Private Equity Investoren sehen sich starkem Wettbewerb untereinander sowie gegenüber strategischen Investoren ausgesetzt. Welche Folgen dies für das Beteiligungsmanagement hat, erläutern EbelHofer Strategy & Management Consultants in ihrem Beitrag, der den Fokus auf das Thema Value Creation legt.

Gastbeitrag: EbelHofer Strategy & Management Consultants

Die Ergebnisse des Private Equity Panels 2019 von EbelHofer Strategy & Management Consultants 2019 machen deutlich: Weiterhin herrscht eine hohe Wettbewerbsintensität in der Branche. Mehr als 50% der befragten Investoren erwartet, dass sowohl der Wettbewerb untereinander, als auch gegenüber strategischen Investoren im Vorjahresvergleich zunimmt. Dies bestätigt auch ein Blick auf den kürzlich veröffentlichten „Q1 2019 Mid-Market Index für die Eurozone von Argos Wityu & Epsilon Research“: Die von strategischen Käufern gezahlten Multiples steigen weiter an auf ~11,0 x EBITDA. Gleichzeitig gehen die von Private Equity-Fonds gezahlten Multiples auf ~9,3 x EBITDA zurück. Obwohl vieles darauf hindeutet, dass die Bewertungen ihren Zenit erreicht haben, wird deutlich, dass Corporates oft höhere Zahlungsbereitschaften aufweisen und gegenüber Fonds im Bieterverfahren im Vorteil sind.

Wettbewerbsintensität im Private Equity Markt nimmt zu

Private Equity: Wettbewerbsintensität nimmt zu

Wie also können sich Investoren – abgesehen von höheren Geboten – im immer häufiger mehrstufig stattfindenden Bieterprozess behaupten? Viele Private Equity Häuser setzen auf stärkere Differenzierung als Lösung – sei es durch Spezialisierung / dem Aufbau von USPs, wie 68% der Befragten in diesem Zusammenhang betonen, oder noch stärker durch unkonventionelle Dealstrukturen, die für 88% der Befragten im Wettbewerb um Targets der ausschlaggebende Punkt sein kann.

Trends in Private Equity Bieterverfahren

Private Equity: Trends in Bieterverfahren

Insbesondere im Small- und Midcap Segment / bei Familienunternehmen spielt oft mehr als nur Geld eine Rolle, um den Zuschlag zu erhalten: Als kompetenter Partner wahrgenommen
zu werden, der bei einem profitablen Wachstumskurs auch operativ unterstützen kann, muss glaubhaft vermittelt werden. Dennoch könnten auch auf der Multiple-Ebene viele Private Equity Investoren mehr bieten, ohne sehenden Auges in einen „Winner’s Curse“ zu geraten. „Beim Nasenfaktor zu überzeugen“ und „mehr zu bieten“ kann auf fundierte Weise gelingen, wenn das Thema „Value Creation“ – also die Identifikation, Bewertung / Priorisierung und Hebung potenzieller Upsides – bereits als Pre-Deal statt als Post-Deal Thema begriffen wird. So zeigt das Private Equity Panel 2019, dass die Dimensionen „hohes Wertsteigerungspotenzial“, „hohes Wachstum“ sowie „hohe Profitabilität“ von zentraler Bedeutung bei der Target-Auswahl sind. Auf einer Skala von 1 [überhaupt nicht wichtig] bis 5 [sehr wichtig] bewerteten Investoren diese Faktoren als maßgeblich: Im Vergleich zum Durchschnitt von 3,5 über alle Faktoren hinweg wurde insbesondere dem Wertsteigerungspotenzial mit 4,2 eine hohe Wichtigkeit zugeschrieben. Auch in der Praxis zeigt sich, dass die Commercial Due Diligence (CDD) vermehrt auch die Identifikation und Bewertung marktseitiger Upside-Potenziale sowie die Erarbeitung von Roadmaps zum Heben dieser Potenziale miteinschließt. Ihr kommt somit die Rolle eines Investmentkompasses zu, der eine hohe Bewertung absichert und gleichzeitig eine Roadmap liefert, die als Investmentstory zur Differenzierung dient. In ihrer Impact-Bewertung verschiedener Hebel, sehen Private Equity Investoren insbesondere auf der Marktseite überdurchschnittlich hohes Potenzial für Value Creation Maßnahmen. Auf einer Skala von 1 [kaum Potenzial] bis 5 [sehr hohes Potenzial] bewerten Investoren die „Optimierung des Vertriebs“ im Schnitt mit 4,1 und die „Optimierung der Preisstrategie“ mit 3,9. Ein Evergreen wie „Financial Engineering“, mit einem Schnitt von 2,6, hat nur untergeordnete Bedeutung.

Wichtigkeit von Faktoren bei der Auswahl von Targets

Private Equity: Wichtigkeit von Faktoren bei der Auswahl von Targets

Ein quantitativ validiertes Value Creation Potenzial und analoge Roadmaps bieten somit eine vielversprechende Ausgangsbasis für den Transaktionsprozess gegenüber Corporates und können das Zünglein an der Waage darstellen. Intern lässt sich ein höheres Multiple gegenüber dem Investment Committee rechtfertigen, da ein Teil der Post-Deal „Hausaufgaben“ bereits Pre-Deal erledigt wurden. Gegenüber dem Target-Unternehmen wird signalisiert, dass man eine potenzielle Partnerschaft fundiert angeht und die Geschäftsentwicklung vorausdenkt. So agieren zu können, setzt jedoch eine aktive Beteiligungsphilosophie voraus, die sich mittlerweile zum Branchenstandard entwickelt hat – Value Creation in der Pre-Deal Phase anzugehen ist es leider noch nicht.

Das komplette EbelHofer Strategy & Management Consultants Private Equity Panel 2019 finden Sie unter: http://www.ebelhofer.com/medien/artikel-studien

Autoren:
Dieter Lauszus, Partner, EbelHofer Strategy & Management Consultants, Köln
Helen Christmann, Consultant, EbelHofer Strategy & Management Consultants, Köln
Steffen Sachs, Senior Consultant, EbelHofer Strategy & Management Consultants, Köln

Bildquelle: Laurenz Kleinheider


Die Jacobs Familie ist eine der vermögendsten deutschen Familien mit einem geschätzten Vermögen von über vier Milliarden Euro. Die Investmentfirma der Familie, die Jacobs Holding, ist ein aktiver Private Equity Investor. Wirtschaftlich Begünstigter der Investitionen ist die angeschlossene Jacobs Stiftung. Seit ein paar Jahren akquiriert die Jacobs Holding vermehrt Zahnkliniken, um mit der „Colosseum Dental Group“ eine internationale Kette an Zahnkliniken aufzubauen. Im Mai 2019 hat Colloseum verkündet, dass sich eine regionale Zahnklinik aus Deutschland mit dem Namen Promedent der Gruppe anschließt. Das zeigt das weiter ansteigende Wachstum, das Colosseum anstrebt.

