SEB, SMBC, Société Générale, Unicredit). Die Gesamtinvestition wird auf bis zu 5 Milliarden Euro geschätzt.
Open Access ohne Vorvermarktungsquoten
Ein zentrales Merkmal ist das konsequente Open-Access-Modell ohne Nachfragebündelung. Anders als Deutsche Glasfaser baut UGG ohne Vorvermarktungsquoten, was eine schnellere Projektrealisierung ermöglicht. Telefónica/O2 fungiert als Ankermieter und garantiert Grundauslastung, während ISP-Partner das Netz nutzen: O2 can do (Hauptpartner), Amiva, GVG Glasfaser/teranet, LEONET (Bayern), BBV/toni (Westeifel), empera, Eifel-DSL, Stiegeler IT, Thüringer Netkom. Diese Multi-ISP-Strategie maximiert die Netzauslastung.
Ländlicher Fokus mit bundesweiter Präsenz
UGG fokussiert auf ländliche und halbstädtische Räume in acht Bundesländern (nach Infrafibre-Übernahme): Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Hessen, Thüringen, Brandenburg. Die Geschäftsstrategie kombiniert eigenwirtschaftlichen Ausbau in Mittellagen mit Förderprojekten in unterversorgten Gebieten. Technologisch setzt UGG auf FTTH mit XGS-PON und GPON-Fähigkeit; Geschwindigkeiten bis 10 Gbit/s.
Die Übernahme von Infrafibre Germany im Oktober 2024 (Regulierungsgenehmigung Dezember 2024) war die erste größere Konsolidierung im deutschen Glasfasermarkt und umfasste die Tochtergesellschaften LEONET, Breitbandversorgung Deutschland (BBV/“Wir sind Toni“) und Infrafibre Networks (IFN). Dies brachte erstmals eigene ISP-Marken in die UGG-Struktur ein.
Ausbauziele: 2,2 Mio. Haushalte bis 2030 (revidiert nach IFG-Übernahme)
Mitarbeiter: 308 aus 35 Nationen (Anfang 2024); Wachstum von 50 (2020) auf 200 (2023) auf 308+ (2024)
Investitionen: Bis zu 5 Mrd. € (1,5 Mrd. Eigenkapital + 1,65 Mrd. Banken, März 2021)
Hauptsitz: Adalperostraße 82-86, 85737 Ismaning bei München
CEO: Jens Prautzsch (seit Juni 2021); CFO Frank Krause, CCO Jörn Schoof, CTIO Eduardo De Santos
Eigentümer: Allianz Group 50% (via Allianz Capital Partners), Telefónica Group 50% (via Telefónica Infra)
Gründung: Oktober 2020, Betrieb ab Anfang 2021
7. M-net Telekommunikations GmbH – Der bayerische Regionalchampion
Über 900.000 Glasfaserpotenzial, deutschlandweit erste 5-Gbit/s-Tarife
M-net aus München ist als 1996 gegründeter Glasfaser-Pionier einer der erfahrensten alternativen Netzbetreiber Deutschlands. Die 100-Prozent-Tochter der Stadtwerke München (mit Miteignern Stadtwerke Augsburg, AÜW, N-ERGIE, infra fürth, Erlanger Stadtwerke) erreicht etwa 900.000 Glasfaserpotenzial (FTTC/FTTB/FTTH kombiniert); in München 640.000 bis 650.000 Haushalte (70 Prozent der Münchner Haushalte) und zählt über 500.000 aktive Kundenanschlüsse gesamt. Der Umsatz 2024 übersteigt 270 Millionen Euro – ein Rekordwert in der Unternehmensgeschichte.
Deutschlands erster 5-Gbit/s-Tarif für Privatkunden
Mitte 2025 startete M-net als erster deutscher Anbieter einen 5-Gbit/s-Tarif für Privatkunden (Internet 5000: 5.000 Mbit/s Download, 2.500 Mbit/s Upload symmetrisch, 300 Euro monatliche Grundgebühr) via modernster XGS-PON-Technologie. Dieser Ultra-Premium-Tarif richtet sich an technisch versierte Nutzer und professionelle Home-Office-Anwender, verfügbar in München, Augsburg und Erlangen FTTH-Netzen.
