In regelmäßigen Abständen berichtet unser Team über Private Equity Deals in Deutschland. Diesmal im Fokus: das erste deutsche Investment von FSN Capital in Deutschland und die neuesten Deals von General Atlantic.

Nordischer Private Equity Investor FSN Capital kauft Online-Autoteilhändler Rameder

Bisher war der Büros in Oslo, Stockholm und Kopenhagen vertretene Private Equity Investor FSN Capital ausschließlich im skandinavischen Raum tätig. Mit der Übernahme des Online-Autozubehör-Händlers Rameder wagt sich FSN an ihren ersten Deal in Deutschland. Rameder betreibt Internetportale wie kupplung.de und erzielt laut FINANCE MAGAZIN einen Umsatz von rund 70 Millionen Euro und ein EBITDA zwischen 12-13 Millionen Euro. Übernommen wird Rameder von dem Münchner Mittelstandfonds Findos, welcher wiederum das Unternehmen selbst erst 2015 von Riverside übernahm. Der Plan von FSN ist, weitere internationale Unternehmen aus der Branche zuzukaufen (“Buy and Build”) sowie das Montagenetzwerk auszubauen.

General Atlantic tauscht Aroundhome Beteiligung gegen Nucom Anteile

Der US-Investor General Atlantic gibt seinen Anteil an Aroundhome (vormals: Beko Käuferportal GmbH) an die NuCom Group (ProSiebenSat1s ausgelagerte Digital-Investment-Sparte) ab. Im Gegenzug dafür steigt General Atlantics Anteil an NuCom auf 28,4%. NuComs Anteil an Aroundhome steigt damit auf 94%. Aroundhome bietet Vergleichsseiten rund um Leistungen am Eigenheim (Verkauf, Reparaturen, etc.) an. Die online erzielten Vergleichs-Leads werden dann an passende Anbieter weiterverkauft. Durch den Deal wird Aroundhome mit 140 Millionen Euro bewertet.

In einem weiteren Deal sichert sich General Atlantic eine Minderheitsbeteiligung an Powercloud, einem deutschen Cloud-Anbieter für Energieunternehmen.

Bridgepoint verkauft österreichischen Kühltechnikunternehmen AHT

Der diesmal größte Deal aus unserem Private-Equity Radar spielte sich Ende November letzten Jahres in Österreich ab: das Kühltechnikunternehmen AHT wurde vom Private Equity Fonds Bridgepoint für über 881 Millionen Euro an den japanischen Technologiekonzern Daikin verkauft. AHT stellt Tiefkühlgeräte für den Lebensmitteleinzelhandel her und vertreibt diese in über 100 Ländern. 2017 wurde ein Umsatz in Höhe von 481 Millionen Euro erzielt. Für Bridgepoint ist der Deal ein einträgliches Geschäft: 2013 wurde das Unternehmen für 585 Millionen Euro eingekauft. In der Zwischenzeit investierte Bridgepoint mehr als 70 Millionen Euro in die Entwicklung und neue Standorte in Brasilien und in den USA. Daikin baut durch die strategische Akquisition sein Produktportfolio und Position in Europa aus.

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PAMERA Real Estate Partner ist ein Münchner Multi-Family-Office, das Immobilien-Investments für besonders vermögende Privatpersonen und Familien durchführt und betreut. Mit diesem Geschäftsmodell ist das Unternehmen bereits seit mehr als zehn Jahren erfolgreich. Zum Jahreswechsel konnte man bei PAMERA auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2018 zurückblicken. Gleichzeitig zeichnen sich bereits die Schwerpunkte für 2019 ab.

Trotz einiger Verkäufe im ersten Halbjahr 2018 befinden sich immer noch Immobilien im Wert von über 500 Mio. Euro im Portfolio. Zum Jahresende betreute PAMERA insgesamt 31 Objekten und Projekte. Sie befinden sich an insgesamt 14 Standorten – in Berlin, Düsseldorf, Leipzig, München und einigen anderen deutschen Großstädten. Dabei handelt es sich überwiegend um Büroimmobilien, zum Teil auch um Wohnimmobilien oder gemischt genutzte Objekte wie ein modernes Wohn- und Geschäftshaus in der Markgrafenstraße in Berlin-Mitte oder einen denkmalgeschützten Bau in der Leipziger Fußgängerzone.

Wohnimmobilien und Projekte mit Mezzanine-Kapital

In diesem Jahr will PAMERA einen besonderen Investment-Schwerpunkt auf Wohnimmobilien legen und seinen Bestand in diesem Bereich ausbauen. Das ist nicht zuletzt der weiter hohen Nachfrage nach Wohnraum gerade in attraktiven Großstädten geschuldet. Die Investment-Perspektiven dort sind entsprechend gut. Ein weiterer Fokus soll auf Beteiligungen an Projektentwicklungen im Bereich von Mezzanine- und Equity-Finanzierungen liegen. Hier hat PAMERA bereits im vergangenen Jahr rund 20 Mio. Euro Mezzanine-Kapital für diverse Projektentwicklungen – bevorzugt in Berlin – eingesetzt. 10 Mio. Euro flossen aus früheren Engagements zurück.