23 Zahnärzte und 150 Mitarbeiter der deutschen Promodent Gruppe schließen sich der Gruppe an

Promodent wurde im Jahr 2000 von Dr. Artur Weiß und Kollegen gegründet. Die in Neckarsulm ansässige Gruppe ist eine Spezies in der deutschen Zahnindustrie. Während Zahnärzte normalerweise in kleinen Kliniken mit wenigen Mitarbeitern angestellt sind, ist Promedent als GmbH auf 150 Mitarbeiter und 23 Zahnärzte gewachsen. Mit dem Anschluss an die Colosseum Gruppe möchte das Unternehmen von geringeren Kosten für neue medizinische Geräte profitieren sowie von der Expertise in Verwaltung, Marketing und HR Gebrauch machen. Das verdeutlicht die Intention hinter dem Investment der Jacobs Holding: Dem Aufbau einer Zahntechnik Kette, die von Skalen- und Netzwerkeffekten profitiert.

Bereits 300 Millionen EUR Umsatz für die Colloseum Dental Group

Bis jetzt besitzt die Colloseum Gruppe mit Sitz in Zürich 220 Kliniken in sechs Ländern. Die Umsatzerlöse der Gruppe werden auf etwa 350 Millionen Euro geschätzt. Collosseum ist aktiv in Großbritannien, Skandinavien, der Schweiz, Italien und in Deutschland. Geleitet wird die Gruppe von CEO Thomas Bäumer. Ziel ist es, weitere Zahnkliniken zu erwerben. Das Family Office der Jacobs Familie orientiert sich dabei an führenden Private Equity Firmen, die bereits in Zahnkliniken investieren. Ein Beispiel ist Advent International. Das Unternehmen hat kürzlich eine Mehrheitsbeteiligung an der spanischen Gruppe Vitaldent erworben.

Die Jacobs Holding befindet sich unter vielen weiteren Single Family Offices in unserer Liste der Europäischen Single Family Offices sowie der Liste der Schweizer Single Family Offices.

Bildquelle: Luis Mendelez

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  • Einmalige Datenbank der wichtigsten Single Family Offices in Europa
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  • In allen möglichen Fällen: Investmentfokus, Geschätztes Familienvermögen, Kontaktdaten, etc.
  • Auf Anfrage stellen wir gerne eine Vorschau-Datei zur Verfügung

Single Family Offices sind eher diskrete Unternehmen, die das Vermögen der europäischen HNWI-Familien verwalten. In vielen Fällen haben Sie noch nie von den wichtigsten Single Family Offices gehört und Sie werden auch nie einem breiteren Publikum vorgestellt. Aber wussten Sie, dass einige SFOs sogar börsennotiert sind? Das bedeutet, dass Sie zu Ihrem Lieblingsbroker gehen und direkt Aktien von ihnen kaufen können – genauso wie ein Familienmitglied. Wir erklären Ihnen, warum einige Familienunternehmen börsennotiert sind und stellen Ihnen drei davon vor.

Warum es manchmal Sinn macht, dass ein Family Office börsennotiert ist

Normalerweise ist das höchste Gut eines Family Office die Privatsphäre. Eine Börsennotierung scheint also auf den ersten Blick dem zu widersprechen. Aber die Auflistung hat auch viele Vorteile. Erstens macht es die Verteilung der Auszahlungen von Dividenden etc. sehr einfach. Börsennotierte Unternehmen zahlen die Erträge aus, während sich die Banken und Broker um die Dividenden und Transfers kümmern. Da viele der reichsten europäischen Familien heute aus Tausenden von Familienmitgliedern bestehen, ist es sinnvoll, die Auszahlungen durch Dividenden zu regeln. Ein weiterer Grund für die Notierung einiger Family Offices ist der Bedarf an Bargeld: Wenn beispielsweise eine Familie ihr Geschäft erweitern oder neue Unternehmen erwerben wollte, hilft eine Listung an der Börse, neues Geld aufzunehmen, ohne Schulden zu machen.

Disclaimer: Wir bezeichneten die börsennotierten Wertpapierfirmen als Single Family Offices, da sie hauptsächlich einer Familie gewidmet sind. Natürlich ist es durch die Börsennotierung möglich, dass viele verschiedene Familien in sie investieren.

RIT Capital Partners, Lord Jacob Rothschild Familienbüro

1961 gründete Lord Jacob Rothschild den Rothschild Investment Trust für die Betreuung von Anlagen der britischen Rothschild Familie. Das Unternehmen vervielfachte sein Nettovermögen im Laufe der Zeit massiv, von 3 Millionen GBP im Jahr 1961 auf heute fast 3 Milliarden GBP. 1980 verbot Evelyn de Rothschild die Verwendung des Namens Rothschild. Seitdem heißt die Investmentgesellschaft RIT Capital Partners. Heute befindet sich das Unternehmen hauptsächlich im Besitz von Lord Jacob Rothschild und anderen Familienmitgliedern. Das RIT investiert in “ein breit diversifiziertes, internationales Portfolio über eine Vielzahl von Anlageklassen, sowohl börsennotiert als auch nicht börsennotiert”. RIT Capital Partners ist ein aktiver Investor an den internationalen Finanzmärkten. Das Portfolio besteht aus Aktien-, Kredit- und Privatanlagen. Der Investor ist sowohl an Direktinvestitionen als auch an Fondsinvestitionen beteiligt.

Wendel SE, Wendel Family Office

Die Wendel SE ist an der Pariser Börse notiert. Das Unternehmen wurde 1704 von Jean-Martin Wendel gegründet und ist in der Stahlindustrie verwurzelt. Heute ist das Unternehmen eher eine Beteiligungsholding. Die Wendel SE befindet sich nach wie vor im Wesentlichen im Besitz von rund tausend Mitgliedern der Familie Wendel, die über Beteiligungen 36,4% an ihr halten. Die Investmentgesellschaft ist “am Schnittpunkt von Industrie und Finanzen” tätig. Zu den Portfoliounternehmen gehören Bureau Veritas, Saint-Gobain oder Nippon Oil Pump. Das Unternehmen ist ein aktiver Private Equity Investor.