Expansion über München hinaus
Neben dem Kernmarkt München betreibt M-net FTTH-Netze in Augsburg, Erlangen, Günzburg und seit 2022 in Ulm sowie im Main-Kinzig-Kreis – über 900 Gemeinden in Bayern und angrenzenden Regionen. Die Kooperationsstrategie mit kommunalen Stadtwerken ermöglicht Expansion ohne umfangreiche Kapitalbindung in eigene Infrastruktur. Die Tarifpalette umfasst M-net surf 50 bis M-net surf 5000, alle mit echtem FTTH ohne Kupfer-Restwege.
Die Stadtwerke München investieren 500 Millionen Euro bis 2030 in Münchner Glasfaser-Infrastruktur in Partnerschaft mit der Telekom (Mai 2024): Die Telekom nutzt M-net/SWM-Glasfasernetz via Bitstream (70 Prozent München bereits abgedeckt); die Telekom baut in noch nicht erschlossenen Gebieten. Ziel ist München als erste deutsche Großstadt mit umfassender FTTH-Abdeckung.
Aktive Anschlüsse gesamt: >500.000
Umsatz 2024: >270 Mio. € (Rekordwert)
Mitarbeiter: ~850-1.000
Hauptsitz: München
Geschäftsführung: Nelson Killius (Sprecher, angekündigter Abgang Herbst 2025), Maximilian Oertle
Eigentümer: Mehrheitseigner Stadtwerke München GmbH (100% Stadt München); Miteigentümer: Stadtwerke Augsburg, AÜW, N-ERGIE, infra fürth, Erlanger Stadtwerke
Technologie-Highlight: Deutschlandweit erste 5 Gbit/s-Tarife (Internet 5000) mit XGS-PON, WiFi 7
8. NetCologne Gesellschaft für Telekommunikation mbH – Der Kölner Glasfaser-Pionier
705.000 Homes Passed, 550.000 Privatkunden, 75 Prozent Köln-Versorgung
NetCologne aus Köln ist als 1994 gegründeter Glasfaser-Pionier einer der erfahrensten alternativen Netzbetreiber Deutschlands. Die 100-Prozent-Tochter der Stadtwerke Köln (GEW Köln AG, 100 Prozent Stadt Köln) erreicht 705.000 Haushalte und Betriebe (2024, Anstieg von 665.000 in 2023) mit Glasfaser/FTTB/HFC-Mix in der Region Köln, Bonn, Rhein-Erft und Aachen, zählt etwa 550.000 Privatkunden (2024, Anstieg von 546.000 in 2023) und betreibt ein 31.900 Kilometer langes Glasfasernetz. 75 Prozent der Kölner Haushalte (90 Prozent Innenstadt) haben Glasfaserzugang.
Rekordergebnis 2024 und Open-Access-Strategie
Das Geschäftsjahr 2024 war das erfolgreichste in der NetCologne-Geschichte: Umsatz der Gruppe 342,4 Millionen Euro (+3 Prozent gegenüber 2023: 333,1 Millionen), EBIT 31,2 Millionen Euro (+11 Prozent gegenüber 2023: 28,3 Millionen). Technologisch nutzt NetCologne einen Mix aus FTTH-Neuausbau, FTTB in Bestandsimmobilien und modernem HFC-Hybrid-Koaxnetz (DOCSIS 3.1), Geschwindigkeiten bis 1.000 Mbit/s. Das Ausbauziel liegt bei 80 Prozent Köln-Versorgung bis etwa 2027, aktuell 75 Prozent. Die Zusammenarbeit mit der Telekom seit 2021 (Open-Access-Strategie, Netz verfügbar für Wettbewerber) beschleunigt die Flächenerschließung.