Das waren die Investment-Highlights 2018

Zwei Akquisitionen und ein abgeschlossenes Projekt markieren für PAMERA die Investment-Highlights des Jahres 2018:

– in Potsdam konnte von einem anderen Family Office ein Wohnensemble in der nördlichen Innenstadt erworben werden. Es umfasst 70 Wohneinheiten und einen geringeren Anteil an Büroräumen. Das Objekt stammt aus dem Jahre 1998 und verfügt über ca. 7.000 qm Wohnfläche;
– im Rahmen eines Joint Venture mit E.T. MYER Immobilien – einem Münchner Büroimmobilien-Makler – konnte ein Gewerbeobjekt in Düsseldorf-Golzheim gekauft werden. Das Gebäude aus dem Jahre 1957 bietet 2.300 qm Gewerbefläche. Aktuell sind davon rund 70 Prozent vermietet. Das Objekt soll auf mittlere Sicht gezielt erneuert und weiterentwickelt werden. Angedacht ist zum Beispiel die Schaffung weiterer Flächen für eine Hotel- und Büronutzung;
– ein bereits 2017 gestartetes Hotel-Projekt in Heidelberg konnte zum Jahresende 2018 erfolgreich abgeschlossen werden. Das Hotel wird von der Centro Hotel Group im Rahmen der neu eingeführten Marke “99 Hotels” betrieben und soll im ersten Quartal eröffnet werden.

Die beiden Immobilien-Käufe hatten zusammen ein Volumen von 28 Mio. Euro. Über die Einzel-Kaufpreise wurde Stillschweigen vereinbart.

LAGOM am Ammersee – exklusives Wohnprojekt

In Herrsching am Ammersee hat PAMERA noch im letzten Quartal 2018 mit dem Münchner Projektentwickler Bauwerk Capital ein größeres Wohnprojekt gestartet. Herrsching gehört zu den begehrten Wohnorten im Umfeld von München mit guten bis sehr guten Lagen. Unter dem Namen LAGOM entstehen dort in einer See-nahen Wohnsiedlung 36 Eigentumswohnungen, 17 Reihenhäuser, vier Doppelhaushälften und fünf Einfamilienhäuser. LAGOM ist ein schwedisches Wort und bedeutet so viel wie “nach dem rechten Maß” oder “genau passend”, bezeichnet aber auch eine entsprechende Lebensphilosophie. Die Grundfläche des Projektes umfasst rund 15.000 qm. Bis Ende 2020 sollen die Objekte komplett bezugsfertig sein.

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Medici Living bezeichnet sich selbst als “der erste professionelle WG-Anbieter Deutschlands”. Das 2012 vom ehemaligen eKomi Chef Gunther Schmidt gegründete Unternehmen wuchs in den letzten Jahren stark in der Vermietung von möblierten Zimmern in Deutschlands Top-Städten. Das Modell ist schnell erklärt: Medici Living mietet von Immobilienbesitzern und Kooperationspartnern langfristig Wohnungen an, möbliert diese und vermietet die einzelnen Zimmer anschließend hochpreisig über die eigene Online-Plattform. Ein starker Kooperationspartner ist der europäisch Immobilien-Investmentmanager Corestate Capital Holding S.A. Im Rahmen einer im vergangenen Dezember verkündeten Partnerschaft einigten sich die Parteien darauf ein Co-Living-Portfolio in Höhe von einer Milliarde Euro aufzubauen: Corestate besitzt die Immobilien, Medici Living vermietet. Jetzt wurde mit dem Family Office des Besitzers und Gründers von Corestate, Ralph Winter, ein weiterer Deal abgeschlossen.

Winters Family Office W5 Group unterstützt Wachstum in den USA

Medici Living wird zusammen mit Ralph Winters Family Office, der W5 Group, 300 Millionen Dollar in den US-Markt investieren. Das Arrangement soll ähnlich dem deutschen Modell funktionieren: das Family Office entwickelt, finanziert und besitzt die Immobilien, Medici Living betreibt und richtet die Immobilien über die Marke Quarters ein. Die Quarters-Projekte unterscheiden sich leicht von der deutschen Medici-Version: während in Deutschland meist einfach nur Zimmer ohne Gemeinschaftsflächen vermietet werden gibt es in den Quarters verschiedene Annehmlichkeiten wie eine Gemeinschaftsfläche für “Events, Filmabende und mehr” sowie eine “Quarters App” um mit den anderen Mitbewohnern zu kommunizieren. W5 gab bereits im vergangenen Oktober bekannt einen “signifikanten Anteil” an Quarters erworben zu haben. Im Fokus der Wachstumsoffensive stehen zunächst acht US-Städte, unter anderem San Francisco, Los Angeles und Washington D.C.

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BioNTech gehört zu den wenigen deutschen Unternehmen, die bei Biotech-Medikamenten auch international mitzählen. Die 2008 gegründete Mainzer Firma will den ersten individualisierten Impfstoff gegen Krebs entwickeln. Mit dem französischen Pharmaunternehmen Sanofi hat BioNTech jetzt einen weiteren bedeutenden Finanzierungspartner gefunden. Die Sanofi-Kooperation ist ein Meilenstein in der dynamischen Entwicklung des jungen Biotech-Unternehmens.

BioNTech bezeichnet sich selbst als das größte private, nicht börsennotierte biopharmazeutische Unternehmen Europas. Die Unternehmensgeschichte startete vor gut zehn Jahren am 1. Oktober 2008. Damals hoben Prof. Dr. Ugur Sahin und Prof. Dr. Christoph Huber BioNTech als Ausgründung der Mainzer Universität aus der Taufe. Sahin ist bis heute Vorstandsvorsitzender des Unternehmens.