Société Foncière, Financière et de Participations, Peugeot Family Office

Die französische Familie Peugeot notierte 1989 die Investmentgesellschaft der Familie – Société Foncière, Financière et de Participations FFP SA an der Börse. Heute wird das Unternehmen von Robert Peugeot geleitet. Die Familie hält über ihren Familienbetrieb Établissements Peugeot Frères noch 79,5% der FFP. Die wichtigste Anlage von FFP ist ein Anteil von 9,3% an der Groupe PSA, die hauptsächlich für die Automarke Peugeot oder den Automobilzulieferer Faurecia bekannt ist. Weitere Portfoliounternehmen sind Zodiac Aerospace oder Groupe SEB. FFP ist ein aktiver Investor: Neben den börsennotierten Beteiligungen wie PSA investiert die Gruppe auch in Private Equity, Immobilien und an den Finanzmärkten.

Bildquelle: Annette Schuman

Sie wollen Kontakt zu Single Family Offices aufnehmen? Werfen Sie einen Blick auf unsere Datenbank der europäischen und deutschen Single Family Offices

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Aus diesen Gründen sind Single Family Offices gefragte Eigenkapitalgeber für den deutschen Mittelstand

Deutsche Single Family Offices verwalten das Vermögen wohlhabender Familien und verfolgen dabei einen langfristigen Investitionsansatz. Dabei sind die SFOs nicht nur in der Immobilienbranche und am Kapitalmarkt aktiv, sondern betätigen sich auch als Private Equity Investoren. Der deutsche Mittelstand und die viel beschworenen Hidden Champions haben großes Interesse an Family Offices als Eigenkapitalgeber. Das liegt nicht nur an der langfristigen Ausrichtung der Investmentgesellschaften, sondern auch an der immensen Erfahrung der Familien und Investment Manager. Viele der wohlhabendsten deutschen Familien haben ihr Vermögen mit dem Aufbau (und in einigen Fällen dem anschließenden Verkauf) eines Familienunternehmens angehäuft. Somit kennen Sie sich mit Unternehmenswachstum und den Schwierigkeiten beim Unternehmensaufbau aus. Diese Expertise lassen die Single Family Offices nicht selten in ihre Beteiligungen einfließen und fungieren als erfahrene Sparring Partner.

47% der deutschen Single Family Offices vergeben Beteiligungskapital als Private Equity Investoren

Eine Auswertung unseres umfassenden Investorenverzeichnisses im Single Family Office Umfeld ergibt, dass fast die Hälfte der deutschen SFOs in der Private Equity Branche aktiv sind. Somit gibt es in Deutschland mehr als 100 Single Family Offices, die Eigenkapital an Unternehmen vergeben. Dabei wird die ganze PE-Bandbreite abgedeckt – von Wachstum über Nachfolgelösungen bis hin zu Management Buy Out und Finanzierung von Restrukturierungen. An dieser Stelle sei erwähnt, dass wir Gesellschaften auch als Private Equity Investor kennzeichnen, wenn sie als Holding aufgesetzt sind. So ist es nicht unüblich, dass Familien sich an mehreren Firmen beteiligen und diese unter dem Dach der Familienholding halten. In den meisten Fällen ist auch das eigene Familienunternehmen Teil dieser Holding und stellt häufig sogar den Grundstein dar.

Diese Assetklassen werden von von SFOs in Deutschland und Europa außerdem abgedeckt

Unsere Liste der Top 200 Single Family Offices Deutschland liefert wertvolle Informationen zu dem Investitionsfokus der gelisteten Family Offices. Dabei wird angegeben, ob die Gesellschaften in den Bereichen Private Equity, Real Estate, Venture Capital, Erneuerbare Energien oder am Finanzmarkt aktiv sind. Außerdem wird in einer zusätzlichen Spalte angegeben, wenn weitere nennenswerten Investitionsfelder bekannt sind. Hierzu gehören etwa Kryptowährungen, Landwirtschaft und Wälder oder Kunst. Generell ist zu beobachten, dass viele Single Family Offices mehrere Investment Strategien miteinander verbinden, um Risiken zu minimieren und von positiven Marktentwicklungen zu profitieren.

Dieser Beitrag ist Teil unserer Statistiken und Definitionen der deutschen Investmentbranche

Bildquelle: José Martin Ramírez C


Übersicht von PR-Beratungen aus dem BMW-Umfeld

Für die erfolgreiche Außendarstellung deutscher Unternehmen sorgen die einflussreichsten Kommunikations- und PR-Berater. Insbesondere große Konzerne vertrauen dabei je nach Aufgabe und Thema unterschiedlichen Beratungen, die im Pitch überzeugen können und/oder lange Partnerschaften mit der Firma pflegen. Im Rahmen unserer Recherche zu den größten deutschen PR-Beratungen haben wir die wichtigsten Helfer bei der Öffentlichkeitsarbeit identifiziert und uns intensiv mit der Branche beschäftigt. Dabei haben wir ein besonderes Auge auf bestehende Kunden bzw. Referenzen geworfen, um die Gesellschaften nach Größe und Relevanz einordnen zu können. Interessanterweise konnten wir so einige Consultants identifizieren, die für das deutsche Aushängeschild BMW aktiv sind. Auf der Basis der öffentlich zugänglichen Referenzen der unten genannten PR-Beratungen können wir so einige relevante Partner der Münchner vorstellen. Die folgende Auflistung stellt kein Ranking im Sinne der Wichtigkeit der Beratungen für BMW dar und hat keinerlei Aussagekraft über die Intensität und Häufigkeit der Zusammenarbeit. Auch ist für uns nicht ersichtlich, ob die Beratungen derzeit für den Automobilhersteller arbeiten oder welche Aufgaben sie übernommen haben.

#1: F&H Communications (München)

Laut eigener Aussage gehört diese Münchner Beratung zu den Top 15 Kommunikationsagenturen Deutschlands und berät diverse Unternehmen jeder Größe. Zu den Klienten gehören neben BMW auch andere bedeutende Firmen und Marken wie Sennheiser, PayPal, Expedia und ERGO. Die Agentur deckt das gesamte Leistungsspektrum einer Kommunikationsberatung ab und widmet sich mit F&H Digital explizit dem digitalen Wandel und der digitalen Kommunikation.

#2: Serviceplan (München)

Serviceplan ist keine reine PR-Beratung, sondern agiert auch als Werbeagentur. Somit können die Kunden auf umfassende Services rund um die Außendarstellung und Kommunikation zurückgreifen. Weitere namhafte Kunden sind unter anderem Beck’s, Metro, Sky und Strellson. Serviceplan gehört zu den größten inhabergeführten Agenturen in Deutschland und Europa und konnte bereits zahlreiche Auszeichnungen gewinnen.