Jährliche Investitionen: 69,1 Millionen Euro 2024 (+2,7 Prozent gegenüber 2023: 67,3 Millionen). In 2024 wurden 1.380 Kilometer Glasfaser hinzugefügt. Tochtergesellschaften: NetAachen GmbH (84 Prozent NetCologne, 16 Prozent STAWAG), NetDüsseldorf GmbH (gegründet 2023, je 10 Prozent Stadt Düsseldorf und Stadtwerke Düsseldorf), NetCologne IT Services GmbH.
Köln-Versorgung: 75% aktuell (Ziel 80% bis ~2027, Innenstadt 90%)
Aktive Kunden: ~550.000 Privatkunden (2024), Anstieg von 546.000 (2023)
Glasfasernetz: 31.900 Kilometer (Ende 2024); +1.380 km in 2024
Umsatz 2024 (Gruppe): 342,4 Mio. € (+3% gegenüber 2023: 333,1 Mio.)
EBIT 2024: 31,2 Mio. € (+11% gegenüber 2023: 28,3 Mio.)
Mitarbeiter: ~891 (NetCologne Gruppe)
Hauptsitz: Köln
Geschäftsführung: Timo von Lepel (Vertrag bis 30.06.2029), Dr. Claus van der Velden (CFO)
Eigentümer: 100% GEW Köln AG (Holding der Stadtwerke Köln GmbH, 100% Stadt Köln)
9. Tele Columbus AG / PŸUR – Der Kabel-zu-Glasfaser-Transformer
3 Millionen Homes Passed gesamt (Kabel + Glasfaser), 2,1 Millionen Gigabit-fähig
Tele Columbus AG (Unternehmens-Holding, börsennotiert) aus Berlin ist Deutschlands drittgrößter Kabelnetzbetreiber und befindet sich in einer strategischen Transformation. Das Unternehmen erreicht insgesamt etwa 3 Millionen Homes Passed via HFC-Kabelnetz, davon 2,1 Millionen Gigabit-fähig (Ende 2024). Der geografische Schwerpunkt liegt auf Ostdeutschland (Berlin, Leipzig, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg; etwa 95 Prozent Marktanteil Sachsen-Anhalt) sowie Hamburg und Nordrhein-Westfalen.
PŸUR (pyur.com) ist die Consumer-Marke der Tele Columbus AG – unter diesem Brand vermarktet das Unternehmen seit 2016 alle Internet-, Telefonie-, Mobilfunk- und TV-Dienste an Privatkunden. Die Beziehung: Tele Columbus AG = Mutterkonzern/Infrastrukturbetreiber, PŸUR = Endkundenmarke. Zusätzliche Marken: PrimaCom (Business-Segment), HL komm (regionale B2B-Marke), PŸUR Business (Geschäftskunden).
Begründung für die Aufnahme ins Ranking
Die Aufnahme von Tele Columbus in dieses Ranking basiert auf fünf Faktoren:
1. Substantielle Infrastruktur-Reichweite: Mit 3 Millionen Homes Passed (2,4 Millionen internetfähig, 2,1 Millionen Gigabit-fähig Ende 2024) und etwa 1,1 Millionen aktiven Kunden (Q2 2025) gehört Tele Columbus zu den zehn größten Festnetz-Infrastrukturbetreibern in Deutschland nach Haushaltsreichweite.
2. Aktiver Strategiewandel zu FTTH: Seit 2022/2023 vollzieht Tele Columbus einen dokumentierten Wandel: FTTH-Neuausbau hat DOCSIS-3.1-Kabel-Upgrade im Neubau-Segment ab 2024 ersetzt. Während das bestehende HFC-Netz weiterhin modernisiert wird, fokussiert das Unternehmen bei allen Neuerschließungen auf Glasfaser.
3. Relevante regionale Marktposition: In Ostdeutschland (insbesondere Sachsen-Anhalt mit etwa 95 Prozent Marktanteil, Berlin, Leipzig, Brandenburg) ist Tele Columbus ein wichtiger alternativer Infrastrukturbetreiber. Das Unternehmen erschließt Regionen, die von reinen FTTH-Playern teilweise gemieden werden.