Vor gut zehn Jahren mit Kapital aus Strüngmann Family Office gestartet

Ohne finanzkräftige Unterstützung von außen wäre der BioNTech-Aufstieg nicht möglich gewesen. Die Erstfinanzierung im Rahmen der Gründung erfolgte durch das Strüngmann-Family Office und zum kleineren Teil durch die Münchner Venture Capital-Gesellschaft MIG Fonds als Hauptinvestoren. Hinter dem Strüngmann Family Office stehen die beiden Zwillingsbrüder Andreas und Thomas Strüngmann, deren Vermögen mit dem Aufbau des Generika-Herstellers Hexal zusammenhängt. 2005 verkauften die Brüder Hexal an Novartis und betätigen sich seither als Investoren über ihre Beteiligungsgesellschaften Athos Service und Santo Holding an verschiedenen Unternehmen. Schwerpunkte der Investitionstätigkeit liegen im Biotech- und Gesundheitsbereich. Das BioNTech-Engagement dürfte eines der hoffnungsreichsten sein.

Im vergangenen Jahr konnte BioNTech seine Finanzbasis bereits deutlich aufstocken. Im Rahmen einer Series A-Finanzierung erhielt BioNTech im Januar 2018 270 Mio. US-Dollar als zusätzliches Kapital. Als Hauptinvestor fungierte dabei die kalifornische Redmile Group, ein Hedgefonds und zugleich Investmentgesellschaft, die bevorzugt im Bereich Healthcare investiert. Mit von der Partie waren Fidelity Management & Research Company, Invus und Janus Henderson Investors. Außerdem beteiligten sich das Strüngmann-Family Office als Mehrheitsgesellschafter von BioNTech sowie weitere europäische Family Offices an dieser Finanzierungsrunde. Im Sommer folgte eine Beteiligung des US-Pharmaunternehmens Pfizer. Bereits vor vier Jahren hatte das Pharmaunternehmen Eli Lilly sich mit 30 Millionen Dollar bei der BioNTech-Tochter Cell & Gene Therapies engagiert.

Frisches Geld von Sanofi

Kurz nach dem Jahreswechsel 2018/19 gab BioNTech bekannt, dass erneut “frisches Geld” zugeführt wird. Der französische Pharmakonzern Sanofi stellt BioNTech weitere 80 Mio. Euro zur Verfügung. Sanofi ist 2004 aus der Fusion der beiden Pharma-Unternehmen Sanofi-Synthélabo und Aventis entstanden und gehört zu den weltweit größten Pharmakonzernen. Mit Sanofi besteht bei BioNTech bereits seit einigen Jahren eine Forschungskooperation – eine Zusammenarbeit, die jetzt auch finanziell abgerundet wird. Die “Finanzspritze” zielt denn auch auf eine weitere Intensivierung der gemeinsamen Arbeiten. In einigen Jahren will man den ersten individualisierten Impfstoff gegen Krebs entwickelt haben – es wäre eine Revolution in der Krebstherapie.

BioNTech gilt als eines der weltweit führenden Forschungsunternehmen bei Boten-Nukleinsäuren (mRNA). Dabei handelt es sich um Substanzen, die in lebenden Zellen die Übersetzung von Geninformationen in Proteine steuern. Bei der Sanofi-Kooperation geht es darum, mRNA’s für die direkte Injizierung in Krebs-Tumoren nutzbar zu machen, um dort Immun-Reaktionen hervorzurufen. mRNA-Anwendungen müssen sich aber nicht auf die Krebstherapie beschränken, sondern eröffnen eine Vielzahl an Möglichkeiten für neue Arzneien und Impfstoffe. Neben BioNTech gibt es nur noch die Tübinger CureVac und das US-Unternehmen Moderna, die ähnlich fortgeschritten in der mRNA-Forschung sind. Darüber hinaus treibt BioNTech aber auch auf anderen Gebieten Forschungen voran.

Börsengang aktuell kein Thema

Das Mainzer Biotech-Unternehmen hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung hingelegt. Die BioNTech AG fungiert als Holding-Gesellschaft für mittlerweile sieben Töchter, die in ihren jeweiligen “Spezialgebieten” tätig sind. Neben dem Hauptsitz in Mainz verfügt BioNTech über drei weitere Standorte in Berlin, Idar-Oberstein und Martinsried und beschäftigt rund 850 Mitarbeiter. Trotz des starken Wachstums wird ein Börsengang aktuell nicht angestrebt, ist aber auch nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Einstweilen sieht sich BioNTEch aber finanziell gut aufgestellt.

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Die für ihr Geschäft mit hochvermögenden Kunden bekannte Schweizer Bank UBS sammelt für die New Yorker Projektentwicklung “TSX Broadway” 780 Millionen Dollar ein. Besonderheit dabei: 400 Millionen davon stammen  von “Ultra High Net Worth” Kunden der Bank und Family Offices. Der Rest des Kapitals stammt aus vorherigen Finanzierungsrunden, SoftBank und der Entwickler L&L Holding sowie einem Großkredit über 1,1 Milliarden Dollar von Goldman Sachs.