#3: ORCA van Loon Communications (Hamburg)

BMW Financial Services arbeitet laut der Referenzenliste mit ORCA van Loon zusammen. Wenn es um Agenda Setting, Influencer Relations, Krisenkommunikation, Media Relations, CEO Positionierung und weitere Themen der Öffentlichkeitsarbeit geht, vertrauen zahlreiche deutsche Unternehmen auf die Hamburger Agentur. Weitere Kunden sind beispielsweise Mercedes-Benz, Allianz, Tchibo oder das Shoppingcenter Hamburger Meile.

#4: Bold Berlin Communication & Marketing (Berlin)

Bold Berlin hat neben dem Sitz in der deutschen Bundeshauptstadt ein weiteres Büro in Los Angeles. Die PR-Experten “verknüpfen Marken mit relevanten Zielgruppen, Influencern und zeitgenössischer Kunst” und konnten bereits für Uniqlo, Zalando, Puma, Casio, Urban Outfitters und viele weitere Firmen arbeiten. Das junge Team hat sich in den letzten Jahren zunehmend in der Szene etabliert.

#5: loeschhundliepold kommunikation (München)

Mit Standorten in München, Berlin und Stuttgart übernimmt LoeschHundLiepold “Kommunikation für Unternehmen, Institutionen, Marken”. Die Kompetenzen unterteilt die Gesellschaft selbst in Corporate Commmunications, Digital & Social Media, Consumer & Lifestyle und Public Sector Communications. Zu den Kunden gehören Größen wie Facebook, Osram, Grundig oder das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

#6: Textschwester (Düsseldorf)

Die “PR + Presseagentur für strategische Lifestyle-Kommunikation” kann eine Liste höchst renommierter Kunden aufweisen. Aus der Automobilbranche gehören beispielsweise Audi und Mercedes-Benz zu den Partnern. Seit 2006 übernimmt die textschwester Aufgaben rund um Content Entwicklung, Medienkooperationen, Event Kommunikation, PR-Monitoring und viele weitere Themen.

Bildquelle: Mohammad Saifullah


Der diskrete Markt der deutschen Single Family Offices: In welchen Städten ist die Anzahl der SFOs besonders hoch?

Es existieren kaum Analysen und Berichte über den deutschen Markt der Single Family Offices. Das liegt vor allem an der diskreten, verdeckten Arbeitsweise der Investmentgesellschaften hochvermögender Familien in Deutschland. Mit unserer Marktforschung leisten wir einen Beitrag zur erhöhten Transparenz in diesem Bereich. Wir machen Erkenntnisse unserer Marktanalysen zugänglich und versorgen unsere Leser mit exklusiven Informationen, die auf unseren Datenbanken basieren. In diesem Beitrag beziehen wir uns auf die Verteilung deutscher SFOs nach Städten und stellen die Top 5 vor. Für ein umfassendes Bild der deutschen Family Offices Szene eignen sich unsere gut recherchierten Listen.

Basis der exklusiven Analyse: Unsere Liste der 200 größten Single Family Offices Deutschland

Das Research-Team von Listenchampion hat sich darauf spezialisiert, schwer durchschaubare Märkte einfach zugänglich zu machen. Insbesondere im Investment-Umfeld erleichtern unsere Branchenlisten die Ansprache potenzieller Partner enorm und schaffen eine Möglichkeit, eine umfassende Marktübersicht zu erhalten. Das gilt insbesondere für unsere Datenbank der größten deutschen Single Family Offices, die wir seit einigen Jahren stetig ausbauen und konstant aktualisieren. In der Liste sind mehr als 200 SFOs mit Sitz in Deutschland enthalten, die das Vermögen einer wohlhabenden Familie verwalten und vermehren. Hierzu investieren die Gesellschaften in Immobilien, gehen Unternehmensbeteiligungen im Private Equity und Venture Capital Umfeld ein und nutzen andere Anlageklassen. Mit unserer Excel-Liste gelingt der Einstieg in die Single Family Office Branche einfach und Sie können direkt mit der Ansprache der hochrelevanten und diskret arbeitenden Investmentgesellschaften beginnen.

Ranking Städte mit den meisten Single Family Offices DE

Im Folgenden werden die Top 5 Städte nach Anzahl der Single Family Offices in Deutschland vorgestellt. Die Werte beziehen sich auf unsere oben erwähnte Family Office Datenbank und lassen sich somit einfach nachvollziehen. In jeder der genannten Großstädte gibt es noch weitere SFOs, die jedoch nicht Teil unserer Liste sind und somit in der Analyse nicht berücksichtigt werden. Wir freuen uns über Kommentare und Anmerkungen zu der Auswertung.

Platz 1: München – 37 Single Family Offices

Den ersten Platz in dem Ranking der Top Städte nach Anzahl der Single Family Offices in Deutschland belegt wenig überraschend München. Die bayerische Landeshauptstadt gehört zu den wichtigsten Standorten für zahlreiche Immobilieninvestoren und Private Equity Gesellschaften in Europa. Außerdem sind besonders viele wohlhabende Familien in München und Umgebung angesiedelt. Eine interessante Randnotiz an dieser Stelle: auch Grünwald liegt gemessen an der Anzahl von Single Family Offices in Deutschland sehr weit vorne. Mit der Münchner Single Family Office Szene haben wir uns unter anderem auch in diesem Beitrag beschäftigt.

Platz 2: Hamburg – 22 Single Family Offices

Mehr als 20 Single Family Offices befinden sich in der Hansestadt, sodass Hamburg auf Platz 2 des Rankings liegt. Das durchschnittliche Vermögen der Familien hinter den SFOs aus Hamburg ist im deutschlandweiten Vergleich außergewöhnlich hoch und deutet die Relevanz der Hamburger Family Offices an. Die meisten extrem wohlhabenden Familien aus Hamburg gehören bereits seit vielen Jahrzenten zu den wichtigsten Investoren in Deutschland.

Platz 3: Berlin – 13 Single Family Offices

Die größte Stadt Deutschlands liegt auf Platz drei in unserer Auflistung. Insgesamt beheimatet Berlin 13 Single Family Offices, die nicht nur Teil der Berliner Venture Capital Szene sind, sondern auch in den Bereichen Real Estate und Private Equity aktiv sind. Insbesondere im Berliner Immobilienmarkt spielen die gelisteten Family Offices eine tragende Rolle, indem sie sich durch Investitionen, Projektentwicklung und Asset Management maßgeblich an dem Immobilienboom der letzten Jahre beteiligen. Wenn Sie sich genauer mit der Berliner Family Office Welt beschäftigen möchten, empfehlen wir diesen Beitrag von unserem Research-Team.

