Neubauprojekte: Elektroauto-Ladestationen bei 77% der Projekte installiert

Neubauprojekte: Elektroauto-Ladestationen bei 77% der Projekte installiert

In den vergangenen Wochen hat das Listenchampion-Researchteam eine Studie zum Thema Nachhaltigkeit bei Projektentwicklern bzw. Neubauprojekten durchgeführt. Ein Thema der Umfrage war, wie häufig zur Zeit Elektroauto-Ladestationen bei Neubauprojekten installiert werden, und wie häufig dies der Fall bei zukünftigen Projekten sein wird. Für die Studie wurden 39 relevante Projektentwickler aus dem Verzeichnis der 1.000 größten Projektentwickler Deutschlands befragt.

Elektroauto-Ladestationen Statistik: Aktuell bei 77% der Neubauprojekte E-Charger installiert

Auf die Frage, ob bei derzeitigen Immobilien-Neubauprojekten der Entwickler Elektroauto-Ladestationen installiert werden antworteten 77% der Projektentwickler mit “Ja” und 23% mit “Nein”. Schon dies ist eine hohe Anzahl die die steigende Verbreitung und Relevanz von E-Autos unterstricht. Zum Vergleich: September 2019 lag laut ENBW der Anteil der E-Auto Neuzulassungen bei 2,4%, September 2020 lagen der Neuzulassungsanteil schon bei 8%.

Elektroauto Ladesäulen Neubauprojekte

Die Verbreitung der Installation von Elektroauto-Ladesäulen wird sogar noch weiter steigen: die befragten Projektentwickler planen, dass in den nächsten 5 Jahren 95% der Neubauprojekte mit Elektroauto-Ladesäulen ausgestattet sein werden. Nur noch 5% der Entwickler planen nicht mit E-Autos bei ihren Projekten.

Planung von Elektroauto-Ladesäulen essentiell für Projektentwickler

Tatsächlich ist die Berücksichtigung von E-Chargern bei der Entwicklung von neuen Immobilien wichtig um unangenehme Kosten für die Eigentümer in der Zukunft zu vermeiden. Ein E.ON Sprecher etwa empfiehlt “mit Blick auf die zunehmende Verbreitung von E-Autos, bereits heute die Installation von Lademöglichkeiten zu berücksichtigen. Da eine Nachrüstung entsprechender Leitungen in der Regel sehr aufwändig ist, bietet sich daher zumindest die Verlegung entsprechender Leerrohre an”. 

Bei anzunehmender steigender Verbreitung von Elektroautos kann es in Zukunft ein wertmindernder Faktor sein, wenn Mehrfamilienhäuser nicht schon mit Ladeinfrastruktur ausgestattet sind. Dabei unterscheidet sich die Installation von Ladesäulen bei Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern, wie der E.ON Sprecher betont: “Während bei einem klassischen Einfamilienhaus in der Regel eine einfache dreiphasige Verkabelung der Wallbox genügt, muss bei Mehrfamilienhäusern auch auf das Lastmanagement geachtet werden. Dynamisches Lastmanagement verwaltet und begrenzt den Energieverbrauch und nutzt damit die vorhandene Kapazität des Hausanschlusses optimal.” E.ON bietet hierfür mit OMNe auch ein digitales Planungstool an.

Auch Chargepoint, ein weiterer führender Anbieter von Ladelösungen, hebt die wichtige Rolle eines frühzeitigen Einbaus von Schaltschränken, Verkabelung und Lehrohren hervor. Ansonsten, so das Unternehmen, kann eine Nachrüstung die Hauseigentümer oft mehr als doppelte so teuer zu stehen kommen. Dies solle gerade im Anbetracht der Wohneigentumsrechtsreform von Mitte 2020 beachtet werden, durch die mit mehr Ladesäulen zu rechnen ist.

Wird die aktuelle Ladeinfrastruktur bald veraltet sein?

Eine Frage die sich häufig vor der Installation von Ladesäulen-Infrastrukur stellt ist, ob die aktuelle Technologie nicht in ein paar Jahren veraltet oder nicht mehr relevant sein wird. Was die Stecker anbelangt wurde in Europa 2013 das CCS-Typ-2-Ladestecksystem festgelegt. E-Autos haben üblicherweise ein Mode 2 und Mode 3 Ladekabel, wobei das letztere für öffentliche Säulen und Schnelllader verwendet wird.

E.ON geht davon aus, dass die aktuelle Ladesäulen-Infrastruktur auch über Jahre hinaus relevant sein wird, zumal es in letzter Zeit immer weniger Leistungssprünge bei der Ladegeschwindigkeit gab. Auch eine Sprecherin von Webasto (ein führender deutscher Ladesäulenhersteller) denkt, dass die heutige Ladesäulen-Infrastruktur weiterhin relevant sein werden, aber dafür digitalen Dienste und Zusatzfunktionen weiter an Bedeutung gewinnen werden. “In unseren Entwicklungen denken wir über das klassische Laden hinaus und arbeiten an digitalen Lösungen (z.B. Cloud), neuen Technologien (Automated, conductive charging) bilateralem Laden und skalierbaren DC Ladesystemen”, so die Webasto Sprecherin.

Trotz neuer Impulse wird aber die aktuelle Ladeinfrastruktur und -technik wohl über längere Zeit relevant sein, gerade durch das Vorhandensein einheitlicher Standards und dem Erreichen eines gewissen Technologielevels. Um einen Wertminderungsfaktor – nämlich fehlende Ladeinfrastruktur und mögliche, teure Nachrüstungen – zu vermeiden sollten Projektentwickler schon frühzeitig die Einbindung von Ladeinfrastruktur überdenken. Dies scheint aber schon bei den deutschen Projektentwicklern angekommen zu sein, denn über 95% der Entwickler planen bei zukünftigen Projekten E-Autos zu berücksichtigen.

Datenquelle: Projekentwickler Nachhaltigkeitsreport 2021
Bildquelle: Ernest Ojeh

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