Nach Verkauf an Zeaborn: Rickmers Family Office entsteht in Hamburg

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Kaum eine Reederei ist in der Hansestadt bekannter als die der Familie Rickmers, die aus der 1834 in Bremerhaven gegründeten Rickmers Werft hervorging. Zuletzt war das Familienunternehmen in zwei voneinander unabhängige Teile getrennt: die Rickmers Holding AG, geführt von Bertram Rickmers, sowie die E.R. Schifffahrt GmbH & Cie. KG von Bruder Erck Rickmers. Während die Rickmers Holding 2017 in die Insolvenz rutschte, erwirtschaftete E.R. konstant positive Erträge. Anfang des Jahres wurde der Verkauf von E.R. an Kurt Zechs Zeaborn Gruppe bekanntgegeben. Nun sammelt Erck Rickmers seine Investment-Aktivitäten und Beteiligungen in der E.R. Capital Holding.

Unterschiedliche Strategien und Verkauf an Zech

Die Schiffahrt durchlebte im letzten Jahrzehnt düstere Zeiten. Überkapazitäten und sinkende Nachfrage machten den großen Reedereien zu schaffen, etliche Unternehmen gingen dabei pleite. Erck Rickmers steuerte sein Unternehmen weitestgehend unbeschadet durch die schwierigen Jahre, indem er weitere Geschäftszweige aufbaute, klug zukaufte und Schiffe verkaufte. So wurde etwa in Immobilien investiert und mit der Blue Star Group ein Schiffsfinanzier aufgebaut. Vor dem Verkauf lag der Umsatz über 200 Millionen Euro mit einem Gewinn von rund 10 Millionen Euro, fast 1300 Mitarbeiter wurden beschäftigt (der Großteil davon auf See). Der Verkauf begründet Rickmers darin, dass in der heutigen Schifffahrtswelt nur noch überleben kann wer mit ausreichend Kapital für schnelles Wachstums ausgestattet ist. Genau dies ist die 2014 gegründete Zeaborn Group, die zum Familienunternehmen Zech gehört und zuvor schon Reste der insolventen Rickmers Holding übernahm. Sympathisches Detail an Rickmers Entscheidung an Zech zu verkaufen anstatt an einen amerikanischen Finanzinvestor (der unter Umständen einen höheren Preis gezahlt hätte): Rickmers war wichtig, dass die 200 Arbeitsplätze in Hamburg durch eine “norddeutsche Lösung” erhalten bleiben.

Verkaufspreis wohl in Millionenhöhe – Family Office unter Leitung von E. Rickmers persönlich

Zwar wurde über den Kaufpreis Stillschweigen vereinbart, doch man kann vermuten dass dieser mindestens in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe lag. Zum Vergleich: die zur Oetker Gruppe gehörende Reederei Hamburg Süd wurde von Maersk für 3,7 Milliarden Euro übernommen. Der Umsatz dieser lag bei 5,4 Milliarden USD, der Gewinn bei 85 Mio. USD. Bricht man das Verhältnis von Kaufpreis und Umsatz auf den Verkauf von E.R. runter käme man auf einen stolzen Preis von 136 Millionen Euro.
Das neue 15-Mann Family Office wird von dem 54-jährigen E. Rickmers ab dem 1.4.2019 persönlich geführt – der Fokus soll auf den Bereichen Immobilien, Private Equity und Schiffs(-finanzierungen) liegen. Die Geschäfte werden als “E.R. Capital Holding” geführt, welche zuvor die Konzernmutter darstellte. In welche Richtung das Rickmers Family Office auch gesteuert wird: das Listenchampion wünscht viel Erfolg!

Mit Listenchampion bieten wir die detaillierste Single Family Office Liste am deutschen Markt. Zu unseren Listen gehören stets auch kostenlose Updates und Erweiterungen innerhalb eines Jahres nach Kauf. Sollten Sie Fragen haben steht Ihnen unser Support rund um die Uhr zur Verfügung, sei es per Live-Chat, Mail oder Telefon. Auch bei individuellen Research-Aufträgen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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Bildquelle: Meduana

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