4. Gigabit-Fähigkeit als Brückentechnologie: Die 2,1 Millionen Gigabit-fähigen HFC-Anschlüsse (DOCSIS 3.1, bis 1.000 Mbit/s Download) bieten funktional vergleichbare Leistung wie FTTH-Einstiegstarife für die Mehrheit der Privatanwender. Technologisch ist HFC mit DOCSIS 3.1 zwar keine Glasfaser, erfüllt aber die Gigabit-Anforderungen und wird in offiziellen Breitband-Statistiken als gigabitfähige Infrastruktur gewertet.
5. Konsolidierungsrelevanz und M&A-Potenzial: Als infrastrukturreicher Player mit finanziellen Herausforderungen ist Tele Columbus ein mögliches Konsolidierungsziel. Die 300-Millionen-Euro-Kapitalspritze von Morgan Stanley (März 2024) und die Umschuldung bis 2028 sicherten kurzfristiges Überleben.
Technologie-Mix: HFC-Kabel und FTTH-Neuausbau
Technologisch bietet Tele Columbus/PŸUR einen Hybrid-Ansatz: FTTH mit GPON (bis 1.000 Mbit/s) für Neuerschließungen ab 2024 und HFC-Kabel mit DOCSIS 3.1 (bis 1.000 Mbit/s Download) für Bestandsnetze. Die Tarife unter der PŸUR-Marke sind technologieunabhängig: PŸUR Pure Speed 50, 250, 500, 1.000 – die zugrundeliegende Technologie ist für Endkunden transparent.
Finanzielle Entwicklung
Der Umsatz 2024 betrug 426,3 Millionen Euro (-5,7 Prozent gegenüber Vorjahr, hauptsächlich wegen TV-Segment-Verlusten durch Wegfall des Nebenkostenprivilegs im Juli 2024). Die Internet/Telefonie-Sparte entwickelte sich positiv: +30,4 Millionen Euro Umsatzzuwachs, +21.500 neue Kunden im vierten Quartal 2024.
Im März 2024 erhielt Tele Columbus eine 300-Millionen-Euro-Kapitalspritze von Morgan Stanley Infrastructure Partners nach Aussetzung von Anleihezahlungen. 1,1 Milliarden Euro Schulden wurden bis 2028 verlängert. Fitch-Rating „CC“ (hohes Ausfallrisiko). Das kurzfristige Überleben ist gesichert, die langfristige Entwicklung hängt von der erfolgreichen Umstrukturierung ab.
Technologie-Mix: Überwiegend HFC-Kabel (DOCSIS 3.1), FTTH-Fokus ab 2024 im Neubau
FTTH-Anteil: Nicht separat quantifiziert, deutlich geringer als HFC-Bestand
Aktive Kunden: ~1,1 Mio. TV (Q2 2025, sinkend); Internet/Telefonie: +21.500 neue Q4 2024
Consumer-Marke: PŸUR (pyur.com) – Internet, TV, Telefonie, Mobilfunk
Business-Marken: PrimaCom, HL komm, PŸUR Business
Umsatz 2024: 426,3 Mio. € (-5,7% YoY)
Mitarbeiter: ~1.393
Hauptsitz: Berlin
CEO: Markus Oswald (seit Februar 2023); CFO: Nicolai Oswald (seit Oktober 2024)
Eigentümer: Morgan Stanley Infrastructure Partners (Mehrheit), United Internet/Ralph Dommermuth (Beteiligung)
Börse: Frankfurt (TC1), Marktkapitalisierung ~146 Mio. EUR (Mitte 2025)
Verschuldung: 1,1 Mrd. €; Fitch-Rating: CC
Ranking-Hinweis: Tele Columbus ist historisch ein Kabelnetzbetreiber (HFC/Koaxial). Die angegebenen 3 Millionen Homes Passed sind gemischte Technologie (überwiegend Kabel, nicht reines FTTH). Der reine FTTH-Anteil ist deutlich geringer und wird nicht separat quantifiziert. In einem strengen FTTH/FTTB-Ranking nach physischer Glasfaser-Infrastruktur wäre Tele Columbus niedriger einzuordnen. Die Aufnahme begründet sich durch: (1) substantielle Haushaltsreichweite, (2) dokumentierter Strategiewandel zu FTTH ab 2024, (3) Gigabit-Fähigkeit von 2,1 Millionen Anschlüssen, (4) regionale Marktrelevanz in Ostdeutschland, (5) Konsolidierungspotenzial im M&A-Markt.