Mega-Projekt TSX Broadway

Für das Projekt soll das am New Yorker Time Square ansässige Palace Theater erneuert werden und zu einer “ganzheitlichen Werbeplattform” ausgebaut werden. Zusätzlich soll um das Gebäude herum das bestehende Hotel “DoubleTree Guest Suites” mit einem Wolkenkratzer ersetzt werden. Nach Fertigstellung soll der Gebäudekomplex ein Luxus Hotel mit 669 Zimmern, 7000 qm Ladenfläche über 10 Stockwerke verteilt und eine 1000 qm große Outdoor Terasse beinhalten. Weitere Besonderheit: die 1600 qm große LED Leuchtreklame, die damit die größte in der Umgebung sein wird. Realisiert wird das Projekt von der Fortress Investment Group, L&L Holding Co. und Maefield Development.

Family Offices und HNWIs häufiger an “Single-Asset” Immobilienprojekten interessiert

Eine interessante Beobachtung dabei ist, dass sich Family Offices immer häufiger gezielt an Immobilienprojekten beteiligen (anstatt nur durch gebündelte Fonds). Auch in Deutschland ist dieser Trend zu beobachten. Bestes Beispiel dafür ist die Familie Hopp, die über die “Actris Henninger Turm GmbH” ein Hochhaus in Frankfurt revitalisiert und entwickelt. In Berlin etwa wurde im vergangenen Jahr das Spree-Forum vom Jahr Family Office (unter anderem) an die Viessmann Familien Investment Gruppe verkauft.

Bildergalerie TSX Broadway, New York


Die letzten Jahre entwickelte sich der deutsche Immobilienmarkt stark. Gerade die Metropolregionen und Top-Städte erlebten einen regen Andrang. Wir berichteten unter anderem von den größten Immobiliendeals in Frankfurt, wie etwa der Verkauf des Omniturms an die Commerz Real für ca. 700 Millionen Euro. Als führender deutscher Anbieter von Investorenlisten (hier finden Sie alle unseren Listen zu Immobilieninvestoren) fragen wir uns: was bringt das neue Jahr 2019 für den deutschen Immobilienmarkt? Hält der Aufschwung an oder findet der Immobilienboom ein Ende?

Was beeinflusst den Immobilienmarkt?

Um sich der Frage anzunähern wie sich der Markt im neuen Jahr entwickelt, sollten wir uns bewusst machen was die Einflussfaktoren für die Entwicklung der Markt-Dynamik und der Immobilienpreise sind. Diese kann man in drei Hauptpunkte aufteilen:

  1. Angebot und Nachfrage
  2. Zinsen
  3. Konjunkturelle Lage

In den folgenden Abschnitten werden wir uns mit den jeweiligen Untergebieten beschäftigen.

1) Angebot und Nachfrage auf dem deutschen Immobilienmarkt (2019)

Der Trend in Deutschland ist klar ersichtlich: die Menschen zieht es in Großstädte wie München, Stuttgart, Hamburg, Berlin und Co. So stiegen Münchens Einwohnerzahlen von Januar bis Oktober 2018 um 0,8% auf 1 539 298 Personen. Durch den starken Zuzug herrscht in so gut wie allen Top-Städten Wohnungsmangel. Auf der anderen Seite beobachten wir bedrohlichen Leerstand in den ländlichen Regionen in ganz Deutschland. In Sachsen-Anhalt meldeten mehr als 33% der Wohnungsunternehmen einen Leerstand von mehr als 15% – ein extrem hoher Wert. Die Menschen zieht es vor allem durch bessere Berufsaussichten und eine höhere Lebensqualität in die Städte, woran sich wohl in näherer Zukunft auch nichts ändern wird.

Ein Dämpfer im neuen Jahr könnte eine verschlechterte Wirtschaftslage sein, durch welche die Leute sich die hohen Stadtmieten nicht mehr leisten können. Tatsächlich sind die Preisanstiege rasant: Allein in München stiegen in Q3/18 die Preise um 9,4% im Vergleich zum Vorjahresquartal bei Eigentumswohnungen, in Stuttgart sogar um 12%. Die Schweizer Bank UBS sieht in München die zweitgrößte Immobilienblase weltweit (nach Hong Kong).

Investoren reagieren darauf, indem sie sich entweder mit recht niedrigen Renditen abgeben oder ins Umland und B- und C-Städte ausweichen. Wir schätzen, dass durch die anhaltend hohe Nachfrage nach Mietwohnungen kein großer Einbruch bevorsteht, aber eine Abkühlung der Stadt-Immobilienmärkte durchaus realistisch ist.

2) Die aktuelle Niedrigzinspolitik und ihre Implikationen

Zinsen sind einer der wichtigsten Faktoren auf dem Immobilienmarkt. Durch niedrige Zinsen können Käufer mehr für Immobilien ausgeben, folglich gibt es mehr Nachfrage und mehr Geld im Markt. Einer der Haupttreiber der starken Preisentwicklung in den vergangenen Jahren war zweifelsohne die Niedrigzinspolitik der EZB. Es gibt erste Zeichen, dass dies kein Dauerzustand sein wird: im vergangenen Jahr kündigte die EZB das Ende ihres Anleihekaufprogramms für Dezember 2018 an. Die Zinsen sollen noch mindestens bis Mitte 2019 auf dem 0% Level bleiben – aber, wenn nötig, auch länger. Nach einer Befragung des Marktmonitor Immobilien erwarten über 80% der deutschen Immobilienmakler eine Erhöhung des Leitzinses im kommenden Jahr. Die amerikanische Notenbank kam den Europäern zuvor: die dortigen Leitzinsen stiegen mittlerweile wieder auf 2,5% an.

