Größte städtische Wohnungsbaugesellschaften Deutschland – Unsere Liste

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Die “Goldenen Zwanziger” während der Weimarer Republik waren die große Zeit des kommunalen Wohnungsbaus in Deutschland. Damals schufen kommunale oder städtische Wohnungsbauunternehmen bezahlbaren Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten. Angesichts explodierender Mieten und steigender Immobilienpreise wünscht sich mancher inzwischen wieder mehr kommunales Engagement beim Wohnungsbau. Doch ganz aus der Mode gekommen ist der kommunale Wohnungsbau nie. Vor allem in Berlin sind Wohnungen im städtischen Besitz nach wie vor gang und gäbe. Wir stellen einige der größten kommunalen Wohnungsbaugesellschaften vor.

1. ABG FRANKFURT HOLDING Wohnungsbau- und Beteiligungsgesellschaft mbH

Unter dem Dach der ABG FRANKFURT HOLDING hat die Stadt Frankfurt/Main 1991 ihre kommunalen Wohnungsbauunternehmen zusammengefasst. Der ABG-Ursprung reicht aber viel weiter zurück. Bereits 1890 wurde die “Aktienbaugesellschaft für kleine Wohnungen (ABG)” von sozial eingestellten Frankfurter Bürgern gegründet – die Keimzelle der heutigen ABG FANKFURT HOLDING. 1922 übernahm die Stadt das Unternehmen. Am städtischen Besitz hat sich bis heute nichts geändert. Heute unterhält die Unternehmensgruppe rund 50.000 Wohnungen in der Stadt. Nach eigenen Angaben soll jeder vierte Frankfurter in einer ABG-Wohnung leben.

2. degewo AG – Deutsche Gesellschaft zur Förderung des Wohnungsbaus

Die Berliner degewo AG kann ihre Geschichte bis auf das Jahr 1924 zurückzuverfolgen – “degewo” steht dabei für “Deutsche Gesellschaft zur Förderung des Wohnungsbaues”. Zur Zeit ihrer Gründung war sie eines von mehreren kommunalen Wohnungsbauunternehmen. Heute ist sie die größte Wohnungsgesellschaft im Landesbesitz. Obwohl dem Land Berlin gehörend setzt die degewo doch ihre Tradition als städtisches Wohnungsbauunternehmen fort. Sie verwaltet über 75.000 Wohnungen und 1.500 Gewerbeobjekte. Ihre Größe verdankt die degewo auch der Fusion mit mehreren anderen kommunalen Wohnungsgesellschaften, die von ihr übernommen wurden. Über Berlin hinaus ist die degewo inzwischen auch in Brandenburg aktiv.

3. GESOBAU AG – Gesellschaft für sozialen Wohnungsbau

Die GESOBAU ist ein weiteres Berliner Wohnungsbauunternehmen, dessen Anfänge bis ins Jahr 1900 zurückreichen. Ursprünglich als privates Unternehmen mit Fokus auf Bahn- und Tiefbau gegründet, wandte man sich nach dem Ersten Weltkrieg mehr dem Wohnungsbau zu. Der Zweite Weltkrieg bedeutete eine Zäsur, nach 1945 erfolgte ein Neustart in Landesregie als “Gesellschaft für sozialen Wohnungsbau gemeinnützige Aktiengesellschaft” – kurz GESOBAU AG. Die GESOBAU war zunächst eine Tochter der degewo, wurde aber später eigenständig. Heute betreut die GESOBAU 37.000 Wohnungen – darunter die Großsiedlung Märkisches Viertel – und rund 700 Gewerbeeinheiten in ganz Berlin.

4. Gewobag Wohnungsbau-Aktiengesellschaft Berlin

Kurz nach dem Ersten Weltkrieg wurde die “Heimstätten AG Groß-Berlin” als weiteres städtisches Wohnungsbauunternehmen in der Spreemetropole gegründet. Aus ihr entstand später die heutige Gewobag. Der Bau und die Bewirtschaftung von bezahlbaren Mietwohnungen war von Anfang an das Unternehmensziel. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste sich die Gewobag auf West-Berlin beschränken, seit 1990 ist das Unternehmen wieder in ganz Berlin aktiv. Heute betreut die Gewobag-Gruppe mit mehreren Töchtern rund 60.000 Wohnungen. Bis 2026 soll der Wohnungsbestand durch Neubau und Zukauf auf rund 75.000 steigen.

5. HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH

Das Kürzel HOWOGE steht für “Hohenschönhauser Wohnungsbau-Gesellschaft”. Im Gegensatz zu den anderen Berliner kommunalen Wohnungsbauunternehmen ist die HOWOGE noch jung. Sie wurde 1990 im Zuge der Wiedervereinigung als landeseigenes Wohnungsbauunternehmen gegründet. Sie übernahm damals die Plattenbau-Großsiedlung Hohenschönhausen von der ehemaligen kommunalen Wohnungsverwaltung der DDR. Die Siedlung bildet nach wie vor den Kernbestand der HOWOGE. Beim weiteren Wohnungserwerb und -bau konzentrierte man sich zunächst auf den Berliner Bezirk Lichtenberg, ist aber mittlerweile im ganzen Ost-Teil der Stadt aktiv. Der Wohnungsbestand beläuft sich auf mehr als 65.000 Einheiten.

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Bildquelle: Daniel von Appen

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