Was sind Wohnungsbaugenossenschaften (WBG)? – Unsere Definition

Wohnbaugenossenschaft Definition

Das Research-Team von Listenchampion hat die umfassendste Datenbank mit Akteuren aus der deutschen Immobilienbranche erstellt. Teil dieser Datenbank ist unsere Liste der größten Wohnungsbaugenossenschaften (Synonyme sind Baugenossenschaften, Wohnungsgenossenschaften oder auch Bauvereine). Doch was zeichnet diese Gesellschaften eigentlich aus? Welche Rolle nehmen sie in der Immobilienszene ein und weshalb sind sie so interessant für Kapitalgeber, Immobilienberater und Co.? Unsere Definition des Begriffes Wohnungsbaugenossenschaft soll Antworten auf diese Fragen liefern und den Einstieg in die Welt der Bauvereine ermöglichen.

Wohnbaugenossenschaft: Definition und Abgrenzung

Den Begriff der Wohnungsbaugenossenschaft zu definieren, setzt zunächst eine Betrachtung der Genossenschaften im Allgemeinen voraus. Der Begriff geht bereits auf das Mittelalter zurück und bezeichnet Zusammenschlüsse oder Verbände von Personen mit dem Zweck gemeinschaftlichen wirtschaftlichen Handelns. So sollen die Mitglieder wirtschaftlich oder sozial gefördert werden. Im Verbund gelinge die Erreichung der jeweiligen Ziele einfacher, als alleine. Bekannt sind Genossenschaften beispielsweise aus dem Finanzwesen als Genossenschaftsbanken. Im Immobilienbereich wurden Genossenschaften eingerichtet, um für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen.

Unsere Definition: Wohnbaugenossenschaften sind Selbsthilfeorganisationen mit dem Ziel, den Mitgliedern günstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Damit unterscheiden sie sich zu privatwirtschaftlichen Immobiliengesellschaften darin, dass sie keine Kapitalmehrung anstreben. Sie genießen seit jeher besondere Rechte und Unterstützung seitens der öffentlich Hand und sind in ganz Deutschland präsent.

Geschichte von Wohnbaugenossenschaften in Deutschland

Ein Meilenstein für die Wohnungsbaugenossenschaften in Deutschland war die Verabschiedung des Genossenschaftsgesetzes im Jahr 1889. Dieses Gesetzt regelte die beschränkte Haftung der Zusammenschlüsse, sodass die Attraktivität einer Genossenschaft deutlich anstieg. Infolgedessen wurden zahlreiche Wohnungsbaugenossenschaften gegründet, die gegen den akuten Wohnraummangel vorgingen. Insbesondere nach dem Ersten Weltkrieg und nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in Deutschland sehr viele Baugenossenschaften gegründet und waren wichtige Akteure im Wiederaufbau. Nachdem Mitte des 20. Jahrhunderts weniger Genossenschaften gegründet wurden, steigt die Zahl seit einigen Jahren wieder an. Insgesamt gibt es in Deutschland mehr als 2.000 Baugenossenschaften, die über zwei Millionen Wohnungen verwalten.

Wohnbaugenossenschaften als Bauträger und wertvolle Partner in der Immobilienbranche

Die meisten Wohnimmobilien der Baugenossenschaften in Deutschland sind in der Vor- und Nachkriegszeit entstanden und werden seither verwaltet und modernisiert. Doch insbesondere in den letzten Jahren, sind immer mehr Genossenschaften im Bereich des Neubaus in Erscheinung getreten. So entstehen insbesondere in deutschen A-Städten wie Berlin, München und Hamburg einige Mehrfamilienhäuser durch Bauvereine und Genossenschaften. Der derzeitige Immobilienboom macht Wohnraum zunehmend schwieriger bezahlbar, sodass dieser Trend seitens vieler Städte begrüßt und unterstützt wird. Somit stellen die deutschen Wohnungsbaugenossenschaften wertvolle Partner für relevante Akteure aus der Immobilienbranche dar. Das gilt beispielsweise für Mezzanine-Kapitalgeber, Bauunternehmen, Architekten, Städteplaner und mehr.

Der Artikel gehört zu unserer Sammlung der Statistiken und Definitionen deutscher Investoren.

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Bildquelle: Nicole Baster

Diese Akteure sind wichtige Partner für Wohnungsbaugenossenschaften

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