Eine starke Zinserhöhung in den nächsten Jahren gepaart mit einem Konjunktureinbruch wäre fatal: knapp kalkulierte Neubauprojekte könnten zu den angepeilten Preisen nicht mehr verkauft werden, Käufer die ihren Kredit refinanzieren müssen können sich die neuen Raten nicht mehr leisten und müssen verkaufen, die Waagschale zwischen Angebot und Nachfrage würde kippen, andere Anlageklassen werden für Investoren wieder interessanter. Die Bundesbank kalkuliert in diesem Fall, dass die Preise bis 2020 um bis zu 30% einbrechen könnten.

Ob dies so wahrscheinlich ist lässt sich bezweifeln. Die EZB ist sich ihrer Marktmacht bewusst und hat in der Vergangenheit stets vorsichtig reagiert. Zinserhöhungen wären wohl kein abrupter, sondern ein behutsamer, langwieriger Prozess auf den sich der Markt einstellen kann. Auch in den USA folgte auf die Zinserhöhung kein großer Einbruch. Zudem sei zu beachten, dass wohl für die nächste Zeit immer noch große Mengen an Geld im Markt vorhanden sein werden, die investiert werden wollen.

3) Konjunkturaussichten in Deutschland

Das deutsche Konjunkturklima trübt sich ein. Die Bundesbank erwartet ein BIP-Wachstum in Höhe von 1,5% statt zuvor prognostizierten 2%, die Nachfrage nach Industrieprodukten aus dem EU-Ausland brach im vergangenen Monat um mehr als 11% ein, die Automobilindustrie ist im Umbruch, was den Abbau vieler Stellen zur Folge haben könnte. Dazu gibt es viele Brandherde auf der Bühne der Weltwirtschaft wie etwa die neue, auf Abschottung und Zölle ausgerichtete, Handelspolitik der USA oder die steigenden Schulden in Italien, gepaart mit dem Aufstieg von populistischen Regierungen. Eine einbrechende Konjunktur hätte auch direkte, negative Folgen für den Immobilienmarkt.

Wie wahrscheinlich ein großer Einbruch ist bleibt abzuwarten. Prognosen bezüglich der Konjunkturentwicklungen gestalten sich naturgemäß schwierig und internationale Einflussfaktoren sind kaum vorhersehbar. Gerade befindet sich die deutsche Konjunktur in einer Hochphase, bei der eine (kleine) Abkühlung immer noch auf hohem Niveau wäre.

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen: der deutsche Wohnungsmarkt, besonders in den A-Städten, wird wohl auch im kommenden Jahr gefragt sein. Ein plötzliches Abbrechen der Nachfrage ist nicht zu erwarten, aber eine Entschleunigung ist gut möglich. Die Zinslandschaft stellt sich langsam auf höhere Zinsen ein, aber auch hier sind keine sprunghaften Bewegungen zu erwarten. Als größte Gefahr kann nach dem andauernden Aufschwung der letzten Jahre ein Konjunktureinbruch gesehen werden. Doch wie wahrscheinlich dieser ist bleibt abzuwarten. Bis dahin sollten solide finanzierte und zu vernünftigen Preisen eingekaufte Immobilien weiterhin eine gute Investition sein.

Bildquelle: Daniel von Appen

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Bei den größten Immobilien-Deals geht es in der Regel um Gewerbeimmobilien. Meist handelt sich um großflächige Objekte in Premium-Lagen – beste Voraussetzungen für einen “herausragenden” Kaufpreis. Was dies betrifft, hat Berlin inzwischen Frankfurt als Marktplatz den Rang abgelaufen. Der Verkauf des Sony-Centers am Potsdamer Platz für 1,1 Mrd. Euro im vergangenen Jahr ist nur ein Highlight von vielen gewesen. Auch 2018 haben wieder etliche Großobjekte in der deutschen Hauptstadt ihren Eigentümer gewechselt. Wir geben Ihnen an dieser Stelle einen Überblick über einige der größten Berliner Immobilien-Transaktionen 2018 – durchgeführt von Deutschlands größten Immobilieninvestoren.

1. Zalando Headquarter, Berlin-Friedrichshain, 200 Mio. Euro

Der internationale Immobilien-Entwickler UBM hat mit seiner Tochter Münchner Grund Immobilien Bauträger GmbH die neue Zalando-Unternehmenszentrale in der Hauptstadt umgesetzt. Sie befindet sich direkt neben der Mercedes Benz-Arena. Der Gebäudekomplex ist als offener Campus konzipiert und umfasst eine Fläche von 43.000 qm, die im Rahmen eines langfristigen Mietvertrages komplett von Zalando belegt wird. Mitte des Jahres – noch vor der endgültigen Fertigstellung – wurde der Komplex für knapp 200 Mio. Euro an den südkoreanischen Investor Capstone Asset Management verkauft. Betreut wurde das Investment durch L’Etoile Properties. Das Unternehmen ist auch für das Asset- und Property-Management des neuen Zalando-Headquarters zuständig. In einem eigenen Blog-Beitrag berichteten wir auch ausführlich.