Platz 4: Stuttgart – 10 Single Family Offices

Ein wenig überraschend findet sich auch die Landeshauptstadt von Baden-Württemberg in unserem Ranking und verdrängt andere Großstädte wie Frankfurt und Köln. Ganze 10 Single Family Offices haben ihren Sitz in Stuttgart, wobei besonders viele der Gesellschaften im Immobilienbereich aktiv sind. Im deutschlandweiten Vergleich sind die Stuttgarter Single Family Offices eher klein und agieren vorwiegend lokal bzw. regional. Für Baden-Württemberg im Allgemeinen gilt, dass viele Family Offices in eher kleineren Städten und in ländlichen Gegenden angesiedelt sind.

Platz 5: Düsseldorf – 9 Single Family Offices

Auf Platz fünf liegt mit Düsseldorf eine der Finanzzentren Deutschlands. Unter den Düsseldorfer Single Family Offices lassen sich einige der größten SFOs aus Deutschland finden, sodass Düsseldorf in der deutschen Family Office Szene höchst relevant ist. Die hohe Anzahl an vermögenden Familien in Düsseldorf spiegelt sich auch in der Zahl der hiesigen Privatbanken wieder. Auch andere Städte im Ruhrgebiet, wie Essen und Dortmund, sind in unserer Family Office Datenbank zahlenmäßig gut vertreten.

Bildquellen: Philipp Bachhuber, AbsolutVision


Deutsche Private Equity Unternehmen: von global agierenden Fonds bis zu kleinen Beteiligungsfirmen

Die deutsche Private Equity Landschaft hat sich in den letzten Jahren dynamisch entwickelt. Gemäß dem globalen Trend wurden zahlreiche neue Beteiligungsgesellschaften gegründet und viele Eigenkapitalgeber konnten die Assets under Management merklich steigern. Das erfahrene Research-Team von Listenchampion analysiert laufend den deutschen Markt, um Trends aufzuspüren und relevante Akteure zu identifizieren. Um Interessenten der Private Equity Szene wertvolle Zahlen zu liefern, veröffentlichen wir regelmäßig Studien über Deutschland. In diesem Beitrag stellen wir die wichtigsten deutschen Städte im PE-Umfeld vor.

Basis der Analyse: Die 150 größten Private Equity Fonds in Deutschland

Das Ranking der deutschen Städte mit den meisten Private Equity Unternehmen basiert auf unserer exklusiven Datenbank der 150 größten PEs in Deutschland. Diese Liste bietet Beratungen, Co-Investoren, Geschäftsführern und vielen weiteren Akteuren eine Basis zur Ansprache der wichtigsten Beteiligungsfirmen. Die Adressdatenbank enthält jedoch nicht nur Anschrift, E-Mail und Telefonnummer, sondern zahlreiche Informationen zu dem Investitionsfokus und getätigten Investments in der Vergangenheit. Darüber hinaus wird ein regionaler Fokus sowie die Höhe des verwalteten Vermögens angegeben. Keine Übersicht des deutschen Private Equity Marktes ist umfassender und geeigneter für die Lead-Generierung, als unsere.

Analyse deutsche Beteiligungsfirmen

Bildquelle: Christian Wiediger

Im Folgenden werden die deutschen Städte mit den meisten Private Equity Fonds in einem übersichtlichen Ranking vorgestellt. Dabei berücksichtigen wir den Firmensitz, wenn das Unternehmen aus Deutschland kommt bzw. die deutsche Niederlassung, wenn das Unternehmen aus dem Ausland stammt. Jede Private Equity Gesellschaft taucht somit nur einmal in unserer Analyse auf, sodass die Daten nicht verzerrt sind. Alle Werte stammen aus unserer Datenbank der deutschen PE-Szene und lassen sich somit einfach nachvollziehen.

Platz 1: München – 49 Private Equity Unternehmen

Auf Platz 1 liegt München mit fast einem Drittel aller Private Equity Fonds in unserer umfassenden Liste. Die Zahl ist beeindruckend und bestätigt die These, dass München die Hauptstadt der deutschen Private Equity Szene ist. Hier haben sowohl einheimische Beteiligungsgesellschaften als auch Eigenkapitalgeber aus dem Ausland ihr Büro. Für die bayerische Landeshauptstadt spricht die Relevanz der lokalen Wirtschaft, die Präsenz der hochklassigen Universitäten, das Vorhandensein erstklassiger Investment Manager auf dem Münchner Arbeitsmarkt und nicht zuletzt die hohe Lebensqualität in der Metropole an der Isar.

Platz 2: Frankfurt – 39 Private Equity Unternehmen

Die Finanzmetropole Frankfurt liegt in unserem Ranking auf Platz 2. Besonders internationale Beteiligungsgesellschaften haben ihren Deutschlandsitz in Frankfurt, sodass das durchschnittliche verwaltete Vermögen der Frankfurter Private Equity Gesellschaften vergleichsweise hoch ist. Für die PEs bietet sich die hessische Großstadt an, weil hier auch zahlreiche Investmentbanken und M&A-Beratungen beheimatet sind. Das erleichtert nicht nur die Zusammenarbeit, sondern ermöglicht auch die Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter.

Platz 3: Hamburg – 17 Private Equity Unternehmen

Die Hansesatdt belegt nach unserer Analyse Platz 3. Auffällig dabei ist, dass in Hamburg lediglich zwei ausländische Private Equity Investoren ihren Sitz haben und die restlichen Firmen aus Deutschland stammen. Hier finden sich viele Mid-Cap Investoren und der klare Investmentfokus liegt auf Wachstums-Cases. Einige der Gesellschaften sind ausschließlich in Deutschland aktiv, andere betätigen sich in ganz Europa und darüber hinaus.

Platz 4: Berlin – 9 Private Equity Unternehmen

Der vierte Platz in unserem Ranking geht an die deutsche Bundeshauptstadt Berlin. Der Berliner Standort scheint also nicht nur für Venture Capital Geldgeber von Interesse zu sein, sondern auch für einige Private Equity Investoren. Alle gelisteten Beteiligungsfirmen stammen aus Deutschland und haben ihren Hauptsitz in Berlin. Neben Growth-Investments werden auch vergleichsweise viele Nachfolgelösungen und Buy-Outs begleitet.

Platz 5: Düsseldorf – 6 Private Equity Unternehmen

Der fünfte Platz wird von Düsseldorf mit 6 ansässigen Beteiligungsunternehmen eingenommen. In der Landeshauptstadt von NRW sind nicht nur vergleichsweise wenige Eigenkapitalgeber präsent, die Fonds mit Sitz in Düsseldorf sind auch relativ klein. Unser Ranking offenbart somit die großen Unterschiede zwischen den deutschen Städten bei der Anzahl der hiesigen Private Equity Firmen. Das gilt, obwohl NRW mit einer großen Zahl an mittelständischen Unternehmen aufwarten kann, die für Private Equity Unternehmen geeignete Zielunternehmen sein könnten.