10. DNS:NET Internet Service GmbH – Der Berlin-Brandenburg-Spezialist
Über 300.000 Homes Passed in 400+ Orten, Ziel 1,2 Millionen bis 2030
DNS:NET Internet Service GmbH aus Bernau bei Berlin ist ein wichtiger regionaler Glasfaser-Akteur in Ostdeutschland und größter alternativer Anbieter in Brandenburg (nach der Telekom). Mit über 300.000 erreichbaren Haushalten in mehr als 400 Orten fokussiert das Unternehmen konsequent auf unterversorgte Gebiete in Berlin-Umland, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. DNS:NET setzt seit 2013 ausschließlich auf 100 Prozent FTTH-Technologie – ohne FTTB oder Kupfer-Restwege.
Technologieführerschaft im Regionalmarkt
DNS:NET positioniert sich als Technologievorreiter mit GPON-Technologie; Geschwindigkeiten bis 2.500 Mbit/s (2,5 Gbit/s) downstream. Das Unternehmen betreibt über 4.000 Kilometer Glasfaserkabel und etwa 600.000 Menschen haben Zugang zu DNS:NET-Diensten. Aktuelle Großprojekte 2025: Wandlitz, Falkensee, Blankenfelde-Mahlow, Zossen und zahlreiche Kleinstädte in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt.
2,5 Milliarden Euro Investitionen bis 2030
Das Geschäftsmodell kombiniert eigenwirtschaftlichen Ausbau in profitablen Speckgürtel-Lagen mit Förderprojekten in strukturschwachen Regionen. Nachfragebündelung-Modell: Erfordert 33 Prozent Haushaltsverpflichtung für eigenwirtschaftlichen Ausbau. Die Eigentümerstruktur: Gründer Alexander Lucke (ursprünglich 100 Prozent); DBAG (Deutsche Beteiligungs AG) erwarb 25 Prozent 2013; aktuelle Kontrolle: DNS Bidco GmbH (Gewinnabführungsvertrag seit 8. November 2021). Das Ausbauziel liegt bei 1,2 Millionen Wohn- und Geschäftseinheiten bis 2030 bei Gesamtinvestitionen von 2,5 Milliarden Euro. Die Mitarbeiterzahl beträgt etwa 400.
Juli 2025: Kooperationsvereinbarung mit Eurofiber als Teil der Open Access Alliance für Berlin-Ausbau. September 2025: Fortgesetzter Ausbau in Berlin-Altglienicke mit über 120 aktivierten Hausanschlüssen.
Einwohner mit Zugang: Über 600.000 Menschen
Netzlänge: 4.000+ Kilometer Glasfaserkabel
Ausbauziel 2030: 1,2 Mio. Wohn- und Geschäftseinheiten
Investitionen bis 2030: 2,5 Mrd. €
Mitarbeiter: ~400
Technologie: 100% FTTH via GPON; Geschwindigkeiten bis 2.500 Mbit/s
Hauptsitz: Rollenhagenstr. 42, 16321 Bernau bei Berlin, Brandenburg
Geschäftsführung: Alexander Lucke (Gründer/Geschäftsführer seit 1998), Ralph Steffens (Co-CEO), Kim Juchem (CCO seit 1.02.2024)
Gründung: 1998 (FTTH-Fokus seit 2013)
Vergleichstabelle: Die Top 10 Glasfaseranbieter im Überblick
| Rang | Anbieter | Homes Passed FTTH/FTTB (eigene Infrastruktur) | Aktive Kunden | Ausbauziel 2030 | Eigentümer | Regionale Schwerpunkte |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Deutsche Telekom | 11,8 Mio. (Q3 2025) | ~1,8 Mio. (+61% 2024) | 25 Mio. (+4 Mio. GlasfaserPlus) | Bund/KfW 27,8%, T-Mobile US 51,5% | Bundesweit, alle 16 Länder |
| 2 | Deutsche Glasfaser | ~2,6 Mio. | ~800k aktiv (1,5 Mio. vertraglich) | 6 Mio. | EQT 51%, OMERS 49% | Ländlich, 1.750+ Kommunen bundesweit |