2. Atotech Headquarter, Berlin-Tiergarten, Kaufpreis unbekannt

Der irisch-deutsche Investor Signature Capital ist Käufer des Atotech Headquarters im Herzen von Berlin. Die zur Jahresmitte 2018 verwirklichte Transaktion wurde von der Euro Ejendomme Asset Management ApS im Auftrag eines namentlich nicht genannten Verkäufers durchgeführt. Bei dem Objekt geht es um ein Bürogebäude mit einer Mietfläche von 19.500 qm. Alleiniger Mieter ist derzeit das internationale Chemie-Unternehmen Atotech, es besteht ein mittelfristig gesichertes Mietverhältnis mit Atotech. Die Jahresmiete wird auf aktuell rund 2,4 Mio. Euro beziffert. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der 2004 gegründete Investor Signature Capital verfügt über ein Immobilien-Portfolio von rd. einer Mrd. Euro.

3. Einkaufszentrum “Das Schloss”, Berlin-Steglitz-Zehlendorf, Kaufpreis unbekannt

Im August wurde der Kauf des Einkaufszentrums “Das Schloss” im südwestlichen Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf bekannt gegeben. Käufer ist Deka Immobilien, eine Immobilien-Investmentgesellschaft der Deka-Gruppe. Die Deka-Gruppe gehört wiederum zur Sparkassen-Organisation. “Das Schloss” ist eines der bekanntesten Shopping-Center in der Hauptstadt mit einer hohen Besucherzahl. Es besitzt eine Mietfläche von rd. 42.000 qm, die fast vollständig an knapp hundert Nutzer vermietet sind. Zu den Mietern zählen ganz überwiegend bekannte Einzelhandels-Marken wie Anson’s, Media Markt oder Rewe. Begleitet wurde die Transaktion vom Real Asset & Investment Manager Wealthcap. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt.

4. Bürohaus am Bahnhof Berlin Südkreuz, Berlin-Tempelhof-Schöneberg, Kaufpreis unbekannt

OVG Real Estate betätigt sich als Projektentwickler und Spezialist für innovative und energieeffiziente Bürogebäude. Das Unternehmen ist eine Tochter des Technologie-Konzerns Edge Technologies. Zu den Berliner Projekten von OVG Real Estate gehört ein unter Nachhaltigkeits-Gesichtspunkten entwickelter Bürokomplex am Bahnhof Berlin Südkreuz, einer zentralen Verkehrsschnittstelle der Hauptstadt. Der Komplex umfasst ein 32.000 qm großes Ensemble, das flexible Arbeitsbereiche, Restaurants und Geschäfte beinhalten wird. Das Projekt soll Ende 2019 fertiggestellt werden, bereits im Sommer 2018 wurde der Verkauf an Duxton Capital Advisors vereinbart – ein Unternehmen der australischen Duxton Capital-Guppe. Duxton Capital Advisors wird den Bürokomplex schlüsselfertig übernehmen.

5. Telekom-Immobilie, Berlin-Tempelhof-Schöneberg, Kaufpreis unbekannt

Der Kölner Immobilien-Dienstleister Corpus Sireo hat im Auftrag der Deutschen Telekom eine gemischt genutzte Immobilie im Berliner Stadtteil Lichtenrade verkauft. Lichtenrade liegt im Süden von Berlin und gehört zum Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Das Gebäude mit einer Mietfläche von 1.280 qm stammt aus dem Jahre 1971 und wurde schon bisher von der Telekom genutzt. Auch nach dem Verkauf wird die Telekom über ihre Tochter GMG Hauptmieter des Objektes bleiben. Der Käufer der Immobilie ist ein namentlich nicht genannter Privatinvestor, ebenso wurde über den Kaufpreis Stillschweigen bewahrt. Beraten wurde die Transaktion durch Avison Young.

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Das sich zur Zeit im Bau befindliche Zalando Hauptquartier ist eines der begehrtesten Objekte auf dem Berliner Immobilienmarkt. Für das futuristische Gebäude mit 42.000 qm Bürofläche wurde im Herbst 2016 der Grundstein gelegt; für Q4 2018 ist die Fertigstellung geplant. Der Architekturentwurf stammt vom gefragten Architekturbüro Henn. Im Laufe der letzten Jahre wechselte das Gebäude bereits mehrfach den Besitzer. Im Juni diesen Jahres kaufte das US-Immobilienunternehmen Hines dann das Gebäude für einen Luxemburger Fonds an.

Erfolgreiches Geschäft für den Wiener Projektentwickler UBM Development

Das neue Zalando HQ wurde an der Valeska-Gert-Straße von dem Wiener Entwickler UBM Development umgesetzt, der bereits viele hochkarätige Projekte in Europa realisierte und weitere Top-Immobilien plant, wie etwa das Leuchtenbergring Office in München oder das QBC 1&2 in Wien. Im vergangenen Jahr veräußerte UBM dann das Gebäude im Rahmen eines Forward Deals an das südkoreanische Unternehmen Capstone Asset Management. Der Kaufpreis lag hier bei 196 Millionen Euro, die Transaktion wurde von L’Etoile Properties betreut.

Erneuter Verkauf der Immobilie an Hines im Namen von Luxemburger Immobilienfonds

Nachdem das Objekt weniger als ein Jahr im Bestand der Südkoreaner war wechselte es erneut den Besitzer. Der US-Immobilienkonzern Hines kaufte Capstone das Gebäude im Namen eines Luxemburger Immobilienfonds ab. Hines wird auch in Zukunft das Asset Management übernehmen. Der Kaufpreis ist hierbei nicht bekannt. Es stellt sich die Frage ob das Objekt nun langfristig im Bestand gehalten wird. Mit Zalando hat man für die Immobilie einen starken, langfristigen Ankermieter, doch die Aussichten des Berliner Immobilienmarktes bleiben unklar.