Wenn man sich die Ankaufsprofile der Investoren in unserer Liste der größten deutschen Immobilieninvestoren anschaut findet man häufig den Begriff “Value Add Immobilien”. Doch was bedeutet dies? Und welche Immobilien gehören zur Value-Add Kategorie?

Als Value Investing wird eine Börsen-Strategie bezeichnet, bei der Aktien von Unternehmen mit Substanz gekauft werden, die aktuell am Markt niedrig bewertet sind – zum Beispiel wegen schwächelnder Ertragslage, Restrukturierungsbedarf oder schlechter Nachrichten -, aber langfristig gute Perspektiven aufweisen. Die Hoffnung ist, von Wertaufholungen im Zeitablauf zu profitieren und dadurch überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Warren Buffett, US-Multi-Milliardär und Star-Investor, gilt als Meister dieser Strategie.

Ein ähnlicher Ansatz wird bei sogenannten Value Add-Immobilien verfolgt. Unsere Definition: bei Value Add Immobilien soll durch systematische “Aufwertung” eines “schwächelnden” Objektes eine Wertschöpfung bzw. ein Mehrwert bewirkt werden, der sich renditesteigernd auswirkt. Value Add-Strategien sind in Zeiten steigender Immobilienpreise und sinkender Immobilien-Renditen eine Möglichkeit, um doch noch angemessene und ansehnliche Erträge mit Immobilien zu erwirtschaften, ohne zu sehr ins Risiko zu gehen.

Risikoklassen bei Immobilien-Investments: Core, Value Add, Opportunity

Wie bei jeder Kapitalanlage gilt nämlich auch bei Immobilien der klassische Zusammenhang von Rendite und Risiko. Nur wer bereit ist, Risiken einzugehen, hat langfristig Aussicht auf höhere Renditen. Sicherheit bedeutet fast immer Renditeabstriche. Risiko heißt dagegen, dass das Kalkül mit dem Mehrwert ggf. auch nicht aufgehen kann, ja im Extremfall sogar Verluste drohen. Analog zu Wertpapieren können Immobilien verschiedenen Risikoklassen zugeordnet werden. Eine häufig anzutreffende Einteilung lautet wie folgt:

– Core-Immobilien: erstklassige Objekte in guten bis sehr guten Lagen in bestem Zustand mit geringem (Leerstands-)Risiko;
– Core+-Immobilien: ähnlich wie Core-Immobilien mit kleinen Abstrichen, z.B. kein Top-Lage, aber immer noch “gut situiert”; geringfügiger Instandsetzungsbedarf, leicht erhöhtes Risiko;
– Value Add-Immobilien: im Prinzip gute Immobilien in mittleren bis guten Lagen, aber mit größerem Instandsetzungs- oder Umwidmungsbedarf und einem mittleren bis hohen Risiko;
– Opportunity-Immobilien: einfache Immobilien in mäßigen Lagen mit einem nachhaltigen Instandsetzungsbedarf, hohes Risiko.

Value Add-Investments – was zeichnet sie aus?

Core- und Core+-Immobilien eignen sich vor allem für Investoren, die kontinuierliche und gut kalkulierbare Erträge erwarten – in Form von Mieteinnahmen. Wertsteigerungen werden zwar auch angestrebt, stehen aber nicht so sehr im Fokus. Typische Investoren in solche Objekte sind institutionelle Anleger wie Versicherungen, Pensionskassen usw.. Der Anlagehorizont ist langfristig, die Immobilien sollen “auf lange Sicht” gehalten werden. Man sagt auch: es wird eine “Buy and Hold”-Strategie verfolgt.

Bei Value Add-Immobilien steht dagegen die nachhaltige Wertsteigerung im Mittelpunkt. Dies kann durch Renovierung, Sanierung, Modernisierung, im Extremfall auch durch Abriss und Neubau erfolgen. Auf jeden Fall müssen zunächst bestehende “Objekt-Defizite” als Voraussetzung für “Mehrwert” beseitigt werden. Zwischen der reinen Sanierung und der Radikal-Maßnahme Abriss und Neubau steht die Revitalisierung. Dabei wird die vorhandene Bausubstanz zwar erhalten, aber so umgestaltet, dass eine neue “wertsteigernde” Nutzung erfolgen kann. Revitalisierungen kommen klassisch bei denkmalgeschützten Bauwerken zum Einsatz, sind aber nicht darauf beschränkt. Ein anderes typisches Beispiel ist die Umwidmung einer ehemaligen Fabrikhalle zu Wohnflächen, modernen Arbeitsplätzen oder als Event-Location. Auch ehemalige Kasernen werden gerne “wiederbelebt”. Revitalisierung setzt auf ein Projektmanagement wie bei der Projektentwicklung und sollte stets auf Basis fundierter Standortanalysen stattfinden.

Auch wenn Value Add-Investoren danach streben, erworbene Objekte ertragreicher zu vermieten und Leerstände zu beseitigen, sind sie weniger an den laufenden Erträgen aus ihrem Investment interessiert. Ihr Ziel ist die Wertsteigerung durch höheren Vermietungserfolg. Dann soll das Objekt gewinnbringend veräußert werden. Die Investment-Perspektive ist mittelfristig und überschreitet üblicherweise nicht acht bis zehn Jahre. Das ist auch der entscheidende Unterschied zu Opportunity-Immobilien. Bei diesen soll eine günstige Gelegenheit genutzt werden, um mit vergleichsweise wenig Aufwand einen schnellen Gewinn durch Weiterverkauf zu erreichen. Der Ansatz ist spekulativ. Nach ihrer “Umwandlung” kann eine Value Add-Immobilie durchaus zu einer Core- oder Core+-Immobilie werden. Die Grenzen zwischen den einzelnen Risikoklassen sind fließend.

Europäische Märkte für Value Add-Immobilien

Value Add-Investment sind in den letzten Jahren bei Europas größten Immobilieninvestoren stärker in den Blick gerückt. Bei Core- und Core+-Immobilien sinken die Renditen kontinuierlich, seit infolge der EZB-Geldpolitik viel Liquidität in Immobilien-Investments strömt und zu einem starken Preisauftrieb geführt hat. Davon waren und sind vor allem “erstklassige” Immobilien betroffen. Bei Value Add-Objekten bestehen dagegen noch Chancen und der Preisdruck ist geringer. Das wirkt sich positiv aus.