| 3 | Westconnect | 1,6 Mio. marktfähig | Open Access (nicht disaggregiert) | +1,5-1,6 Mio. zusätzlich | Westenergie/E.ON 50%, Igneo 50% | NRW, RLP, Niedersachsen, Hessen |
| 4 | Glasfaser NordWest | Im Ausbau (Ziel 1,5 Mio. bis 2030) | Open Access (nicht disaggregiert) | 1,5 Mio. bis 2030 | Telekom 50%, EWE 50% | Niedersachsen, Bremen, NRW-Nord |
| 5 | Vodafone | ~1,2 Mio. eigen (11+ Mio. inkl. Partner-Wholesale) | ~8 Mio. Festnetz gesamt | 7 Mio. eigen (OXG) | 100% Vodafone Group Plc (UK) | Bundesweit; 24 Mio. HFC-Kabel |
| 6 | UGG | >1 Mio. (nach IFG-Übernahme) | Aufbauphase | 2,2 Mio. | Allianz 50%, Telefónica 50% | 8 Bundesländer (ländlich) |
| 7 | M-net | ~900.000+ gesamt; München 640.000 | >500.000 gesamt | SWM: 500 Mio. € bis 2030 (München) | Mehrheit Stadtwerke München (100% Stadt) | Bayern (München, Augsburg, Erlangen) |
| 8 | NetCologne | 705.000 (2024) | ~550.000 Privatkunden (2024) | 80% Köln bis ~2027 | 100% Stadt Köln (via GEW Köln AG) | Köln (75%), Bonn, Rhein-Erft, Aachen |
| 9 | Tele Columbus (PŸUR) | ~3 Mio. (gemischt Kabel+Glasfaser)* | ~1,1 Mio. TV; Internet wachsend | FTTH-Fokus im Neubau ab 2024 | Morgan Stanley (Mehrheit) | Ostdeutschland, Hamburg, Berlin |
| 10 | DNS:NET | >300.000 in 400+ Orten | Nicht detailliert öffentlich | 1,2 Mio. bis 2030 | DNS Bidco GmbH; Gründer A. Lucke | Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt |
*Tele Columbus: Die 3 Millionen Homes Passed sind überwiegend HFC-Kabelnetz (DOCSIS 3.1), nicht reines FTTH. Der reine FTTH-Anteil wird nicht separat quantifiziert und ist deutlich geringer. Aufnahme ins Ranking begründet durch: (1) substantielle Haushaltsreichweite von 3 Millionen, (2) Strategiewandel zu FTTH ab 2024 im Neubau, (3) Gigabit-Fähigkeit von 2,1 Millionen Anschlüssen, (4) regionale Marktrelevanz in Ostdeutschland, (5) M&A-Konsolidierungspotenzial. PŸUR (pyur.com) ist die Consumer-Marke von Tele Columbus AG (telecolumbus.com).
Stand: November 2025 | Alle Daten verifiziert durch Geschäftsberichte, Pressemitteilungen, Bundesnetzagentur-Statistiken, BREKO-Marktanalysen und offizielle Unternehmensangaben. Bildquelle: Paul Mandele via Unsplash (24.11.2025)
Markt-Kontext: Deutsche Glasfaser im internationalen Vergleich
Deutschland hat 2025 im Glasfaserausbau deutliche Fortschritte erzielt. Mit 21,8 Millionen Homes Passed (Ende 2024, Bundesnetzagentur) beziehungsweise 24,3 Millionen (Juni 2025, BREKO) liegt die Bundesrepublik bei etwa 48,8 bis 52,8 Prozent Abdeckung. Dennoch liegt Deutschland weiterhin hinter Spitzenreitern wie Spanien (92 Prozent), Portugal (88 Prozent) oder den skandinavischen Ländern (über 80 Prozent). Die Take-up-Rate von 24 bis 27 Prozent (5,3 bis 6,6 Millionen aktive Anschlüsse) zeigt, dass Verfügbarkeit und tatsächliche Nutzung unterschiedliche Größen sind. Zum Vergleich: In Spanien liegt die Take-up-Rate bei über 50 Prozent, in Portugal bei 45 Prozent.