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Berlin ist ein attraktiver Standort für Immobilieninvestoren. Zwar reichen die Immobilienpreise noch nicht an die “Spitzenwerte” in München oder Hamburg heran, doch bei der Preisdynamik liegt die Hauptstadt weit vorne. Ein stabiles wirtschaftliches Umfeld, anhaltendes Bevölkerungswachstum und ein florierender Arbeitsmarkt werden auch in den nächsten Jahren gute Rahmenbedingungen für Immobilieninvestoren bieten. Das gilt sowohl bei Wohn- als auch bei Gewerbeimmobilien.

Es verwundert daher nicht, dass sich mancher Berliner Immobilieninvestor ganz oder zumindest zu erheblichen Teilen auf Investments in der Spreemetropole ausgerichtet hat. “Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute nahe liegt”, mag das Motto sein. Auf jeden Fall bietet das Berlin-Investment den Vorteil, Markt und Standort genau zu kennen. Wir stellen hier aus unseren Listen der deutschen Immobilieninvestoren einige der (fast) nur in Berlin aktiven Immobilieninvestoren vor,

1. Accentro Real Estate AG, Investmentfokus auf Wohnimmobilien

Accentro Real Estate gibt es in der Hauptstadt seit 1993, seit 2007 ist das Unternehmen börsennotiert. Das Investment in Wohnimmobilien bildet den Kern des Geschäftsmodells. Accentro ist aber auch als Projektentwickler und Immobilien-Vermarkter tätig. Bei Immobilien-Investments bildet Berlin den besonderen Schwerpunkt. Darüber hinaus wird in den Metropolregionen Hamburg, Köln, Hannover, Leipzig, Rhein-Ruhr und Rhein-Main investiert. Zum Jahresende 2017 verfügte Accentro über ein Immobilien-Portfolio aus fast 2.900 Einheiten. Davon entfielen knapp 2.100 (rund 72 Prozent) auf Berlin und das Berliner Umland. Der Buchwert der investierten Objekte lag bei gut 300 Mio. Euro. Der Marktwert ist – bedingt durch die gestiegenen Immobilienpreise – deutlich höher.

2. ADO Properties S.A., Investmentfokus auf Wohn- und Gewerbeimmobilien

ADO Properties S.A. ist ein Immobilieninvestor mit Firmensitz in Luxemburg, aber ausschließlicher Geschäftstätigkeit in Berlin. Daher tritt man auch unter der Marke “ADO Berlinsiders” auf. ADO Properties wurde 2006 gegründet und besitzt derzeit ein Immobilien-Portfolio aus 24.000 Wohn- und Gewerbeeinheiten mit einem Buchwert von rund 3,8 Mrd. Euro. Das Investmentvolumen wurde in den letzten Jahren deutlich ausgeweitet. 2015 lag der Immobilien-Buchwert erst bei 1,5 Mrd. Euro. Das Geschäftsmodell von ADO Properties besteht darin, Objekte mit Modernisierungs- und Sanierungsbedarf zu erwerben und “auf den neuesten Stand” zu bringen, wodurch wesentliche höhere Mieterträge möglich werden. Entsprechende Immobilien gibt es in Berlin reichlich.

3. Aroundtown S.A., Investmentfokus auf Gewerbeimmobilien

Aroundtown S.A. ist im engeren Sinne kein Berliner Unternehmen, sondern ein Luxemburger Immobilieninvestor, der in Deutschland und den Niederlanden aktiv ist. Beteiligungen an Gewerbeimmobilien (Büro-, Hotel-, Handels- und Logistikflächen) bilden den Investment-Schwerpunkt. Sie machen 83 Prozent des Vermögens-Portfolios aus, die restlichen 17 Prozent entfallen auf Wohngebäude. Bei den kommerziellen Investments steht allerdings Berlin als Standort mit einem Anteil von 21 Prozent an erster Stelle – deutlich vor Frankfurt, München und Hamburg. “Glanzstücke” der Berliner Aroundtown-Investments sind u.a. das Hilton Hotel Berlin, das Bürohaus Platinum oder die ehemalige Schwarzkopf-Fabrik, beide in Berlin-Schöneberg.

4. Mähren AG, Investmentfokus auf Wohnimmobilien

Die Mähren AG wurde 2002 von Firmeninhaber Jakob Mähren gegründet, der auch die Geschäfte führt. Von Anfang an waren die Investment-Aktivitäten des Unternehmers auf Berlin konzentriert – aus Heimatverbundenheit, aber auch weil Jakob Mähren von der Zukunft der Hauptstadt überzeugt ist. Investiert wird überwiegend in Wohnimmobilien (Mehrfamilienhäuser, Wohnanlagen, gemischte Wohn- und Geschäftshäuser). Der Schwerpunkt liegt auf dem Großraum Berlin, darüber hinaus investiert Mähren in Ostdeutschland und bundesweit in Großstädten. Derzeit befinden sich rund 1.500 Einheiten mit einer Fläche von über 100.000 qm im Bestand. Im Jahre 2017 wurden Immobilien-Transaktionen im Gesamtwert von über 600 Mio. Euro durchgeführt.