Marktanalysen gehen davon aus, dass sich in Deutschland mittlerweile jede zehnte professionelle Transaktion auf Value Add-Immobilien bezieht. Europäische Spitzenreiter in diesem Segment sind – relativ gesehen – Lettland und Estland mit Anteilen von 50 Prozent und mehr. Quoten von über 20 Prozent findet man in Österreich, Irland und Litauen. Absolut gesehen finden die meisten Value Add-Transaktionen in Frankreich und Großbritannien statt, gefolgt von Deutschland.

Der Artikel gehört zu unserer Sammlung der Statistiken und Definitionen deutscher Investoren.

Bildquelle: Digitale.Immobilien (Lizenzfreie Frankfurt Bilder)

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Quartiersentwicklung: Definition und Abgrenzung

Quartiere lassen sich als kleine Städte innerhalb von Großstädten und Metropolen definieren. Das alltägliche Leben der Bewohner solcher Quartiere spielt sich vorwiegend innerhalb des jeweiligen Wohnviertels ab, da eine umfassende Infrastruktur vorhanden ist. Die Größe eines Wohnquartiers kann sehr unterschiedlich sein und hängt stark von der Historie des Stadtteils ab. Je größer eine Stadt ist, desto wichtiger werden die Quartiere mit ihren Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Ämtern etc. Im Laufe der Zeit entwickeln sich in solchen Wohnvierteln ganz eigene Kulturen, wobei an das Hamburger Schanzenviertel, das Glockenbachviertel in München oder das Frankfurter Nordend gedacht werden kann. Im Rahmen der Quartiersentwicklung werden also dem Namen nach ganze Gebiete erschlossen und neu strukturiert. Wichtig hierbei ist, dass den Wohnraum im Fokus steht und der Versuch im Vordergrund steht, vollumfassende Stadtteile gemäß der Definition eines Quartiers zu schaffen oder weiterzuentwickeln.

Planung, Erschließung, Bau und Betrieb von Stadtteilen

Quartiersentwicklung lässt sich noch etwas kleinteiliger definieren, als wir es im ersten Teil dieses Beitrages getan haben. Hierfür lässt sich diese Art der Stadtentwicklung in vier Teile zerlegen, nämlich Planung, Erschließung, Bau und Betrieb. Bei der Planung werden sowohl Standortqualität als auch die Anforderungen der Anwohner und Zukunftsaussichten beleuchtet. Bevor Quartiere gebaut werden können, muss das Gebiet zugänglich gemacht werden. Im Rahmen der Erschließung werden also Vorbereitungen getroffen, wie beispielsweise die Bereitstellung einer gute Verkehrsanbindung oder die Sicherstellung der Energieversorgung. An dieser Stelle wird zunehmend auf den Einsatz sauberer Technologien geachtet, was dem Trend der nachhaltigen Quartiersentwicklung (siehe unten) Rechnung trägt. Die nächste Komponente unserer Definition ist der Bau. Nun werden Bauträger und Bauunternehmen aktiv und errichten Wohngebäude und gewerbliche Immobilien gleichermaßen. Im Anschluss nimmt der Betrieb der Stadtteile bzw. Quartiere eine entscheidende Rolle ein, die häufig übersehen wird. An dieser Stelle ist nicht nur die (städtische) Politik in der Pflicht, sondern zunehmend auch sogenannte Public-Private-Partnerships.

Aktueller Trend in Deutschland: Gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung durch Innovation, Nachhaltigkeit & Inklusion

In den letzten Jahren hat sich der deutsche Immobilienmarkt rasant entwickelt. Insbesondere in den größten Städten Berlin, München, Hamburg, Frankfurt und Co. hat der Immobilienboom zu steigenden Immobilienpreisen geführt. Investoren freut diese Entwicklung natürlich, doch führen die höheren Preise auch zu einer Verknappung von bezahlbarem Wohnraum. Hinzu kommt, dass die Aufwertung von Stadtvierteln für Anwohner teilweise problematisch gesehen wird. Diese Entwicklungen führen zu einer steigenden Bedeutung der sogenannten gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung. Städteplaner und die Stadtentwicklungspolitik versuchen bürgerschaftliche Initiativen, NGOs, Genossenschaften und die Zivilgesellschaft im Allgemeinen stärker einzubinden. So soll versucht werden, nachhaltige Quartiersentwicklung zu betreiben, die das Beste aus Alt und Neu vereint und bestehende Strukturen optimiert, statt sie zu übergehen. Gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung lässt sich also als Disziplin der Städteplanung definieren, die noch mehr auf alle Stakeholder eingeht und Wert auf Inklusion legt.

Die Bedeutung von Entwicklungsgebieten für Projektentwickler

Im Rahmen unserer Recherche zu den größten Projektentwicklern Deutschlands sind wir immer wieder auf den Begriff Quartiersentwicklung gestoßen. Das liegt daran, dass insbesondere große Immobilienentwickler vermehrt den Fokus auf ganze Entwicklungsgebiete legen. Aufgrund der steigenden Nachfrage nach Wohnraum in den deutschen Ballungszentren wurden in den letzten Jahren zahlreiche Neubaugebiete erschlossen. Pure Wohngebiete zu erschaffen kommt für viele Großstädte jedoch nicht in Betracht, weil die Attraktivität solcher Viertel vergleichsweise gering ist und die städtische Infrastruktur darunter leidet. Deshalb versuchen Konsortien von Projektentwicklern und Investoren zunehmend, ganze Quartiere zu bauen und von Anfang an einen holistischen Entwicklungsansatz zu wählen. Konkret heißt das, dass nicht nur durch die Politik sondern auch von privatwirtschaftlichen Immobilienentwicklern umfassende Konzepte zur Kombination aus Wohn- und Büroimmobilien, staatlicher Infrastruktur sowie Handelsimmobilien erstellt werden. Geprägt sind solche Vorhaben durch eine abgestimmte Architektur, eine nachhaltige Denkweise und die Einbeziehung aller Stakeholder.