Fragmentierung als Charakteristikum des deutschen Marktes
Der deutsche Glasfasermarkt ist mit etwa 250 bis 260 aktiven Netzbetreibern der am stärksten fragmentierte in Europa. Zum Vergleich: In Frankreich dominieren drei Player (Orange, SFR, Free), in Spanien zwei (Telefónica, Orange). Diese Fragmentierung hat verschiedene Aspekte: Der intensive Wettbewerb wirkt sich positiv auf Preise und Servicequalität aus. Andererseits entstehen Ineffizienzen durch parallelen Ausbau, fehlende Skaleneffekte und Finanzierungsherausforderungen kleinerer Player. Eine AlixPartners-Umfrage zeigt, dass 85 bis 90 Prozent der Befragten moderate bis deutliche M&A-Aktivität im deutschen Glasfasermarkt innerhalb von 24 Monaten erwarten.
Technologische Entwicklungen: XGS-PON und Open Access
Technologisch vollzieht sich 2025 ein Wandel: XGS-PON (10 Gbit/s symmetrisch) löst zunehmend GPON (2,5 Gbit/s down, 1,25 Gbit/s up) als Standard ab. Deutsche Glasfaser führte XGS-PON ab April 2024 als Standard ein (Nokia-Partnerschaft), M-net startete Mitte 2025 deutschlandweit erste 5-Gbit/s-Tarife mit XGS-PON. Parallel entwickelt sich Open Access zum verbreiteten Geschäftsmodell: Laut BREKO-Marktanalyse 2024 setzen 89 Prozent der alternativen Netzbetreiber auf Open-Access-Strukturen. Die Trennung von Infrastruktur (Layer 1-2) und Diensteanbietung (Layer 3) ermöglicht spezialisierte Geschäftsmodelle und verteilt Marktrisiken.
Finanzierung und Förderpolitik
Die Finanzierung des deutschen Glasfaserausbaus erfolgt über einen Mix aus privatem Kapital (circa 70 Prozent), öffentlichen Fördergeldern (20 Prozent) und EU-Mitteln (10 Prozent). 2024 investierte die Branche 15,3 Milliarden Euro (Bundesnetzagentur) in Telekommunikations- und Mobilfunkinfrastruktur (+13 Prozent gegenüber 2023). Das Gigabit-Förderprogramm der Bundesregierung startete Januar 2025 mit 1,2 Milliarden Euro, Teil der 38-Milliarden-Euro-Gesamtallokation. Herausforderungen sind komplexe Antragsverfahren, lange Genehmigungszeiten (durchschnittlich 14 Monate) und bürokratische Prozesse.
Stand: November 2025 | Alle Angaben basieren auf verifizierbaren Quellen: Geschäftsberichte, Pressemitteilungen, Bundesnetzagentur-Statistiken (Jahresbericht Telekommunikation 2024, Breitbandatlas), BREKO-Marktanalysen (September 2024, April 2025, August 2025), offizielle Unternehmenswebsites (telekom.de, vodafone.de, deutsche-glasfaser.de, telecolumbus.com, pyur.com, glasfaser-nordwest.de, westconnect.de, m-net.de, netcologne.de, unseregrueneglasfaser.de, dns-net.de), AlixPartners European Fiber Survey 2025, PitchBook, Bloomberg, Börsen-Zeitung, Branchenmedien (BroadbandTVNews, TelecomTV, Fierce Network, Mobile Europe). Trotz sorgfältiger Recherche kann keine Garantie für Vollständigkeit und absolute Richtigkeit übernommen werden, da sich Unternehmensdaten kontinuierlich ändern. Aktuelle Zahlen Stand November 2025 oder neueste verfügbare Quartalsberichte.

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Der Inhalt dieser Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 24.11.2025
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