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Bildquelle: Jonas Denil

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Nordrhein-Westfalen hat fast 18 Mio. Einwohner und stellt damit das bevölkerungsreichste Bundesland. Es ist gleichzeitig ein Land der urbanen Zentren und Ballungsgebiete. Das Ruhrgebiet bildet alleine mit mehr als fünf Mio. Menschen Deutschlands größten Ballungsraum. Daneben sind Köln/Bonn, Aachen, Düsseldorf/Neuss, Münster und Bielefeld weitere städtische Zentren.

Trotz des Strukturwandels durch den Bedeutungsverlust der traditionsreichen Kohle- und Stahlindustrie ist das Land an Rhein und Ruhr immer noch ein starker Wirtschaftsstandort. Für Projektentwickler bieten sich vielfältige Möglichkeiten. Oft geht es bei Projekten darum, alte Industrieflächen neu zu nutzen oder umzuwandeln. Daneben werden viele interessante neue Vorhaben entwickelt. Hier ein Überblick über die größten Projektentwickler in Nordrhein-Westfalen – die auch Teil unserer Liste der größten deutschen Bauträger ist.

Art-Invest Real Estate Management GmbH & Co. KG, Köln

Art-Invest Real Estate ist eine Projektentwicklungs- und Immobilien-Investmentgesellschaft mit Kölner Hauptsitz und Büros in vielen großen deutschen Städten. Gesellschaftsrechtlich ist Art-Invest Real Estate mit der Bremer Zech Group verflochten, die selbst im Projektentwicklungsgeschäft, darüber hinaus auch im Bau-, Umwelttechnologie, Hotel- und Beteiligungsgeschäft aktiv ist. Art-Invest Real Estate ist dabei dem Zech-Bereich “Deutsche Immobilien Holding” zugeordnet und entwickelt bevorzugt hochwertige Gewerbeobjekte (Hotels, Büro- und Handels-Immobilien) in großen deutschen Städten. Ein Beispiel ist das 2018 verwirklichte Geschäftshaus HI52 in der Kölner Innenstadt.

BAUWENS GmbH & Co. KG, Köln

BAUWENS besteht bereits seit 1873 und ist nach wie vor ein Familienunternehmen. Neben dem Firmensitz in Köln verfügt das Unternehmen über Standorte in Castrop-Rauxel, Berlin und München. Bauprojekte bestimmen die Firmentätigkeit von BAUWENS seit der Gründung. Heute versteht man sich als ganzheitliches Immobilien-Unternehmen. Die Projektentwicklungs-Aktivitäten sind unter dem Dach der BAUWENS Development GmbH & Co. KG gebündelt. Das Unternehmen engagiert sich sowohl in Wohn- als auch in Gewerbeimmobilien – mit Schwerpunkt auf städtischen Wohnquartieren, Büros, Hotels, Fachmarkt- oder Einkaufszentren sowie gemischt genutzten Immobilien. Ende 2017 war ein Projektvolumen von rd. 2,2 Mrd. Euro erreicht. Eines von vielen realisierten Projekten ist das Einkaufszentrum “Forum Gummersbach” in der gleichnamigen Stadt – entstanden auf dem Gelände eines ehemaligen Dampfkesselbauers.

CORPUS SIREO Real Estate GmbH, Köln

CORPUS SIREO ist ein bundesweit tätiger Projektentwickler mit Sitz in Köln, der zu Swiss Life Asset Managers gehört – der Vermögensverwaltungs-Tochter des größten Schweizer Lebensversicherers Swiss Life. CORPUS SIREO begann 1962 zunächst als regional ausgerichtetes Kölner Immobilien-Unternehmen und wurde 2014 durch Swiss Life übernommen. Das Unternehmen betreibt alle Facetten des Immobilien-Geschäfts: Immobilien-Fonds, -vermittlung, -verwaltung, -management und Projektentwicklung – letzteres in den beiden Geschäftsfeldern “Residential Development” und “Commercial Development”. Bei “Residential Development” geht es um Wohnprojekte mit Fokussierung auf die Regionen Rheinland, Hamburg, Rhein-Main und München. Bei “Commercial Development” konzentriert man sich auf Vorhaben in den Bereichen Büro, Hotel und Einzelhandel. Ein typisches Projekt ist “DREI SCHWESTERN FRANKFURT” (2012 – 2015). Das ehemalige Frankfurter Hauptpostgelände wurde zu einem dreitürmigen Gebäudeensemble – Wohnen mit Büro, Einzelhandel und Gastronomie – entwickelt.

INTERBODEN GmbH & Co. KG, Ratingen

INTERBODEN in Ratingen ist aus einem 1950 gegründeten Architekturbüro hervorgegangen und befindet sich immer noch im Besitz der Gründerfamilie. Auch heute bietet INTERBODEN klassische Architekten-Leistungen, darüber hinaus betreibt man Projektentwicklung bei Wohn- und Gewerbeimmobilien. Bei Wohnimmobilien verfolgt INTERBODEN einen nachhaltigen und ganzheitlichen Ansatz und hat zu diesem Zweck das “Institut für Lebenswelten” ins Leben gerufen. Wohnprojekte konzentrieren sich vor allem auf städtische Wohnquartiere, bei Gewerbeobjekten geht es bevorzugt um Büro-, Einzelhandels- und Hotel-Immobilien. Ein von INTERBODEN aktuell verfolgtes Gewerbeprojekt ist der Bürocampus Münster – ein Gebäudekomplex mit einem 17-stöckigen Büroturm und einer Mietfläche von circa 20.000 qm (Fertigstellung 2022).

Bildquelle: Atilla Taskiran

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