Dieser Beitrag ist Teil unserer Statistiken und Definitionen der deutschen Investmentbranche

Bildquelle: Ivan Bandura

Quellen: Management Circle, Schader Stiftung, Mitbauzentrale München

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370 Projektentwickler mit Sitz in den deutschen 7 Top Städten

Der deutsche Immobilienmarkt ist fundamental durch die deutschen Top 7 Städte geprägt. Hierunter fallen die sogenannten A-Städte Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart. In diesen Großstädten ist das Transaktionsvolumen am höchsten und die Nachfrage nach Immobilien ist über alle Assetklassen hinweg außergewöhnlich groß. Das Interesse professioneller Investoren aus dem In- und Ausland führt dazu, dass laufend große Immobilienprojekte realisiert werden. Aus diesem Grund nehmen die lokalen Projektentwickler eine entscheidende Rolle ein und profitieren seit Jahren von dem Immobilienboom in Deutschland. Das Research-Team von Listenchampion hat die deutsche Immobilienszene in den letzten Monaten intensiv untersucht, um die relevantesten Immobilienunternehmen zu identifizieren. Ein besonderes Augenmerk lag dabei natürlich auf den Big 7, um der Relevanz dieser Immobilienhochburgen Rechnung zu tragen. In diesem Beitrag werten wir die Anzahl der Entwicklungsgesellschaften je Stadt aus, um einen Beitrag zur umfassenden Analyse des deutschen Immobilienmarktes zu leisten. Dabei wird der Firmensitz der Unternehmen betrachtet und die Gesamtheit der Immobilienentwickler in Berlin, München und Co. beträgt 370.

Datenbasis: Liste der 1.000 größten Immobilienentwickler DE

Mit unserer Expertise in der Marktforschung konnten wir bereits zahlreiche Akteure aus der Immobilienbranche bei der Lead-Generierung unterstützen. Ein besonders wertvolles Produkt für Immobilienmakler, Immobilieninvestoren, Berater und Co. ist die Liste der größten Projektentwickler Deutschlands. Unsere Datenbank enthält mehr als 1.000 deutsche Immobilienentwickler, die wir mit einem Ranking von A bis E nach Größe sortiert haben. Unsere Kunden können drei Versionen unserer Adressdatenbank erwerben. Die Liste der Top 200 Entwicklungsgesellschaften enthält die größten Unternehmen, welche überregional und häufig auch über Deutschland hinaus aktiv sind. In der Liste der Top 500 Projektentwickler befinden sich auch mittelgroße Firmen, die sich häufig auf bestimmte Assetklassen fokussieren. Unsere umfassende Datenbank mit allen deutschen Immobilienentwickler ermöglicht auch die Ansprache kleinerer Akteure mit regionalem Fokus und einer Fokussierung auf kleinere Projekte. Nähere Informationen zu unserer Projektentwickler-Übersicht finden Sie auf der Produktseite. Bei Fragen zu dem Produkt stehen wir Ihnen gerne unter kontakt[at]listenchampion.de zur Verfügung.

Ergebnisse der Auswertung: Welche Städte der Top 7 führen?

Die folgende Analyse stellt ein Ranking der deutschen Big 7 nach Anzahl der Projektentwickler pro Stadt dar. Dabei wurde der Firmensitz der Gesellschaften ausgewertet, die Teil unserer umfassenden Datenbank sind. Auf der Basis der Auswertung sind keine Aussagen zu dem Projektvolumen oder den jeweiligen Märkten in den genannten Städte möglich.

Platz 7: Köln – 29 Projektentwickler

Auf dem letzten Platz unseres Rankings liegt Köln. Hierbei muss jedoch bedacht werden, dass die Dichte des Ruhrgebiets dazu führt, dass viele Unternehmen in der gesamten Region aktiv sind. Somit lässt sich die geringe Anzahl von Kölner Bauträgern in unserer Datenbank erklären. Die meisten Entwicklungsgesellschaften aus Köln agieren regional und realisieren kleinere und mittelgroße Projekte.

Platz 6: Stuttgart – 31 Projektentwickler

Die Stuttgarter Immobilienpreise sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Neben Investoren werfen auch immer mehr Projektentwickler ein Auge auf die Landeshauptstadt von Baden-Württemberg. Unter den gelisteten Projektentwicklern sind auffällig wenige große, überregional agierende Firmen. Die meisten Gesellschaften agieren vorwiegend lokal und größere Projekte in Stuttgart werden scheinbar überwiegend von Bauträgern aus anderen Städten realisiert.

Platz 5: Düsseldorf – 37 Projektentwickler

Für Düsseldorf gilt das Gleiche wie für Köln: um diese Städte umfassend bewerten zu können lohnt sich ein Blick auf das gesamte Ruhrgebiet. Nichtsdestotrotz sind ganze 37 Entwickler in der Landeshauptstadt von NRW beheimatet, wobei hier auch einige besonders große Bauträger ihren Sitz haben.

Platz 4: Frankfurt – 38 Projektentwickler

Die Frankfurter Immobilienentwickler weisen eine gesunde Mischung aus großen, mittelgroßen und kleineren Unternehmen auf. Erwartungsgemäß spezialisieren sich vergleichsweise viele Bauträger aus der Metropole am Main auf Büroimmobilien. Doch auch die anderen Assetklassen werden von den Gesellschaften aus dem Herzen von Hessen abgedeckt.

Platz 3: Hamburg – 75 Projektentwickler

Der Anteil von Entwicklungsgesellschaften mit einem A-Ranking sind in keiner Stadt der Big 7 so hoch wie in Hamburg. Eines der Hamburger Aushängeschilder ist beispielsweise die ABG Gruppe, die vielbeachtete Projekte in ganz Deutschland realisiert. Der wachsende Immobilienmarkt in der Hansestadt bietet einen guten Nährboden für Bauträger, sodass die Stadt auf Platz 3 unseres Rankings liegt.

Platz 2: München – 77 Projektentwickler

Der Preise auf dem Münchner Immobilienmarkt liegen im deutschlandweiten Vergleich ganz vorne. Der Münchner Immobilienboom in den letzten Jahren hat nicht nur die existierenden Entwickler gestärkt, sondern auch dazu geführt, dass einige neue Unternehmen entstanden sind. Viele Münchner Immobilienentwickler sind deutschlandweit tätig, der klare Fokus der allermeisten Gesellschaften liegt jedoch auf der Landeshauptstadt Bayerns.

Platz 1: Berlin – 104 Projektentwickler

Die deutsche Hauptstadt hat ganz klar die Nase vorne und beheimatet mehr als 100 Immobilienentwickler. Aufgrund der großen Anzahl an Neubauprojekten in Berlin überrascht diese Zahl nicht und doch ist es beeindruckend zu sehen, wie viele Gesellschaften ihren Sitz in Berlin haben. Die meisten Berliner Projektentwickler sind mittelgroß und erhalten von uns ein C-Ranking. Doch auch einige absolute Hochkaräter des deutschen und europäischen Immobilienmarktes stammen aus der Bundeshauptstadt.

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Dieser Beitrag ist Teil unserer Statistiken und Definitionen der deutschen Investmentbranche

Bildquelle: Adrian Infernus